Berufliche Bildung im Bundestag
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Berufliche Bildung im Bundestag

Anlässlich der Debatte im Bundestag zur beruflichen Bildung in der digitalen Arbeitswelt am 07.11.2019 im Plenum des Bundestages erklärt Margit Stumpp, bildungspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion und Mitglied der Projektgruppe 3  „Anforderungen an berufsbildende Schulen“ der Enquete-Kommission Beruflicher Bildung in der digitalen Arbeitswelt:

“Die Enquete-Kommission Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt agiert – trotz guter interfraktioneller Zusammenarbeit – mutlos, wenn es darum geht, berufliche Schulen neu zu denken und Ideen abseits ausgetretener Pfade zu entwickeln. Doch die Arbeitswelt und mit ihr die Aus- und Weiterbildung stehen vor großen Herausforderungen; vor allem durch und mit der Digitalisierung. Deren Potenziale sind immens und müssen umgehend flächendeckend auch in den beruflichen Schulen genutzt werden. Der Enquete-Zwischenbericht “Anforderungen an berufsbildende Schulen” in der digitalen Arbeitswelt zeigt deutlich, dass die beruflichen Schulen weitergedacht werden müssen, im Bereich der Digitalisierung oder auch der Lehrkräfteausbildung. Berufliche Schulen werden noch stärker gebraucht als Kooperationspartner für das lebensbegleitende Lernen vor Ort. Die Enquete-Kommission wird ihrem Auftrag leider nicht gerecht, Handlungsempfehlungen für eine zunehmend digitalisierte Arbeitswelt zu entwickeln. Weiter lesen

Keine Besteuerung von Volkshochschulen
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Keine Besteuerung von Volkshochschulen

Der vom Bundeskabinett am 31.07.2019 beschlossene Gesetzentwurf zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften sieht unter anderem eine Zusammenfassung der zentralen Umsatzsteuer-Befreiungsvorschriften für Bildungsleistungen vor. Die Bundesregierung beruft sich darauf EU-rechtliche Vorgaben und die Entwicklungen der Rechtsprechung von EuGH und BFH  im deutschen Umsatzsteuerrecht umzusetzen. Die Volkshochschulen und zahlreiche andere Träger der öffentlichen bzw. öffentlich geförderten Weiterbildung befürchten zusätzliche Steuerbelastungen und eine Verteuerung ihrer Bildungsangebote. Weiter lesen

Pressemitteilung: Mehr Kooperation wagen – Digitalpakt kann nur ein Anfang sein

Pressemitteilung: Mehr Kooperation wagen – Digitalpakt kann nur ein Anfang sein

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat heute eine Studie vorgestellt, für die Schulleiterinnen und Schulleiter allgemeinbildender Schulen zur digitalen Ausstattung an ihren Schulen befragt wurden. Dazu erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

“Die VBE-Umfrage zeigt wieder einmal eindrücklich, dass sich der Großteil unserer Schulen weiterhin in der Kreidezeit befindet. Die befragten Lehrerinnen und Lehrer stellen ihren Schulen im besten Fall ein mittelmäßiges Digital-Zeugnis aus und artikulieren sehr deutlich den Wunsch, in digitalen Zusammenhängen besser fort- und weitergebildet zu werden. Dem muss die Politik mithilfe ausgebauter Angebote Rechnung tragen.

Der endlich auf den Weg gebrachte Digitalpakt kann nur ein Anfang sein. Das ist auch die einhellige Meinung der befragten Lehrkräfte. Auch wenn das Kooperationsverbot nun leicht geöffnet wird, brauchen wir dringend mehr Kooperation zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Die Finanzierung der Schule und ihre Ausstattung für die digitale Zukunft muss nachhaltig und verlässlich erfolgen, damit die Digitalpakt-Milliarden nicht verpuffen und teure Technik in den Schulen nicht ungenutzt verstaubt. Dazu gehört zwingend auch, dass technisches Fachpersonal an den Schulen angestellt wird, damit erfolgreicher digitaler Unterricht nicht von engagierten Lehrkräften abhängt, die guten Unterricht machen sollen, statt sich um WLAN und andere Technik zu kümmern.

Darüber hinaus sind auch die Schulen gefordert, wenn nicht längst geschehen, eigene Konzepte für die Bildung der Zukunft und in der digitalisierten Welt zu erarbeiten. Ohne pädagogischen Kompass hilft auch die teuerste Technik wenig.”

