Statement zur Leo-Studie: Stärkung der Sprachbildung ab der Kita verbessern

Statement zur Leo-Studie: Stärkung der Sprachbildung ab der Kita verbessern

6,2 Millionen Menschen in Deutschland sind funktionale Analphabeten. Das heißt diese Menschen können nicht gut genug lesen und schreiben, um am öffentlichen Leben teilzuhaben. Das ist das Ergebnis der Leo-Studie zur Literalität von Erwachsenen der Universität Hamburg. 

Dazu erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik der Grünen Bundestagsfraktion: 

“Es ist eine erfreuliche Nachricht, dass die Zahl der funktionalen Analphabeten abnimmt. Nichtsdestotrotz sind 6,2 Millionen Menschen mit Teilhabeeinschränkungen 6,2 Millionen zu viel.

Dabei ist augenscheinlich, dass Bildungsarmut in Deutschland weiterhin vererbt wird. Dies schränkt die sozialen, kulturellen, politischen und ökonomischen Teilhabechancen der betroffenen Personen enorm ein. Auch die negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen etwa über Transferleistungen und soziale Spaltung sind offensichtlich. Das sollten wir uns nicht länger leisten. Verstärkte Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen ermöglichen die (Re-)Integration auf dem Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft. Ein wesentlicher Ansatzpunkt ist meiner Ansicht nach die Stärkung der Sprachbildung von Anfang an, also bereits in der Kita, um bereits am Beginn der Bildungsbiografie möglichen Benachteiligungen entgegenzuwirken.

Die Leo-Studie zeigt Erfolge über gute Selbstlernangebote oder die Ansprache über social media. Diese Erkenntnisse sollten genutzt werden, um quantitative und qualitative Verbesserungen zu erreichen und in die Breite zu tragen. Das Schicksal der besagten 6,2 Millionen Menschen sollte nicht am Geld scheitern.”

Das Statement wurde unter anderem aufgegriffen von der Märkischen Oderzeitung, dem Schwäbische Tagblatt, dem Neuen Deutschland (€) und der Deutschen Welle (englisch).

Statement zu Grundgesetzänderung und Digitalpakt Schule

Statement zu Grundgesetzänderung und Digitalpakt Schule

Der Digitalpakt Schule bleibt ein Papiertiger. Seit fast drei Jahren warten die Schulen auf die versprochenen Milliarden aus Berlin für die digitale Ausstattung. Doch der Prozess zieht sich immer weiter, weil die Bundesregierung dafür das Grundgesetz ändern will und die dafür notwendige 2/3-Mehrheit im Bundestag nicht zustande bekommt. Erst kurz vor der Abstimmung wurde das Gespräch mit uns gesucht, bisher ohne wirkliche Angebote.

Gegenüber der Presse habe ich dazu erklärt:

„Außer vielen Ankündigungen bleibt bei Frau Karliczek unterm Strich nichts übrig. Sie hatte den Digitalpakt Schule mit oberster Priorität versehen und den Schulen Geld ab Januar 2019 versprochen. Das wird augenscheinlich nicht funktionieren, weil die Bundesregierung sich erst jetzt zu Gesprächen mit der Opposition durchringen konnte, um eine verfassungsändernde Mehrheit zu organisieren. Warum so spät!?

Unsere Haltung bleibt hier klar: Wir wollen nicht, dass die Finanzmittel für die Bildungsinfrastruktur zeitlich beschränkt und degressiv sein müssen. Wir wollen das Kooperationsverbot abschaffen, damit Bund und Länder endlich gemeinsam dauerhaft und nachhaltig Bildung finanzieren. Bildung ist unsere einzige Ressource. Die Bundesregierung darf sich nicht länger hinter dem Kooperationsverbot verstecken, sondern muss endlich ihren Teil dieser wichtigen Zukunftsinvestition leisten. Sonntagsreden dazu haben wir genug gehört, jetzt gilt es, endlich entschlossen anzupacken.“

Mein Statement wurde unter anderem von der Lausitzer RundschauMärkischen Oderzeitung und von dem Bildungs-Blogger Jan-Martin Wiarda aufgegriffen.