Besser spät als nie – neue Wege für den Bildungsföderalismus
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Besser spät als nie – neue Wege für den Bildungsföderalismus

Zur heutigen Pressekonferenz zur Digitalisierung der Schulen von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und KMK-Präsidentin Stephanie Hubig erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen/Heidenheim:

“Die Mittel des Digitalpakts tröpfeln weiter nur langsam, von einem Schub kann noch immer nicht gesprochen werden. Zwar verschaffen die Zusatzvereinbarungen – Schüler*innentablets, Lehrerlaptops und IT-Support – etwas Luft, lösen aber das Problem des dysfunktionalen Bildungsföderalismus nicht. Daher freut es mich, dass nun auch die KMK-Präsidentin diesen Missstand diagnostiziert und sich für eine Verstetigung des Digitalpakts ausspricht. Diese Haltung teile ich und freue mich auf die Vorschläge der KMK, den Bildungsföderalismus moderner und leistungsfähiger zu gestalten, u.A. damit dies auch umsetzbar wird. Dieser Diskussion werden wir uns mit Sicherheit nicht verweigern.”

Pressemitteilung: Rede von Margit Stumpp morgen im Bundestag zur Digitalisierung der Bildung
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Pressemitteilung: Rede von Margit Stumpp morgen im Bundestag zur Digitalisierung der Bildung

Am Freitag, den 18.09.2020 wird Margit Stumpp ab 11:00 Uhr als bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag zur Digitalisierung der Bildung Reden:

“Die Studienlage ist mittlerweile klar: Die Schulen sind auf virtuellen Unterricht nicht vorbereitet, nur ein Bruchteil der Schüler*innen wird digital erreicht und von der Erteilung virtuellen Unterrichts sind wir in Deutschland meilenweit entfernt. Es ist ein Skandal, dass sich daran nichts ändert.

Die Koalition kündigt nach Wochen millionenschwere Pakete für Endgeräte an, statt vom Anfang her zu denken. Was nützen Endgeräte dort, wo noch nicht mal der Anfang gemacht ist. Schulen, die weder über einen Breitbandanschluss verfügen noch über eine taugliche Hardware, geschweige denn über ein Lernmanagementsystem, ist alleine mit Tablets für Schüler*innen nicht geholfen.

Jede Schule braucht jetzt endlich ein technisches Fundament: Breitbandanschluss, WLAN-Ausleuchtung, Endgeräte für Lehrkräfte und professionelle Administration. Jede Schule braucht ein organisatorisches Fundament: Mailadressen, Anwendungen, Videokommunikation, ein Lernmanagementsystem und Cloudzugang. Und Lehrkräfte brauchen schnell ein pädagogisches Fundament durch Aus- und Weiterbildung.

Alle Beteiligten brauchen Unterstützung bei der Auswahl von Hard- und Software. Das kann eine gute Begleitung und eine Bundeszentrale für digitale- und Medienbildung leisten, wie ich sie schon vor der Krise vorgeschlagen habe.” (Vgl. Hierzu: https://margit-stumpp.de/allgemein/bundeszentrale-fur-digitale-und-medienbildung/)

Für die Debatte sind 30 min. eingeplant. Sie beginnt laut Tagesordnung am Freitag, den 18.09.2020 um 11:00 Uhr.

zum Livestream: https://www.bundestag.de/

PM: Der Mittelabfluss beim Digitalpakt ist beschämend
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PM: Der Mittelabfluss beim Digitalpakt ist beschämend

Zum schleppenden Mittelabfluss beim Digitalpakt erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen:

“Der Mittelabfluss beim Digitalpakt ist beschämend. Dies gilt besonders vor dem Hintergrund der langen Vorlaufzeit, dem augenscheinlich immensen Bedarf auch schon vor Corona und der Notwendigkeit, hybride Unterrichtsformen jetzt bereit umsetzen zu können. Schulen brauchen jetzt schnellstmöglich eine digitale Grundausstattung – völlig unabhängig vom Digitalpakt – also ein technisches, organisatorisches und pädagogisches Fundament. Der Digitalpakt wird nicht ausreichen, die Schulen krisen- und zukunftsfest zu machen.”

Wir brauchen eine Humanisierung des digitalen sprachlichen Miteinanders.
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Wir brauchen eine Humanisierung des digitalen sprachlichen Miteinanders.

