Meine Rede zu Learning Analytics – Natürliche Intelligenz first, KI second!

Meine Rede zu Learning Analytics – Natürliche Intelligenz first, KI second!

Gestern zu später Stunde haben wir im Bundestag über Künstliche Intelligenz in der Schule debattiert. In meiner Rede habe ich deutlich gemacht, dass Learning Analytics im Schutzraum Schule besonderer Regulierung bedarf und die persönliche Beziehung zwischen Lehrkräften und Schüler*innen weiterhin entscheidend sind. Statt überstürzt digitale Lernwerkzeuge in die Schulen zu bringen, müssen erst die Lehr- und Lernbedingungen verbessert werden: Entlastung der Pädagogen mithilfe multiprofessioneller Teams, weniger Verwaltungsaufgaben oder besserer Räumlichkeiten. Für gute Bildung und Chancengerechtigkeit gilt der Grundsatz: Natürliche Intelligenz first, Künstliche Intelligenz second!

Meine Plenumsrede im Video:

Kulturfrequenzen müssen als öffentliches Gut erhalten bleiben
Quelle: Pixabay (CC 0)

Kulturfrequenzen müssen als öffentliches Gut erhalten bleiben

Die Internationale Fernmeldeunion der Vereinten Nationen (ITU) ist zuständig für die Aufteilung und Nutzung von Frequenzbändern. Bei den letzten zwei Weltfunkkonferenzen in den Jahren 2015 und 2017 wurde festgelegt, das Rundfunkspektrum im UHF-Band (Ultra High Frequency) für den Mobilfunk zu öffnen. Durch diese Öffnung wurde gleichzeitig das für drahtlose Produktionsmittel verfügbare Spektrum im Durchschnitt auf weniger als die Hälfte reduziert. Davon ist vor allem die Kultur- und Kreativwirtschaft betroffen: Musiker, Schauspieler und viele weitere Kreativschaffende nutzen allein in Deutschland hunderttausende Funkmikrofone, In-Ear-Systeme, Sprechfunkanlagen und andere Anwendungen.

Im Vorfeld der anstehenden Weltfunkkonferenz vom 28. Oktober bis zum 22. November in Ägypten sind Bestrebungen vereinzelter Akteure erkennbar, auch das für die Kultur- und Kreativwirtschaft wichtige Frequenzband zwischen 470 und 694 MHz an den Mobilfunk zu vergeben. Bisher wird das Band für terrestrisches Fernsehen DVB-T2 HD und drahtlose Produktionsmittel eingesetzt. Bisher gab es eigentlich den Konsens, dieses Band bis 2030 für den Rundfunk und PMSE (Pro­gram­me Ma­king and Spe­ci­al Events = Funkanwendungen des Durchsagefunks und Reportagefunks, Drahtlose Mikrofone, Drahtlose Kameras) erhalten wird. Diese Position ist bisher auch von der Bundesregierung und der EU-Kommission vertreten worden.

Der Netzausbau für schnelles mobiles Internet ist wichtig, darf aber keinesfalls dazu führen, die Kulturfrequenzen weiter zu beschneiden. Gegenüber der Initiative “SOS – Save our Spectrum” der Kultur- und Kreativwirtschaft habe ich deshalb erklärt:

“Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass der Sub-700-Bereich langfristig für Rundfunk und PMSE erhalten bleibt, so wie es der Beschluss der Weltfunkkonferenz 2015 vorsieht. Frequenzen sind ein öffentliches Gut. Wenn das reservierte Spektrum für Funkanwendungen des Durchsage- und Reportagefunks sowie für drahtlose Mikrofone und Kameras nicht ausreicht, muss die Bundesnetzagentur zusätzliche Frequenzen freigeben. Sowohl Rundfunksender und PMSE als auch Netzbetreiber brauchen größtmögliche Planungssicherheit. Wie in anderen Ländern muss auch verstärkt die Vergabe von Allgemeinlizenzen (Wifi Whitespace) erprobt werden. Grundsätzlich halten wir es für sinnvoll, die Frequenzregulierung stärker auf die europäische Ebene zu verlagern.”

