Pressemitteilung: Anne Frank mahnt uns zu “Nie wieder!”
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Pressemitteilung: Anne Frank mahnt uns zu “Nie wieder!”

Zum morgigen Anne-Frank-Tag erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik gemeinsam mit Filiz Polat, Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik:

„Der Geburtstag von Anne Frank fällt in diesem Jahr mit weltweiten Demonstrationen der „Black Lives Matter“-Bewegung zusammen, die längst nicht mehr nur in den USA stattfinden. Auch und gerade wir in Deutschland müssen rassistische Diskriminierung erkennen und Ausgrenzung vorbeugen. Dabei spielt Bildung eine entscheidende Rolle. In einer insgesamt rassismuskritischen Bildung muss neben dem Rassismus der Nazis gerade auch der Kolonialismus zum Thema gemacht werden.
Hier gilt es beispielsweise das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit bereits bundesweit über 3.000 Schulen zu stärken. Weiter lesen

Mein Gastbeitrag im Tagesspiegel Background: “Ihr habt es in der Hand!”
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Mein Gastbeitrag im Tagesspiegel Background: “Ihr habt es in der Hand!”

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Im “Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI” konnte ich meinen Standpunkt für einen modern Bildungsföderalismus und Lehren aus Corona formulieren:

Die Regierungspartei CDU stellt große Thesen für die digitale Zukunft des Staates auf. Warum herrschen an den Schulen dann trotzdem Frust und digitale Ödnis, fragt sich Margit Stumpp, die bildungspolitische Sprecherin der Grünen und fordert einen modernen Bildungsföderalismus. Aus dem Kooperationsverbot müsse ein Gebot werden.

Digitale Lernsysteme brechen zusammen, Schulclouds ächzen unter dem Ansturm, mancher Unterricht wird per Videokonferenz versucht, Kopierer leisten Überstunden, Schülerinnen und Schüler sind überfordert oder werden gar abgehängt und viele Eltern sind frustriert: So sieht vielerorts der aktuelle Schulalltag aus. Es rächt sich gerade bitter, dass die Schulen noch lange nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind. Das hat viele Gründe: Weiter lesen

#digitalvscorona-Webinar: Digitalisierung der Bildung – Chancen und Herausforderungen des pandemiebedingten Digitalisierungsschubs

#digitalvscorona-Webinar: Digitalisierung der Bildung – Chancen und Herausforderungen des pandemiebedingten Digitalisierungsschubs

Die Corona-Pandemie stellt die Bildungslandschaft vor große Herausforderung, bietet aber auch Chancen. Mithilfe digitaler Werkzeuge können Homeschooling realisiert und auf Dauer neue Möglichkeiten etabliert werden. Doch sehen wir große Unterschiede zwischen den Schulen und die Gefahr zunehmender Bildungsungerechtigkeit.

Mit ihren drei Gästen habe ich über die Chancen und Herausforderungen des pandemiebedingten Digitalisierungsschubs an unseren Schulen diskutiert. Dabei waren

  • Doro Moritz, GEW-Landesvorsitzende Baden-Württemberg
  • Thomas Speck, Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg und
  • Usamah Hammoud, ehemaliger Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz

Hier die Aufzeichnung des Webinars:

Die Diskussion orientierte sich an zuvor eingesandten und per twitter gestellten Fragen. Die zentralen Themen waren

  • die Rolle der Lehrkräfte und welche Unterstützung sie benötigen:
    • Ausstattung mit Endgeräten
    • Positivlisten mit geeigneter Software
    • Fort- und Weiterbildung mit Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausgangsniveaus
    • digitale Grundausstattung aller Schulen
    • Anlaufstellen wie eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung
    • mehr digitalpädagogische Kompetenzen
  • den Umgang mit unterschiedlichen Lernniveaus in den Klassen:
    • Differenzierung sowohl analog als auch digital
    • gezielte Förderung auch in den anstehenden Sommerferien
    • Bildungsgerechtigkeit bedarf aktuell noch größerer Anstrengungen
  • Länder, die es besser machen und weiter sind, z.B. Singapur
  • Kooperationsverbot und Bildungsföderalismus
    • mehr Ressourcen müssen ins System – Ziel von 7% der BIP noch immer nicht erreicht, weiterhin sind Bildungsinvestitionen unter dem OECD-Durchschnitt
    • deutscher Bildungsföderalismus scheint nicht sonderlich leistungsfähig zu sein
  • positive Szenarien für die Schulbildung
    • Krise als Chance nutzen: digitaler Fortschritt, Zusammenhalt, Engagement, mehr Geld, moderner Bildungsföderalismus
    • Sonntagsreden müssen Taten folgen – Qualitätsstandard der Bildung muss höheren Ansprüchen genügen
Die langsame Digitalisierung der Schulen bleibt größte Baustelle