Schüler*innen müssen nicht nur lernen, kompetent und kreativ mit Programmen umzugehen, sondern auch digitale Kommunikation zu bewerten und eine demokratische Online-Kultur zu gestalten. Darum setzt das Projekt DigiBitS – Digitale Bildung trifft Schule im Jahresprogramm 2020/21 den Schwerpunkt Schule gegen Hate Speech – Für mehr Fairness im Netz. Gerne fungiere ich als Fürsprecher*in von Schule gegen Hate Speech – Für mehr Fairness im Netz mit folgendem Statement:

“Auch in der digitalen Kommunikation ist das Gegenüber kein Feind und Worte und Bilder sind keine Waffen. Besinnen wir uns auf Respekt und fairen Umgang miteinander. Denn es ist höchste Zeit, dem Hass im Netz entschlossen zu begegnen, und zwar mit allem, was unseren demokratischen Rechtsstaat ausmacht.

Langfristig ist die Investition in Medienkompetenz die wirksamste Präventivmaßnahme gegen Hassrede. Zur digitalen Bildung gehört vielerlei: die Fähigkeit, digitale Anwendungen zu nutzen, das technische Wissen um die Funktionsweisen digitaler Technologien sowie die Reflektion darüber, welche Auswirkungen digitale Technologien z. B. auf Alltag, Gesundheit und Gesellschaft haben. Je kompetenter junge Menschen mit digitalen Medien umgehen, desto sicherer und souveräner bewegen sie sich im Netz. Kinder von klein auf beim Erwerb von digitalen und Medienkompetenzen zu unterstützen ist deshalb eine wichtige Gemeinschaftsaufgabe von Eltern, Kitas, Schulen und der Jugendhilfe.

Wichtig ist, dass pädagogische Fachkräfte und alle Interessierten hier eine bessere Orientierung erhalten und dafür qualitätsgesicherte Angebote zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit den Ländern will die Grüne Bundestagsfraktion deshalb in Anlehnung an die Bundeszentrale für politische Bildung eine „Zentrale für digitale und Medienbildung“ voranbringen, die als unabhängige Plattform bestehende Angebote prüft, bündelt, bekannt macht und Orientierung bietet.

Kurzfristig ist unser aller Vorbildfunktion von eminenter Bedeutung. Seien wir achtsam. Der nächste Wahlkampf bietet Gelegenheit zu verbaler Deeskalation im Sinne politischer Sprachkultur. Denn: Hass ist keine Meinung. Beleidigungen und Lügen kein Debattenbeitrag.”

Die Kampagnenseite finden Sie unter: www.digibits.de

Gastkommentar in der taz: Schulen krisenfest machen – digital und chancengerecht
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Gastkommentar in der taz: Schulen krisenfest machen – digital und chancengerecht

In einem Gastkommentar für die tageszeitung taz habe ich meine Ideen für Lehren aus Corona für die Bildungspolitik skizziert:

“Überforderte Schüler*innen, frustrierte Eltern und Schulen in der Kreidezeit: Schulen zeigen sich gerade als wenig krisenfest. Warum? Erstens sind die Schulen auf die ad-hoc-Digitalisierung nicht vorbereitet. Zweitens sind viele Gebäude marode; 43 Milliarden Euro beträgt der Investitionsstau. Und drittens verschärft jeder Tag der Schulschließung die soziale Schieflage. Der Bildungsföderalismus ist ungerecht, weil er die Lasten sind nicht fair zwischen den föderalen Ebenen verteilt. Also wollen wir ihn modernisieren, die Bildung nachhaltig digitalisieren und wirkliche Bildungsgerechtigkeit herstellen.

Ein wichtiger Schritt wäre eine digitale Grundausstattung für alle Schulen, mit professioneller Unterstützung bei Schulentwicklung, IT-Support und Datenschutz. Mit einer Bundeszentrale für digitale und Medienbildung wollen wir ein niederschwelliges Angebot schaffen, damit Lehrkräfte schnell Orientierung und geeignete Angebote finden. Diese sind unabhängig, auf Qualität geprüft und frei zugänglich. Und der Digitalpakt, der nicht aus dem Startblock kommt, muss jetzt so flexibilisiert werden, dass Schulen schnell Schulclouds aufrüsten oder Lernsysteme etablieren können.

Wir brauchen endlich einen Fokus auf Chancengerechtigkeit, um ungleiche Startchancen auszugleichen, etwa mithilfe eines Aufholprogramms für Schulen in benachteiligten Kiezen mit zusätzlichen Ressourcen und multiprofessionelle Teams. Ungleiche Startchancen lassen sich besser ausgleichen, wenn Kinder und Jugendliche länger gemeinsam lernen, deswegen sollte geprüft werden, Halbtags- in Ganztagsschulen umzuwandeln. Daher muss der angekündigte Rechtsanspruch auf Ganztag im Grundschulalter zügig und mit hohen Qualitätsstandards umgesetzt werden. Klar, dass auch hier die Lasten fair zwischen Bund, Ländern und Kommunen aufgeteilt werden müssen.