Das Statement ist auch HIER auf der Seite der Initiative zu finden.

Grünes Fachgespräch zu Medienvielfalt und gemeinnützigem Journalismus

Grünes Fachgespräch zu Medienvielfalt und gemeinnützigem Journalismus

Auf Einladung der grünen Bundestagsfraktion und auf Initiative von Margit Stumpp als medienpolitische Sprecherin der Fraktion trafen sich gestern über 60 Expert*innen und Interessierte der Medienwelt im Bundestag, um über Medienkonzentration, Medienvielfalt und gemeinnützigen Journalismus zu diskutieren. Horst Röper, Geschäftsführer des Dortmunder Medienforschungsinstituts FORMATT, stellte zu Beginn die aktuelle Lage der Medienkonzentration in Deutschland dar. Demnach bestimmen mittlerweile zehn große Verlagsgruppen mit einem Marktanteil von 60 Prozent den Markt. Besonders problematisch sei die Lage der Medienvielfalt auf lokaler und regionaler Ebene, wobei es darüber keine befriedigende Datenlage gebe. Obwohl die Bundesregierung bereits im Jahr 2012 auf Druck des Ausschusses für Kultur und Medien die Erstellung einer Mediendatenbank zur deutschlandweiten Medienkonzentration im lokalen Bereich in Auftrag gegeben hat, wurde eine solche Datenbank nie Realität. Röper sieht eine Dringlichkeit für eine Stärkung des Zeitungsmarktes durch die öffentliche Hand, wobei auf eine Förderung der redaktionellen Leistungen zu achten sei. Eine Subventionierung der Pressezustellung lehnte er in diesem Zusammenhang als zu ineffizient ab. Darüber hinaus kritisierte der renommierte Medienforscher, dass das Kartellrecht bis heute nicht zur Medienvielfaltssicherung tauge.

Einen spannenden Einblick in die Arbeit einer privatwirtschaftlichen Tageszeitung lieferte Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegels. Als Reaktion auf den digitalen Wandel in der Verlagsbranche und der starken Rückgänge der Werbeeinnahmen sowie einem bis heute stetigen Rückgang der Verkaufszahlen setzt Der Tagesspiegel auf maßgeschneiderte redaktionell aufwendig erstellte Newsletter für bestimmte Fachbereiche, die einen relativ kleinen Kreis von Kunden ca. 150 Euro im Monat je Abonnement kostet. Darüber hinaus verschickt der Chefredakteur jeden Morgen seinen Morgennewsletter Checkpoint an interessierte Leser*innen im monatlichen Abopreis in Höhe von 6,99 Euro. Darüber hinaus werde es ab nächstem Jahr eine Paywall (t-plus) auf der Webseite der Zeitung geben. Maroldt betonte die besondere Konkurrenzsituation in Berlin, wo es mit der Berliner Zeitung und der Morgenpost zwei weitere wichtige Tageszeitungen gebe. Diese Konkurrenz belebe das Geschäft und sei als Korrektiv für die Zeitungen wichtig. Trotz vieler neu umgesetzter Ideen und Formate sei auch der Tagesspiegel noch nicht raus aus der Zeitungskrise, aber es habe sich neues Gestaltungspotenzial freigesetzt.