Die langsame Digitalisierung der Schulen bleibt größte Baustelle

Zur heute vorgestellten Bitkom-Studie zur Digitalisierung an Schulen erklärt Margit Stumpp:

“Manchmal sollte man einfach auf die hören, die am nächsten an einer Sache dran sind; in der Schule sind das Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler. Die haben bereits vor den corona-bedingten Schulschließungen verlautbart, dass die langsame Digitalisierung eine der größten Baustellen in den Schulen ist. Inzwischen sehen wir sehr deutlich, wie recht sie haben. Und selbst die KMK-Präsidentin konstatiert richtigerweise, dass “noch viel Luft nach oben” sei.

Die Corona-Krise wirkt ein Katalysator für die Digitalisierung in der Bildung. Diesen Schub müssen wir nutzen und gestalten: Die Digitalpaktmilliarden sollten sowohl für Lerninhalte als auch für IT-Personal an den Schulen genutzt werden können, der Digitalpakt muss zwingend als Digitalpakt+ verstetigt werden, benachteiligte Kinder und Jugendliche brauchen besondere Unterstützung, damit die Bildungsgerechtigkeit endlich voran kommt und wir brauchen eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung, die Lehrkräften bei ihrer Unterrichtsgestaltung hilft.”

(https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Schueler-wuenschen-sich-digitale-Schulen

Pressestatement: Bildung bleibt chronisch unterfinanziert
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Pressestatement: Bildung bleibt chronisch unterfinanziert

Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Bildungsfinanzberichts 2018 des Statistischen Bundesamtes erklärt Margit Stumpp, bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

“Natürlich ist es ein gutes Zeichen, dass die Bildungsausgaben steigen, aber die Lasten bleiben ungleich verteilt: Die Länder stemmen das Zehnfache der Mittel im Vergleich zum Bund. Weiter lesen

Für mehr Qualität und Vergleichbarkeit im Bildungssystem

Für mehr Qualität und Vergleichbarkeit im Bildungssystem

Anlässlich der anhaltenden Diskussion um das sogenannte Zentralabitur erklärt Margit Stumpp als bildungspolitische Sprecherin:

“Wir brauchen dringend mehr Qualität und Vergleichbarkeit im Bildungssystem. Dies ist vor allem eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber den Jugendlichen. Unser Anspruch sind gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land. Dazu gehören gerade auch gerechte und gleichwertige Bildungschancen. Genau dafür haben wir Grüne uns immer stark gemacht – zuletzt bei den Verhandlungen über die Grundgesetzänderung für den Digitalpakt. Zu einem modernen und leistungsfähigen Bildungsföderalismus gehört am Ende auch ein gleichwertiges Abitur.

Für mehr Vergleichbarkeit zu sorgen, fällt in die Zuständigkeit der Kultusministerkonferenz (KMK). Sie muss die Entwicklung vorantreiben, ernsthaft und sofort. Über den Weg dahin kann man streiten. Erforderlich ist ein Prozess, der alle Beteiligte mitnimmt und Akzeptanz schafft.

Die KMK ist gefordert, mögliche weitere Schritte hin zu einem gemeinsamen Abitur zu erörtern. Dies ersetzt aber nicht die notwendigen Schritte, die Bund und Länder davor gemeinsam gehen müssen: Mehr Bildungsinvestitionen für guten Unterricht auf der Höhe der Zeit, gezielte Förderung von Schulen in benachteiligten Stadtteilen und nicht zuletzt einheitliche und transparente Bildungsstandards zwischen den Bundesländern.”

