Meine Bundestagsrede zur MINT-Bildung
Bildlizenz: Pixabay CC 0

Meine Bundestagsrede zur MINT-Bildung

Im Bundestag haben wir heute über eine Stärkung der MINT-Bildung debattiert. Als Ingenieurin kann ich dabei auch einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, was jedoch nicht immer positive Erfahrungen waren und sind. Aber seht selbst:


Zentrale Aussagen sind:

“Studien zeigen, dass sich seit Jahren der Anteil weiblicher Beschäftigter in der Digitalbranche kaum verändert hat und bei einem Drittel auf niedrigem Niveau stagniert. So lange unsere Gesellschaft weiterhin fest in Rollenstereotypen verhaftet ist, was „Frau und Technik“ angeht, gibt es für Mädchen besonderen Zugangshürden.

Meine Erfahrungen aus dem Engagement als Ingenieurin für mehr Interesse von Frauen an MINT-Berufen zeigen: Die inzwischen zahlreichen Initiativen sprechen Mädchen und Frauen durchaus an, oft scheitert eine endgültige Entscheidung für einen entsprechenden Beruf oder Studiengang jedoch an den tief verankerten und verbreiteten Rollenstereotypen. Viele Mädchen und Frauen müssen ihrem Umfeld erklären oder sich gar dafür rechtfertigen müssen, dass sie einen MINT-Beruf ergreifen.

Und nicht zu vergessen, was alles zu MINT gehört: vom Kreativpotential der Kunst über Bildung für nachhaltige Entwicklung bis hin zum Kochen. Daher brauchen wir mehr Kreativräume in den Schulen, damit den Kindern die Freude am Experimentieren und Erkunden erhalten bleibt. Da gibt es viele gute Beispiele, gerade auch in meinem Wahlkreis. Das Werkgymnasium ist als „Heidenheimer-Modell“ seit fast 50 Jahren etabliert, aber immer noch nur Modell. Die Juniorakademie und das Explorhino sind als außerschulische Lernorte Erfolgsmodelle und natürlich leistet das „Haus der kleine Forscher“ exzellente Arbeit, auch in der Fortbildung.”


Die vollständige Debatte ist in der Mediathek des Bundestages abrufbar,

Breites Onlineangebot zum Girls’ Day
Bildlizenz: CC 0 (Pixabay)

Breites Onlineangebot zum Girls’ Day

Zum heutigen digitalen Girls’ Day erklärt Margit Stumpp, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen/Heidenheim:

„Der diesjährige Girls‘ Day steht unter ganz besonderen Vorzeichen. Im Netz finden sich viele kreative Angebote der Tech-Branche, spannende Experimente für zuhause und Onlinekurse. Doch kann der heutige Girls‘ Day nur ein Mosaikstein sein, um Frauen und Mädchen für MINT zu begeistern. Ein einzelner Tag kann das Bewusstsein der Teilnehmerinnen im besten Fall erweitern, für eine wirkliche Trendumkehr ist er sicherlich nicht ausreichend. Trotzdem eröffnet der Girls‘ Day oft den ersten Blick auf eine „andere Welt“ mit interessanten Perspektiven, dies zeigt meine eigene Erfahrung als langjährige Organisatorin. Wir wissen, dass Mädchen genau so wie Jungen vor der Pubertät ein gleich hohes Interesse an technischen Themen haben. Das heißt, wir sollten Mädchen auf vielen Kanälen gezielt früh ansprechen und für Technik begeistern. Weiter lesen

Frauen in MINT-Berufen
Lizenz: CC 0 (Pixabay)

Frauen in MINT-Berufen

Der MINT-Frühjahrsreport 2019 zeigt einmal mehr den problematischen Mangel von Frauen in den MINT-Berufen. Hierzu erklärt Margit Stumpp, bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Es ist bedauerlich, dass sich in den letzten zehn Jahren der Anteil weiblicher Beschäftigter in der Digitalbranche kaum verändert hat und bei einem Drittel auf niedrigem Niveau stagniert. Bei den Gründer*innen sind gar nur 11% weiblich.

Der Girls Day kann nur ein Mosaikstein sein, um Frauen und Mädchen für MINT zu begeistern. Ein einzelner Tag kann das Bewusstsein der Teilnehmerinnen im besten Fall erweitern, für eine wirklich Trendumkehr ist er sicherlich nicht ausreichend. Trotzdem eröffnet der Girls Day oft den ersten Blick auf eine „andere Welt“ mit interessanten Perspektiven, dies zeigt meine eigene Erfahrung als langjährige Organisatorin.

Wir wissen, dass Mädchen vor der Pubertät ein gleich hohes Interesse an technischen Themen haben. Das heißt, wir sollten Mädchen auf vielen Kanälen gezielt früh ansprechen und für Technik begeistern.

Darüber hinaus braucht es mehr Vorbilder für Frauen im MINT-Sektor, eine kritische Reflektion von Geschlechtersterotypen bei Pädagog*innen und in der Berufsorientierung, gezielte Mentoringprogramme für junge Frauen oder auch Frauennetzwerke, um Erfahrungen auszutauschen. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin hat beispielsweise auch gute Erfahrungen mit technischen Studiengängen nur für Frauen gemacht. Viele der Absolventinnen haben nach dem Bachelor in gemischten Masterstudiengängen weiterstudiert.

Die Erfahrung aus meinem Engagement als Ingenieurin für mehr Interesse von Frauen für die attraktiven MINT-Berufe zeigt: Die inzwischen zahlreichen Initiativen sprechen Mädchen und Frauen durchaus an, oft scheitert eine endgültige Entscheidung für einen entsprechenden Beruf an den tief verankerten und verbreiteten Rollenstereotypen. Es ist eine nicht zu unterschätzende Hürde, wenn Mädchen und Frauen in ihrem Umfeld erklären oder sich gar dafür rechtfertigen müssen, dass sie einen MINT-Beruf ergreifen.

So lange es den politischen Wille nicht gibt, diese Rollenbilder aufzubrechen, u.A. weil Fachkräfte auch in typischen Frauenberufen inzwischen Mangelware sind, wird sich am geringen Frauenanteil in den MINT-Berufen nichts ändern.

Mit dem MINT-Frühjahrsreport hat sich ebenso die Westdeutsche Allgemeine Zeitung umfassend befasst.