Auch bei der Tageszeitung (taz) aus Berlin gebe es starke Umstrukturierungen, so Nicola Schwarzmeier, die Leiterin der Abteilung Digitale Transformation. Weil schon heute aufgrund verhältnismäßig gestiegener Zustellungskosten bestimmte Regionen nicht mehr mit der taz beliefert werden können, hat sich die genossenschaftliche Zeitung dazu entschieden, ab dem Jahr 2022 die gedruckte Ausgabe an Wochenendtagen einzustellen. Dieser Einschnitt sei aber ohne Stellenabbau zu schaffen, indem viel Druck- und Lieferkosten gespart werden. Man arbeite darauf hin, bis 2022 zusammengenommen 60.000 zahlende Abonnentinnen und Abonnentinnen der gedruckten Wochenendausgabe, der täglichen ePaper-Ausgabe und der taz-Internetseite zu haben. Glücklicherweise steige die Abonnentenzahl schon heute. Weil die taz ihre Arbeit selbst als gesellschaftlichen Auftrag wahrnehme und Leuten mit wenig Geld auch über 2022 hinaus guten Journalismus aus linker Perspektive online anbieten möchte, habe sie sich gegen eine Paywall auch in der Zukunft entschieden. Dafür gebe es wie schon heute ein freiwilliges Abomodell für die Internetseite, bei dem zwischen drei verschiedenen Preisen gewählt werden kann. Daneben habe die taz kontinuierlich ihre Social Media-Reichweite ausgeweitet und einen Webseiten-Relaunch realisiert. Seit 2018 sei zudem erstmals mit Suchmaschinenoptimierung (SEO) begonnen worden. Auch mit neuen Werbeformaten wie Influencer-Marketing würde experimentiert.

In ihrem anschließenden Vortrag sagte Margit Stumpp, die Medienbranche habe zu spät tragfähige Geschäftsmodelle im Internet entwickelt. Aber auch die Politik habe zu lange gezögert, Digitalkonzerne zu regulieren. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen halte deshalb eine stärkere Regulierung über das Wettbewerbs- und das Medienrecht für dringend notwendig und setze sich im Bundestag auch dafür ein. Es könne nicht sein, dass Google und Facebook längst Millionenbeträge in Förderprogramme für Medienverlage insbesondere in Deutschland investieren und somit prägenden Einfluss auf die Strukturen der Medienentwicklung hätten. Es gebe nicht die eine große politische Lösung, sondern viele Räder auf kommunaler, Landes- und Bundesebene, an denen gedreht werden müsse. Die Förderung eines gemeinnützigen Nonprofit-Journalismus sei ein solches Rad, das auf Bundesebene angegangen werden müsse. Über eine Anerkennung von Journalismus als gemeinnützigem Zweck in der Abgabenordnung könne der Bund indirekt in Form von Steuerbegünstigungen gute Rahmenbedingungen und Anreize für die Gründung neuer gemeinnütziger Medienorganisationen schaffen. Eine Bundesratsinitiative der nordrheinwestfälischen Staatskanzlei, der in diese Richtung zielt, sei deshalb unterstützungswert. Deren Umsetzung scheitere jedoch am Widerstand der Finanzministerien einzelner, meist CDU-geführter Bundesländer. Stumpp betonte auch die Wichtigkeit, über eine direkte Förderung des Journalismus insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene nachzudenken. Diese müsse staatsfern ausgestaltet sein und könne z. B. in Form einer unabhängig besetzten Medienkommission realisiert werden. Die medienpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion betonte, es müsse in der Politik endlich der Mut herrschen, verschiedene Lösungen zur Sicherung einer medialen Grundversorgung im ganzen Land auch anzugehen. Nichts zu tun und abzuwarten sei keine Lösung.

Günter Bartsch vom Netzwerk Recherche informierte die Anwesenden über die Entwicklung des gemeinnützigen Journalismus, der seinen Ursprung in den USA habe. Dort gebe es inzwischen über 100 Stiftungen, die gemeinnützigen Journalismus fördern. Sowohl spendende Stiftungen als auch die gemeinnützigen Organisationen profitieren dort von Steuerbegünstigungen. Einzige Voraussetzung sei, dass keine Profitabsicht verfolgt werde, sondern zum Zweck der Gemeinnützigkeit gearbeitet werde. Auch in Deutschland gebe es trotz schlechter Rahmenbedingungen mittlerweile 15 gemeinnützig arbeitende journalistische Organisationen. Als Beispiele nannte er u. a. Correctiv, n-ost, die Kontext Wochenzeitung und fragdenstaat.de. Bartsch war es wichtig zu betonen, dass Gemeinnützigkeit im Journalismus nicht mit ehrenamtlicher Arbeit oder Vereinsarbeit gleichzusetzen sei. Es gebe gemeinnützige Organisationen, die beispielsweise auch als gGmbH fungieren. Auch Bartsch sprach sich für die Aufnahme des Journalismus als gemeinnütziger Zweck in die Abgabenordnung aus.