Einen Artikel zur aktuellen Debatte finden Sie hier: https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Gruene-im-Bundestag-fordern-Zentralabitur

Darüber berichtete auch die Neun-Uhr-Tagesschau am 26.07.2019: https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-32451.html

Lehrermangel spitzt sich zu
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Lehrermangel spitzt sich zu

Wie schon in den letzten Jahren fehlen zum Schuljahresbeginn weiterhin tausende Lehrerinnen und Lehrer. Obwohl viele Länder vermehrt auf Quer- und Seiteneinsteiger*innen zurückgreifen, also Personen ohne Lehramtsstudium, ist die Zahl der unbesetzten Stellen laut Deutschem Lehrerverband im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Am stärksten betroffen sind Grund-, Haupt-, Förder- und berufliche Schulen und die alten Bundesländer. Dazu erklärt Margit Stumpp als Sprecherin für Bildungspolitik der grünen Bundestagsfraktion:

“Die Zahlen zu den fehlenden Lehrkräften sind weiterhin alarmierend. Das Problem ist in allen Bundesländern bekannt, jedoch zeigen die bisherigen Versuche, die vakanten Stellen zu besetzten, keine ausreichende Wirkung. Die Folge sind Unterrichtsausfall, größere Klassen und damit verbunden weniger individuelle Förderung und Potentialentfaltung unserer Kinder. Die Zuständigkeit dafür liegt bei den Ländern, die seit Jahren zu wenig Lehrkräfte ausbilden. Hier müssen dringend mehr Anstrengungen unternommen werden, anstelle sich gegenseitig Lehramtsanwärter*innen abzuwerben. Dazu müssen wir auch den Lehrerberuf attraktiver machen: Multiprofessionelle Teams können z.B. Lehrkräfte entlasten, Schüler*innen individuell besser fördern und über Ganztags- und Förderangebote die soziale Kluft verringern. Lehrkräfte sollen sich nicht um kaputte Technik kümmern müssen, sondern sich auf ihre Kernaufgabe konzentrieren können: Guten Unterricht halten und Kinder begleiten. Davon profitieren alle. Aber auch der Bund darf sich nicht hinter dem Bildungsföderalismus verstecken: Bildung als unsere einzige Ressource darf nicht im Kompetenzgerangel der politischen Ebenen zerrieben werden, sondern braucht eine gemeinsame Kraftanstrengung. Der Bund ist hier in der Verantwortung, statt nur in Beton auch in Köpfe und Personal zu investieren. Bund und Länder müssen endlich an einem Strang ziehen für gute Bildung und die Zukunft unserer Kinder.”

Die Pressearbeit zu den fehlenden Lehrkräften wurde vom täglichen Anzeiger aufgenommen.

Deutschland hinkt im Bildungsbereich mit seinen Investitionen zurück
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Deutschland hinkt im Bildungsbereich mit seinen Investitionen zurück

Die EU-Kommission macht im jährlichen Berichtszeugnis erneut deutlich: Deutschland hinkt im Bildungsbereich mit seinen Investitionen zurück und liegt unter dem EU-Durchschnitt. Zurecht fordert Brüssel, dass Deutschland deutlich mehr für Kitas, Schulen und die Lehrerausbildung tun muss. Dass Deutschland bei Bildungsinvestitionen im internationalen Vergleich nicht mithalten kann, ist seit langem bekannt und bestätigt die Ergebnisse der OECD Studie 2018, nach der Deutschlands Bildungsausgaben mit 4,2% des BIP, weit unter dem Mittelwert von 5% liegen.  Es ist unverantwortlich, dass das 7-Prozent-Ziel noch immer in weiter Ferne liegt. Deutschland muss endlich mehr in Bildung investieren, denn gute Bildung wird zukünftig wichtiger denn je. Die kommenden Herausforderungen, wie die Digitalisierung oder der Lehrkräftemangel sind groß, die Veränderungen rasant. Um hier mitzugestalten und unsere heutigen Lebensverhältnisse zu sichern, brauchen wir eine Investitionsoffensive in die Köpfe von morgen. Der Digitalpakt und das Gute-Kita-Gesetz reichen bei weitem nicht aus.