Also: Machen wir die Schulen endlich fit für die Zukunft und sorgen wir für beste Bildungschancen. Dafür müssen Bund, Länder und Kommunen (endlich) an einem Strang ziehen. Fangen wir an!”

Der Kommentar findet sich auch auf der Website der taz.

GI-Webinar: Die Bildungsungerechtigkeit durch den digital Gap muss ausgeglichen werden
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GI-Webinar: Die Bildungsungerechtigkeit durch den digital Gap muss ausgeglichen werden

Bereits Anfang Mai diskutierte ich mit  Vertreterinnen und Vertretern aus der Bildungs- und Digitalpolitik, der Schulpraxis und der Wissenschaft erste Lehren und Erkenntnisse, aus der Corona-Krise für das Bildungs- und insbesondere das Schulsystem auf Einladung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI). Die Diskussionsrunde wurde aufgezeichnet und ist auf
dem Youtube-Kanal der Gesellschaft für Informatik nachzusehen und -zuhören.

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Zu Gast in der SWR-Sendung “mal ehrlich…Schule in der Krise!”

Zu Gast in der SWR-Sendung “mal ehrlich…Schule in der Krise!”

Gestern habe ich mit Moderator Florian Weber und seinen Gästen im SWR Bürgertalk über die pandemiebedinge Schulkrise diskutiert. In der Sendung “mal ehrlich…Schule in der Krise!” konnte ich meine Ideen für einen modernen Bildungsföderalismus und die notwendige digitale Grundausstattung für alle Schulen erläutern.

HIER geht es zur Aufzeichnung der Talkshow in der ARD-Mediathek.

Interview zu digitaler Bildung für lehrer-news.de
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Interview zu digitaler Bildung für lehrer-news.de

Dieses Interview wurde am 27. April 2020 auf lehrer-news.de veröffentlicht.

Guten Morgen Frau Stumpp,

Frau Stumpp, Sie haben einen Antrag zur Schaffung einer “Bundeszentrale für digitale und Medienbildung” gestellt. Was ist Ihr Beweggrund hierfür und was möchten Sie damit erreichen?

Ich spann einfach mal den Hintergrund auf. Ich selber bin Ingenieurin und war 25 Jahre lang an einer technischen Schule in Heidenheim als Berufsschullehrerin tätig, nachdem ich aus der Elektronikentwicklung in den Schuldienst gewechselt bin. Und da habe ich über 20 Jahre lang eine Außenstelle netzwerktechnisch betreut und bin auch in der Lehrer*innen Fortbildung tätig gewesen. Ich gehörte zu den ersten Multimedia Netzwerk Beraterinnen, die um die Jahrtausendwende in Baden-Württemberg ausgebildet wurde und hab dann eben auch die Kolleg*innen betreut und Lehrerfortbildungen gemacht, aber auch Schulleitungsfortbildungen. Die Digitalisierung in den Schulen gibt es ja eigentlich schon fast 40 Jahre. Weiter lesen

Pressestatement zum KMK-Beschluss über den Schulunterricht
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Pressestatement zum KMK-Beschluss über den Schulunterricht

Margit Stumpp, bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Bundestagabgeordnete für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim, erklärt zum heutigen Beschluss der Kultusministerkonferenz zum Schulunterricht:

“Spätenstens jetzt, wo klar ist, dass es vor den Sommerferien keinen Regelunterricht mehr geben wird, muss dafür gesorgt werden, dass alle Schulen eine digitale Grundausstattung bekommen. Das muss sowohl die Technik als auch die Organisation und Pädagogik beinhalten. Daneben müssen wir sicherstellen, dass der digitale Heimunterricht die Bildungsungerechtigkeit nicht vergrößert, d.h. Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf müssen zuerst wieder in die Schule können, brauchen geeignete Endgeräte und mehr Unterstützung für das Lernen zu Hause. Die Coronakrise darf nicht zur Bildungskrise werden.”

Über dieses Pressestatement berichten u. a. Riffreporter und News 4 Teachers.

Erfolgreiches Webinar zu digitaler Bildung – Danke für die angeregte Diskussion
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Erfolgreiches Webinar zu digitaler Bildung – Danke für die angeregte Diskussion

In Pandemiezeiten fallen leider auch längst geplante Termine im Wahlkreis aus, wie etwas Diskussionen zur Digitalisierung in der Schule, eines meiner Herzensthemen und ein Schwerpunkt meiner Arbeit in Berlin. Aus diesem Grund habe ich zum Webinar “Digitale Bildung” eingeladen und mich sehr gefreut, dass sich fast 70 Interessierte eingewählt und mit diskutiert haben.

Zu Beginn habe ich einen kleinen Parforceritt unternommen und in meinem Eingangsvortrag das Thema umrissen. Dabei ging es um: Weiter lesen