Elisa Simantke, Mitbegründerin von Investigate Europe berichtete anschließend über den schwierigen Gründungsprozess der paneuropäischen Rechercheprojekts. Als europäisches Projekt habe es noch einmal deutlich höhere bürokratische Hürden bei der Gründung gegeben. Entstanden sei Investigate Europe aus Frustration über die Berichterstattung über die Eurokrise. Neun Journalist*innen aus verschiedenen europäischen Ländern erarbeiten aufwendige grenzüberschreitende Recherchen, die sich in dieser Form kein tagesaktuelles privates Medium leisten könne. Investigate Europe veröffentlicht die eigenen Recherchen über Medienpartner gegen ein Entgelt. 90 Prozent der Einnahmen kommen jedoch von acht europäischen Stiftungen und kleinen Privatspendenden, die strukturell fördern und nicht thematisch. Auch die Diversität der Spendenden garantiere dabei die Unabhängigkeit. Simantke gab zu Bedenken, dass investigativer Journalismus eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfülle, aber in finanziellen Krisensituationen zuerst unter Einsparungen zu leiden habe, weil er teuer und aufwändig ist.

David Schraven, Gründer und Geschäftsführer der gemeinnützigen Rechercheplattform Correctiv hob die wichtige Rolle hervor, die gemeinnütziger Journalismus auf lokaler Ebene habe. Anders als profitorientierte Medien, bei denen Lokalredaktionen oft kaputtgespart werden, seien gemeinnützig ausgerichtete Projekte von der Logik der Vermarktung befreit und könnten sich allein auf die journalistische Kernarbeit konzentrieren. Zu dieser journalistischen Kernarbeit auf lokaler Ebene gehöre die Nähe zur Community. Es sei entscheidend eine enge Bindung zu den Menschen vor Ort herzustellen und sie ernst zu nehmen. Correctiv suche deshalb sehr stark die Nähe zur Community, organisiert viele Veranstaltungen und arbeitet mit mobilen Lokalredaktionen. Schraven sagte, er halte Wettbewerb im Journalismus nach wie vor für wichtig und möglich. Gemeinnütziger Journalismus können jedoch besonders wegbrechende Strukturen im Lokaljournalismus durchaus ersetzen. Deshalb sei die Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Journalismus so wichtig und deshalb setze er sich intensiv dafür ein.

Lisa Paus, die finanzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, ging in ihrem Vortrag in die Details der Debatte um die Gemeinnützigkeit von Journalismus in der Abgabenordnung ein. Sie wies auf die in letzter Zeit verschärft stattfindende Debatte um die Gemeinnützigkeit insgesamt hin und nannte den Rechtsstreit um die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Nonprofit-Organisation attac als prominentes Beispiel. Bezogen auf den Journalismus stelle sich laut Paus die Frage, wie sich gemeinnütziger Journalismus vom kommerziellen Journalismus definitorisch abgrenzen lasse. So könnten schon Kooperationen zwischen Medien verschiedenen Typs zu wettbewerbsrechtlichen Schwierigkeiten führen. Ein weiteres Problem sei derzeit das Steuergeheimnis, das zu hoher Intransparenz geführt hat. So gibt es keine Übersicht darüber, welche Organisationen alle als gemeinnützig anerkannt sind. Es herrsche eine hohe Rechtsunsicherheit, weil die Finanzämter eine hohe Autonomie bei Entscheidungen über die Anerkennung bzw. die Ablehnung von Gemeinnützigkeit besitzen. Paus betonte noch einmal, dass sich die grüne Bundestagsfraktion für die Anerkennung von Journalismus als gemeinnützig einsetzt und darüber hinaus verstärkte Transparenzanforderungen unterstützt. Es wäre zudem eine bessere Lösung, eine zusätzliche unabhängige Stelle zu schaffen, die über die Gemeinnützigkeitsanträge von journalistischen Organisationen entscheidet. Den Finanzämtern sollte diese Entscheidung nicht überlassen werden.

