Pressestatement: Faktencheks sind wichtig, Transparenzverpflichtungen sind besser
Bild-Lizenz: CC 0 (Pixabay)

Pressestatement: Faktencheks sind wichtig, Transparenzverpflichtungen sind besser

Zur Ankündigung des Videoplattform-Betreibers Youtube, verstärkt Faktenchecks durchzuführen, erklärt ich als medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

“Die Einführung von Faktenchecks und aufklärenden Informationen auf großen Online-Plattformen wie Youtube ist wichtig. Denn die schnelle Verbreitung von Falschinformationen in der Corona-Krise hat gezeigt, dass viele Menschen nicht zwischen seriösen und unseriösen Quellen unterscheiden. Noch wichtiger als Aufklärung und Richtigstellung ist aber, dass die Plattformbetreiber zu Transparenz über ihre Empfehlungsmechanismen und über Urheber von Inhalten verpflichtet werden. Die Betreiber verdienen nicht unerheblich an flankierender Werbung bei Falschinformationen und Verschwörungstheorien. Große Hoffnungen in Bezug auf die Einführung strengerer Transparenzpflichten und ein effektives Vorgehen gegen Desinformation setzen wir Grüne in den Digital Services Act und den European Democracy Action Plan der Europäischen Union. Diese Gesetzgebung kann Standards auch für die Plattformregulierung in Deutschland setzen.”

Bundestagsrede zur Novelle des Tele­mediengesetzes
Bildlizenz: Pixabay CC 0

Bundestagsrede zur Novelle des Tele­mediengesetzes

Der Bundestag debattiert am Donnerstag, 2. Juli 2020 über den Entwurf der Bundesregierung „zur Änderung des Telemediengesetzes und weiterer Gesetze“ (19/1878919/1974419/20213 Nr. 1.8). Mit dem Entwurf soll die EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) in deutsches Recht umgesetzt werden.

Die Bundesregierung setzt mit dem Gesetzentwurf medienregulatorische Vorgaben der EU in deutsches Recht um. Sie bleibt damit gerade noch innerhalb der zweijährigen Pflicht zur Umsetzung der AVMD-Richtlinie.

Die von der EU vorgegebenen Regeln zur Plattformregulierung sind wichtig. Allerdings lösen sie ein wesentliches Problem nicht: YouTube, Twitter, Facebook und Amazon sind von diesen Gesetzesänderungen nicht betroffen, weil für die Regulierung immer noch das Herkunftsland ausschlaggebend ist und nicht der Marktort. Die Bundesregierung selbst geht von fünf Videosharing-Anbietern aus, die von den neuen Regelungen betroffen sind und rechnet mit ca. zehn Beschwerden von Nutzer*innen pro Jahr. Das ist keine effektive Plattformregulierung.

Das ist im Jahr 2020 bedauerlich. Die Problematik der Verschwörungstheorien, des Hate Speech und der gezielten Untergrabung des Vertrauens in unsere Demokratie durch Desinformationskampagnen verschwindet nicht von alleine. Sie nimmt weiter zu. Die Bundesregierung muss sich auf EU-Ebene für eine einheitliche und effektive Plattformregulierung einsetzen. Der angekündigte Digital Services Act und auch der deutsche Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft sind Chancen, die nicht ungenutzt bleiben sollten.

Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit ging die Bundestagsrede zu Protokoll. Sie finden diese im Protokoll in der Anlage 12. https://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/19/19170.pdf

Studien bestätigen Forderungen der Grünen zur Plattformregulierung
Bild-Lizenz: CC 0 (Pixabay)

Studien bestätigen Forderungen der Grünen zur Plattformregulierung

Zu den heute veröffentlichten Studien von Algorithmwatch und der Uni Mainz zur Regulierung von Informationsintermediären erkläre ich als medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

“Die Studienergebnisse bestätigen unsere politischen Forderungen zur straf- und medienrechtlichen Plattformregulierung. Komplexe Entscheidungen darüber, ob einzelne Inhalte in Sozialen Medien grundrechtswidrig sind oder noch unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen, können nicht algorithmischen Systemen alleine überlassen werden. Diese schwierigen Abwägungen dürfen wir auch nicht gewinnorientierten Plattformbetreibern überlassen. Facebook löscht nach dem NetzDG 640.000 Inhalte pro Jahr wegen Hassrede, von denen jedoch schätzungsweise nur etwa die Hälfte strafrechtlich relevant sind. Wenn aber legale Inhalte gelöscht werden, ist das ein Eingriff in die Meinungsfreiheit. Deshalb fordern wir Weiter lesen

Fachgespräch: Sicherung der Meinungsvielfalt als medienrechtlicher Aspekt der Plattformregulierung
Bildlizenz: CC BY-ND-NC 4.0 (Margit Stumpp MdB)

Fachgespräch: Sicherung der Meinungsvielfalt als medienrechtlicher Aspekt der Plattformregulierung

Veranstaltungsbericht über das Fachgespräch “Sicherung der Meinungsvielfalt als medienrechtlicher Aspekt der Plattformregulierung” der grünen Bundestagsfraktion vom 29. November 2019 Weiter lesen

Pressestatement: Neuer Medienstaatsvertrag schafft endlich Grundlage zur Regulierung von Online-Plattformen
Bildlizenz: CC 0 (Pixabay)

