Pressemitteilung: Mehr Kooperation in der Bildung nötig

Pressemitteilung: Mehr Kooperation in der Bildung nötig

Zur aktuellen Forsa-Umfrage unter Schüler*innen zu Chancengerechtigkeit erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik:

“Die Forsa-Umfrage zeigt eindrücklich, dass selbst die Schülerinnen und Schüler nicht mehr an ein gerechtes Bildungssystem und das Versprechen vom Aufstieg durch Bildung glauben. Das macht betroffen und muss uns zu schnellem und konsequenten Handeln animieren.

Wir werden ein besseres und chancengerechtes Bildungssystem nur erreichen, wenn Bund, Länder und Kommunen endlich konsequent zusammenarbeiten. Die aktuell diskutierte Grundgesetzänderung und der Digitalpakt können nur der erste Schritt zu mehr Kooperation sein. Neben der digitalen Ausstattung sind die weiteren Herausforderungen bereits klar: Integration, Inklusion, Lehrkräftemangel oder auch individuelle Förderung bei immer heterogeneren Klassen. Wir brauchen beispielsweise Anstrengungen, um Schulen in benachteiligten Quartieren zu unterstützen, müssen den Ganztagsausbau vorantreiben und Lehrer*innen mithilfe multiprofessioneller Team unterstützen.

All das schaffen wir nur gemeinsam statt mit Kirchturmpolitik.”

Beginn des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg

Beginn des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg

Zum Beginn des neuen Schuljahrs in Baden-Württemberg erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Abgeordnete für Aalen/Heidenheim:

“Der Schulstart in Baden-Württemberg steht unter keinem guten Stern: weiterhin großer Lehrkräftemangel, gerade in der Grundschule und in ländlichen Regionen; Rückgriffe auf pensionierte Lehrerinnen und Lehrer sowie die mangelnde Planung vom Lehrkräftebedarf und den Studienplätzen.

Auch bundespolitisch sind die politischen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Schulstart sind leider nicht sonderlich gut: Das größte Problem bleibt die soziale Selektion. In kaum einem anderen Land entscheidet die soziale Herkunft so stark über den Bildungserfolg wie bei uns. Das muss sich dringend ändern, z. B. mit qualitativ höherwertigen Schulen, mehr Ganztagsbetreuung, längerem gemeinsamen Lernen, besserer finanzieller Ausstattung und individueller Förderung. So entkoppeln wir Herkunft von Zukunftschancen.

Mit der digitalen Schule geht es ebenfalls nicht voran, weil die (nicht mehr ganz so) neue Bundesministerin den DigitalPakt Schule einfach nicht hinbekommt: Die Schulen warten weiterhin auf das Geld, was ihnen bereits seit über zwei Jahren versprochen wurde. Der Bund müsste zudem die Länder und Schulträger viel mehr unterstützen. Doch statt endlich einen entsprechenden Kooperationsparagrafen im Grundgesetz zu verankern, wird nur zaghaft das Kooperationsverbot gelockert. Dadurch sind Mittel jedoch nur zeitlich befristet und abnehmend möglich, der große Fortschritt bleibt aus zulasten der Schüler*innen und Lehrkräften.

In der ganzen Republik fehlen zum Teil massiv Lehrkräfte. Die Zahl der Quereinsteiger wird immer größer. Der Beruf muss endliche attraktiver werden, z. B. indem Lehrer*innen mithilfe multiprofessioneller Teams entlastet werden und sich auf ihre eigentlich Aufgabe konzentrieren können: Guten Unterricht machen.“

Bild-Lizenz: SPÖ Wien (CC BY-NC-ND 2.0)

Frankfurter Rundschau: Mein Gastbeitrag zu digitaler Bildung

Frankfurter Rundschau: Mein Gastbeitrag zu digitaler Bildung

Die Zukunft wartet nicht. Digitale Medien sind weder gut noch schlecht. Man muss sie richtig einsetzen – auch in Schulen. Dafür fehlt ein Konzept.

Das ist die die These meines Gastbeitrages in der Frankfurter Rundschau:

Dass Kinder in einer medienfreien Welt aufwachsen können, ist genauso eine Illusion wie der Glaube, dass digitale Medien Wundermittel seien. Wie jedes andere Werkzeug sind auch digitale Medien weder per se gut noch schlecht. Neben der passenden Infrastruktur an Schulen sind fachdidaktische Konzepte notwendig. Die zentralen Fragen lauten: Welche Kompetenzen müssen junge Menschen erlernen, um sich in einer rasant veränderten Wirklichkeit zurechtzufinden und den digitalen Wandel nachvollziehen und vielleicht noch wichtiger, selbst gestalten zu können? Und: Welche Voraussetzungen müssen eigentlich erfüllt sein, damit Lehrkräfte diese Fertigkeiten kompetent vermitteln können?

Beide Antworten bleibt Bildungsministerin Anja Karliczek schuldig. Was die Bundesregierung in Sachen digitaler Bildung derzeit macht, ist katastrophal. Am Digitalpakt Schule zeigt sich eindrucksvoll, wie mangelnder Gestaltungswille und politische Orientierungslosigkeit dazu führen, dass eine der wichtigsten Aufgaben der Bildungspolitik in den Sand gesetzt wird. Denn während unsere Nachbarn in Skandinavien und dem Baltikum seit Jahren die Schule der Zukunft gestalten, verliert sich die Bundesrepublik nach wie vor im föderalen Hickhack und verpasst den Anschluss.

Für den Bildungsstandort Deutschland ist das fatal. Den häufig klammen Kommunen fehlt seit Jahren jede Planungssicherheit. Sie wissen weder, ob und wann die versprochenen Mittel des Bundes ankommen, noch, was gefördert werden soll; Investitionen bleiben aus, die Zeche zahlen am Ende Schüler, Eltern und Lehrkräfte.

Der vollständige Beitrag ist zu finden unter FR.de.

 

Bildquelle: Screenshot von FR.de