In der freien Debatte im Anschluss an die Vorträge entspann sich zwischen den Expert*innen und Interessierten eine rege Diskussion. Der Bottroper David Schraven äußerte seine Sorge, die Zeitungen dürften nicht das gleiche Schicksal wie die Zechen des Ruhrgebiets ereilen und die Journalist*innen nicht die Bergleute von morgen werden. Für die Stärkung des Lokaljournalismus schlug er einen Förderfonds nach dem Modell „Kunst am Bau“ vor, wonach ein gewisser Prozentsatz von Ausgaben der öffentlichen Hand in einen Fonds wandert, aus dem dann gemeinnütziger Journalismus auf lokaler Ebene gefördert werden könnte.

Lukas Beckmann, Gründungsmitglied der Grünen und ehemaliger Fraktionsgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, kritisierte die zu stark auf die Folgend er Digitalisierung konzentrierte Ursachenanalyse, wenn über die Krise des Journalismus gesprochen werde. Journalismus müsse sich vielmehr fragen, wie er heute auf das Informations- und Demokratiebedürfnis anders eingehen und sich dementsprechend verändern kann. Er sei überzeigt, dass die Bindefähigkeit aller Medien in Zukunft weiter abnehmen wird. Horst Röper betonte, es sei dennoch wichtig, auch den jetzigen Zeitungsmarkt zu unterstützen, weil die Erfahrung zeige, dass einmal geschlossene Lokalmedien nicht mehr ersetzt werden. Michael Giffken von der Leipzig School of Media sagte, die Forschung müsse vielmehr auf die gesellschaftlichen Ursachen für die Änderung des Nutzungsverhaltens, auch unabhängig von Alterskohorten, eingehen. In diesem Zusammenhang seien neue Konzepte zur Stärkung der Medienkompetenz von hoher Relevanz.

Elisa Simantke, David Schraven und Stephanie Reuter von der Rudolf Augstein Stiftung zeigten Einigkeit in ihrer Überzeugung, die Anerkennung von Journalismus als gemeinnütziger Zweck würde insbesondere die Hürden für die Gründung lokaler Journalismus-Projekte deutlich senken. Bisher sei die Gemeinnützigkeit nur über Umwege zu erreichen, z. B. wenn als hauptsächlicher Zweck Verbraucherschutz oder Bildungsarbeit angegeben werde, so Günter Bartsch. Dabei herrsche eine hohe Rechtsunsicherheit. Selbst die Organisation die als gemeinnützig anerkannt wurden, hätten Sorge, dass sie ihnen wieder aberkannt werden könnte. Die Rechtsanwältin Jutta von Falkenhausen bestätigte die Wichtigkeit einer Transparenzverpflichtung im Rahmen der Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Es müsse eine fachlich qualifizierte Stelle über die Anerkennung entscheiden und kein Ministerium. Lukas Beckmann forderte eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, was gemeinnützig ist und was nicht. Diskussionen über Gemeinnützigkeit dürften nicht nur in den Hinterzimmern der Finanzämter geführt werden, weil diese doch politisch seien und sich an den Positionen der regierenden Parteien orientierten. Auch seien Stiftungen von der Gesellschaft nicht nur als Geschenk der Stifter an die Gesellschaft zu verstehen. Vielmehr müsse auch ins Bewusstsein gerückt werden, dass die Gesellschaft ihnen erst einmal Steuervorteile verschafft. Lisa Paus führte auf eine Frage von Lukas Harlan von der Schöpflin Stiftung nach den Widerständen seitens anderer Parteien aus, dass bei der CDU und der FDP vor allem die Angst vor der Ausweitung von Steuervorteilen vorherrsche. Mit der SPD befänden sich die Grünen hingegen in der Diskussion über die Konsequenzen des attac-Falls. Wenn der Zweckkatalog der Abgabenordnung zur Gemeinnützigkeit um neue Zwecke wie den Journalismus erweitert werden würde, müssten andere Zwecke rausgeschmissen werden. Deshalb seien die Vorbehalte so groß.