SZ: Was ist aus der “Bildungsrepublik Deutschland” geworden?
Aufstieg durch Bildung? Die symbolische Bildungstreppe vor der Dresdner Stadtkulisse. Lizenz: INSM (CC BY-ND 2.0)

SZ: Was ist aus der “Bildungsrepublik Deutschland” geworden?

Süddeutsche Zeitung berichtet über meine Kleine Anfrage.

Nichts weniger als eine „Bildungsrepublik“ wurde von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten auf dem Dresdner Bildungsgipfel im Oktober 2008 ausgerufen. Auf diesem wurde beschlossen,
die Quote an Schulabgängern ohne Schulabschluss zu halbieren, gleiches wurde für die Quote an jungen Erwachsenen ohne Berufsausbildung vereinbart. Die Kindertagesbetreuung von unter Dreijährigen
sollte auf 35 Prozent ausgebaut werden. Erhöht werden sollten zudem auch die Ausgaben für Bildung und Forschung – auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Was ist zehn Jahre später aus den Beschlüssen geworden? Im Rahmen einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung haben wir mit 31 Fragen nachgehakt.

Der Essener Bildungsforscher Prof. Klaus Klemm kam schon vor drei Jahren in einer Expertise im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu dem Schluss, dass die soziale Schieflage “die Achillesverse unseres Bildungssystems” bleibe. Gerade für Arbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund oder ohne abgeschlossene Berufsausbildung bleibe die vermeintliche “Bildungsrepublik Deutschland” ein sozial gespaltenes Land.

Nun haben wir die Antworten der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage erhalten

Wesentliche Erkenntnisse unserer Kleinen Anfrage:

  • Bei den am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessenen Bildungsausgaben bleibt Deutschland mit 9 Prozent weiter hinter den eigenen Zielen und hinter dem OECD-Durchschnitt zurück (vgl. Frage 2).
  • In zehn Jahren wurden gerade einmal 2.200 Erzieher*innen als Berufsrückerer*innen gewonnen, während der Bedarf bis 2015 auf 300.000 geschätzt wird (vgl. Frage 4).
  • Der Männeranteil in der Erzieher*innen-Berufen beträgt unter 6 Prozent aller Erzieher*innen (vgl. Frage 5).
  • Die Zahl der Menschen ohne Hauptschulabschluss hat sich in zehn Jahren nur geringfügig verringert, während die Zahl der Menschen ohne beruflichen Bildungsabschluss sogar gestiegen ist (vgl. Frage 8).
  • Das Bildungsministerium gibt 11 Mio. Euro für Forschungsprojekte mit dem Schwerpunkt „Jugendliche ohne Schulabschluss“ aus, nur um daraus am Ende eine Broschüre zu machen (vgl. Frage 14).
  • Die Inklusion in den allgemeinbildenden Schulen geht nur langsam voran; noch immer werden über 315.000 Schüler*innen (das sind knapp 4 Prozent) an Förderschulen unterrichtet (vgl. Frage 16).
  • Das Bildungssystem bleibt selektiv: Kinder mit Migrationshintergrund sind im Durchschnitt deutlich schlechter als Kinder ohne Migrationshintergrund (vgl. Frage 18).
  • Die Zahl der Studienanfänger mit beruflicher Qualifikation (und ohne Hochschulzugangsberechtigung) ist wieder rückläufig (vgl. Frage 19).
  • Trotz steigender Studierendenzahlen sinkt seit 2012 die Zahl der BAföG-Empfänger*innen, vgl. Frage 22
  • Auch in der Weiterbildung ist eine soziale Schieflage zu konstatieren: Während 2016 insgesamt 56 Prozent aller Erwerbstätigen an Weiterbildungen teilgenommen haben, sind “Ältere” (46 Prozent), “Geringqualifizierte” (35 Prozent) sowie “Ausländer” (40 Prozent) unterrepräsentiert (vgl. 30).