Pressestatement: Neuer Medienstaatsvertrag schafft endlich Grundlage zur Regulierung von Online-Plattformen

Zum heutigen Beschluss des Medienstaatsvertrags durch die Ministerpräsident*innen der Bundesländer erklärt Margit Stumpp, medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

“Es ist höchste Zeit, dass mit dem Medienstaatsvertrag nun endlich eine medienrechtliche Grundlage geschaffen wird, um die großen Online-Plattformen wie Google, Facebook und YouTube zu regulieren. Weiter lesen

Pressestatement zum Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung 2018
Quelle: Pixabay (CC 0)

Pressestatement zum Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung 2018

Zum morgen im Bundestag zu debattierenden Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung 2018 erklärt Margit Stumpp, medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

“Der Bericht ist Ausdruck einer mut- und ideenlosen Medienpolitik der Bundesregierung, die demokratiegefährdenden Entwicklungen wie der abnehmenden regionalen Medienvielfalt oder der stetig wachsenden Meinungsmacht digitaler Plattformen nichts entgegenzusetzen hat.

Weiter lesen

Mit Jahren Verspätung: Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung
Quelle: Margit Stumpp MdB

Mit Jahren Verspätung: Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung

Mit Jahren Verspätung und nach mehreren Mahnungen unserer Fraktionsgeschäftsführung und des Bundestagspräsidenten hat die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) endlich den Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung veröffentlicht. Die Regierung ist verpflichtet, den Bundestag mit diesem Bericht im regelmäßigen Abstand von vier Jahren über die Entwicklung der Informationsgesellschaft zu informieren. In je einem politischen und einem wissenschaftlichen Teilbericht sollen die Fortschritte bei der Verwirklichung einer zukunftsfähigen Medien- und Kommunikationsordnung festgehalten werden. Während der wissenschaftliche Teilbericht vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg (seit 2019 Leibniz-Institut für Medienforschung) das letzte Mal 2017 veröffentlichtet wurde, erschien heute der politische Teilbericht der für die Medienpolitik zuständigen Staatsministerin Monika Grütters mit sieben Jahren Verspätung. Als Begründung für die verschleppte Berichterstattung führt die BKM als Argument an, dass sich das Parlament in Form der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft” (2010-2013) selbst mit dem Thema befasst habe. Deshalb habe sie 2012 auf die Veröffentlichung des Berichts verzichtet. Für uns Parlamentarierinnen und Parlamentarier gilt dieses Argument nicht, weil die BKM als verantwortliche Regierungsinstitution eine andere Rolle als das Parlament inne hat und die medienpolitischen Perspektiven beider Akteure wichtig sind. Das Vorgehen steht plakativ für die Medienpolitik der GroKo. Grütters macht sich bei der Medienpolitik einen schlanken Fuß.

Noch enttäuschender ist der Medien- und Kommunikationsbericht, wenn man sich den Inhalt anschaut. Anstatt konkrete Maßnahmen oder Vorschlägen, sind vor allem Feststellungen zu lesen, die auch nicht zum ersten Mal festgestellt wurden. Folgende drei Absichtsbekundungen ragen heraus:

  1. Es sollen effektivere Maßnahmen in Bezug auf Hassrede, Desinformation und Cyber-Mobbing in Sozialen Netzwerken ergriffen werden.
  2. Ein offener Zugang zu öffentlicher Kommunikation soll sichergestellt werden.
  3. Die Auftragsdefinition der öffentlich-rechtlichen Medien soll zeitgemäß weiterentwickelt werden.

Die Bundesregierung bleibt bei ihrer klaren Position hinsichtlich der Koppelung der Nutzung kostenloser Online-Dienste mit der Einwilligung in Tracking. Sie findet, dass Tracking von Online-Anbietern ohne Einwilligung der Nutzer*innen legitim ist und stellt sich damit gegen das EU-Parlament.

Das größte Versäumnis der Bundesregierung ist sicher die unterlassene Regulierung von Online-Medien. Mit Facebook, Twitter und YouTube sind über die Jahre privatrechtliche Strukturen entstanden, innerhalb derer öffentliche Debatten geführt werden. Die technische Entwicklung hat zur Monopolstellung dieser Anbieter geführt und die politische Regulierung hinkt hinterher. Insbesondere das Medienkonzentrationsrecht hätte dem mithilfe einer neuen Definition von Medien längst Einhalt gebieten können.

Abschließend lässt sich festhalten, dass der Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung nicht gerade zukunftsfroh stimmt. Umso mehr werden wir aus der Opposition heraus auf die dringende Weiterentwicklung hin zu einer zeitgemäßen Medienpolitik drängen.

 

Googles Milliardenstrafe ist eine gute Nachricht für Smartphone-Nutzer in Europa

Googles Milliardenstrafe ist eine gute Nachricht für Smartphone-Nutzer in Europa

Die EU-Kommission hat heute eine Rekordstrafe in Höhe von 4,3 Milliarden Euro gegen den Internetkonzern Google verhängt. Das US-Unternehmen zwingt mit seiner dominanten Stellung Smartphone-Hersteller wie Samsung und Huawei, die Googles Betriebssystem Android nutzen, zur Vorinstallation von Google-Diensten wie die Google-Suche oder den Internet-Browser Chrome. So versucht Google, die eigene marktbeherrschende Stellung weiter zu festigen. Weiter lesen