Tina Groll, Bundesvorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di (dju), sprach von der Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Bewegung für den Journalismus wie es Fridays for Future für das Klima darstellt. Die Gewerkschaft ver.di mit ihren zwei Millionen Mitgliedern hätte das Potenzial eine solche Bewegung loszutreten. Ihr Kollege Peter Freytag machte noch einmal deutlich, dass die dju die Gemeinnützigkeitsforderung für den Journalismus unterstütze. Als Kriterium für die konkrete Anerkennung einzelner Organisationen sollten dabei ethische Aspekte gelten. Wer gemeinnützig sein wolle, müsse sich dem Pressekodex unterwerfen. Außerdem seien Kriterien der guten Arbeit einzuhalten, also Bezahlung nach Tarifen zu gewährleisten.

Margit Stumpp schloss die Debatte mit einem Dank an alle beteiligten Diskutant*innen und Referent*innen. Die vielen Impulse des Fachgesprächs will sie gemeinsam mit Lisa Paus für ihre Arbeit im Bundestag aufnehmen. Ergebnisse dieses Prozesses werden parlamentarische Initiativen zur Stärkung des gemeinnützigen Journalismus und der Medienvielfalt sein.

HIER geht es zu einem Artikel von Tagesspiegel Online über das Fachgespräch.

HIER ist ein Beitrag von Günter Herkel für das ver.di-Magazin M nachzulesen.

Auch der Bayerische Rundfunk berichtete in seinem MedienMagazin über unser Fachgespräch (9:02-14:10):

Erstunterzeichnerin der Charta Digitale Bildung

Erstunterzeichnerin der Charta Digitale Bildung

Die Gesellschaft für Informatik hat eine Charta Digitale Bildung erarbeitet, die ich als Erstunterzeichnerin gerne unterstütze. Die Charta bringt mit ihren drei Grundsätzen das Bildungsverständnis in einer digitalen Welt zum Ausdruck , das zum Ziel hat, Urteilsfähigkeit, Kreativität, Selbstbestimmtheit, Gestaltungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teilhabechancen am Gesellschafts- und Arbeitsleben der Schülerinnen und Schüler zu stärken.

Als Erstunterzeichnerin erkläre ich:

“Ich unterstütze die Charta Digitale Bildung, weil sie mit ihren drei Grundsätzen ein angemessen umfängliches Verständnis digitaler Bildung zum Ausdruck kommt. Wir alle – und somit auch Schülerinnen und Schüler – können die rasanten Entwicklungen unsere digitalen Welt nur verstehen und gestalten, wenn wir wissen, wie Anwendungen funktionieren, wie diese wirken und wie diese individuell zu nutzen sind.”

Weiter Informationen gibt es unter charta-digitale-bildung.de und #chartadigitalebildung.

Abschluss der 5G-Versteigerung: Funklöcher bleiben Alltag

Abschluss der 5G-Versteigerung: Funklöcher bleiben Alltag

Zum Ende der Versteigerung der 5G-Frequenzen erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Medienpolitik und Expertin für digitale Infrastruktur:

„Bundesnetzagentur und Bundesregierung haben es schon vor der Versteigerung versäumt, die Grundlage für einen zukunftsfähigen Mobilfunk in Deutschland zu legen. So wurde kein zeitlich begrenztes National Roaming zur gemeinsamen Nutzung des Mobilfunknetzes auferlegt. Ohne Roaming wird es dem Neueinsteiger schwer gemacht, neben den etablierten Mobilfunkriesen auf dem Markt Fuß zu fassen. Dabei hatte die Bundesregierung noch vor der Versteigerung die Chance, durch einen Gesetzesentwurf zur Novellierung des Telekommunikationsgesetzes Klarheit zu schaffen und Roaming sowie eine Diensteanbieterverpflichtung gesetzlich zu verankern. Das muss nachgeholt werden und europäische Vorgaben (TK-Kodex) in deutsches Recht implementiert werden, um spätestens für die nächste Frequenzvergabe 2025 die geeignete rechtliche Grundlage zu schaffen. Das Kind ist vorerst in den Brunnen gefallen, die Frequenzen sind versteigert. Nun muss schnellstmöglich in den flächendeckenden Netzausbau investiert werden. Voraussetzung dafür ist auch, dass die Bundesnetzagentur weiße und graue Flecken identifiziert und übersichtlich aufbereitet zur Verfügung stellt. Auch nach der Versteigerung sind viele Fragen ungeklärt, welche die Zukunft der Mobilfunkversorgung in Deutschland betreffen. Es ist zu befürchten, dass wir mit dieser Bundesregierung nicht so schnell aus dem Funkloch kommen werden.“