Als Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen bewerte ich die Erkenntnisse aus der Kleinen Anfrage “Zehn Jahre Dresdener Bildungsgipfel”:

„Die vor zehn Jahren ausgerufene Bildungsrepublik ist noch immer ein Luftschloss: Gemessen an der Wirtschaftskraft gehen die Bildungsausgaben zurück, die soziale Spaltung wird nicht überwunden. Statt entschlossen zu handeln, schiebt die Bundesregierung den Schwarzen Peter zu den Ländern, statt endlich selbst aktiv zu werden. Der aktuelle Haushaltsentwurf zeigt: Wer 4 Mrd. Euro mehr für Verteidigung ausgeben will, für Bildung und Forschung aber nur 500 Mio. Euro mehr, besitzt die falschen politischen Kompass und vergeht sich an der Zukunft der jungen Menschen im Land. Gute Bildung gibt es nicht zum Nulltarif. Damit Deutschland bei der Bildung endlich Spitze wird, müssen Bund und Länder intensiver zusammenarbeiten. Das reicht von der Sanierung maroder Schulen in allen Kommunen bis hin zu einer gemeinsamen Fachkräfteoffensive für ausreichend qualifiziertes Personal in Kitas, Schulen und Hochschulen. Das Zuständigkeitsgerangel auf dem Rücken von Schülern, Lehrerinnen und Eltern muss durch mehr politischen Dialog ersetzt werden. Einmal mehr zeigt sich, dass das Kooperationsverbot in die Geschichtsbücher gehört.“

Über unsere Kleine Anfrage und die Antworten der Bundesregierung berichtet auch die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel.

Bildungskonferenz der Heinrich-Böll-Stiftung – Mein Workshop zu Weiterbildung
Margit Stumpp in der Diskussion mit Weiterbildungs-Expert*innen und -Interessierten bei der Heinrich-Böll-Stiftung. Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0 (Margit Stumpp MdB)

Bildungskonferenz der Heinrich-Böll-Stiftung – Mein Workshop zu Weiterbildung

Vergangene Woche lud die Heinrich-Böll-Stiftung zu Konferenz “Baustelle Bildung – Befähigung für die digitale Zukunft”. In deren Rahmen nahm ich an einem Workshop zur Weiterbildung teil.

Innerhalb einer Gruppe von Menschen mit ganz unterschiedlichem beruflichen Werdegang haben wir eine spannende Diskussion zum Thema “Weiterbildungsbedarf: wie ermitteln?” geführt. Schnell waren wir uns darin einig, dass Weiterbildung bei sich immer schneller wandelnden Anforderungen in den unterschiedlichsten Berufen eine zunehmende Rolle für Arbeitnehmer*innen und Betriebe, aber auch für den einzelnen Menschen außerhalb der Erwerbsperspektive führt. Umso komplexer wird die Herausforderung werden, den Bedarf an Weiterbildung für Arbeitssuchende und Weiterbildungsinteressierte zu ermitteln. Zumal der Markt unendlich viele Möglichkeiten bietet, die für Einzelne unüberschaubar sind.

In der Diskussion wurde deutlich, dass digitale Instrumente bei der Bedarfsermittlung eine große Hilfe sein können; die zunehmenden Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) werden dabei eine Rolle spielen. Dennoch wird es viele Fälle geben, wo Spezialist*innen unerlässlich sein werden, um unter Umständen in Kombination oder auf der Basis digitaler Vorstufen gemeinsam mit der/dem Einzelnen eine gute, zielorientierte Auswahl treffen können. Ein wesentlicher Aspekt wird dabei die Transparenz der Entscheidungswege und die Ermittlung von Fähigkeitsprofilen sowie die Relevanz individueller Lebensumstände sein.

Für mich war es sehr wertvoll, die Aspekte der unterschiedlichsten Perspektiven auf das ohnehin vielschichtige Thema kennen zu lernen. Dafür und für die offene Diskussion bedanke ich mich bei allen Teilnehmer*innen herzlich.

 

Pressemitteilung: Bildungsbericht 2018 zeigt alarmierenden Stillstand bei Chancengerechtigkeit

Pressemitteilung: Bildungsbericht 2018 zeigt alarmierenden Stillstand bei Chancengerechtigkeit

Zu den ernüchternden Ergebnissen des Berichts “Bildung in Deutschland 2018” erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik im Bundestag:

“Der Bildungsbericht 2018 ist damit ein klarer Auftrag an die Bundesregierung, endlich mehr in die Zukunft junger Menschen zu investieren. Das 10-Prozent-Ziel bei Bildungsausgaben ist noch immer nicht erreicht. Weiter lesen