Mein Antrag “Mehr Kooperation wagen”

Mein Antrag “Mehr Kooperation wagen”

Ich freue mich sehr, dass die Bundestagsfraktion meinen Antrag “Mehr Kooperation wagen – Möglichkeiten des Grundgesetzes für gerechte Bildungschancen umfassend nutzen” verabschiedet hat. Somit kann er bereits am Donnerstag im Plenum beraten werden.

Zum Hintergrund

Für elf Jahren riefen die Ministerpräsident*innen und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Dresden die “Bildungsrepublik” aus. Zentrales Ziel war es, 7% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in die Bildung zu investieren. Dies wird bis heute nicht erreicht, weil die Bundesregierung es bei bildungspolitischen Sonntagsreden belässt und sich kaum an den Bildungskosten beteiligt, die in erster Linie von den Ländern und Kommunen gestemmt werden. Als Grüne Bundestagsfraktion streben wir daher seit vielen Jahren die Abschaffung des Kooperationsverbotes an, damit Bund, Länder und Kommen gemeinsam nachhaltig und auskömmlich die Bildung finanzieren können. Dies wird vor allem von der Union blockiert.

Die jahrelangen Ankündigungen und Diskussionen des Digitalpakts haben schließlich Schwung in die Debatte gebracht mit dem Ergebnis, dass im Frühjahr diesen Jahres das Grundgesetz geändert wurde, um den Digitalpakt zu ermöglichen. Der nun geänderte Artikel 104c des Grundgesetzes kann als eine kleine Öffnung des Kooperationsverbots interpretiert werden. Nach meiner Einschätzung kann der Digitalpakt nur der erste Schritt für mehr Kooperation in der Bildungspolitik sein. Aus diesem Grund bringe ich den Antrag “Mehr Kooperation wagen”  ins parlamentarische Verfahren, in dem ich weitere Möglichkeit der Zusammenarbeit skizziere.

Die konkreten Forderungen des Antrags umfassen,
  • 7% des BIP in Bildung zu investieren,
  • ein Aufholprogramm für Schulen in benachteiligten Quartieren und Regionen mit jährlich 500 Mio. Euro des Bundes aufzulegen,
  • den Rechtsanspruchs auf Ganztag im Grundschulalter mit Fokus auf Qualität zügig umzusetzen,
  • die Qualitätsoffensive Lehrerbildung aufzustocken,
  • die Fortbildung von Lehrkräften zu unterstützen,
  • die begleitende Forschungsförderung auszubauen sowie
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu stärken

Gegenüber der Presse habe ich dazu als Sprecherin für Bildungspolitik der Grünen Bundestagsfraktion erklärt:

“Die Grundgesetzänderung darf keine Lex Digitalpakt bleiben! Zudem haben wir genügend Sonntagsreden zum hohen Stellenwert von Bildung gehört. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie die neuen Möglichkeiten des Grundgesetzes nutzt und sich stärker an der Finanzierung der Bildung beteiligt; viele Länder und Kommunen sind bereits am Limit. Nur so kann das 7%-Ziel erreicht werden, mit dem Bildung nachhaltig und enkeltauglich wird.”

“Es ist eine politische Bankrotterklärung, dass der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin so entscheidend von der sozialen Herkunft abhängt. Um dem entgegenzuwirken, könnten beispielsweise Schulen in schwierigen sozialen Lagen und mit benachteiligter Schülerschaft gezielt gefördert werden. Ein Ausbau der Ganztagsschulen mit hohen Qualitätsanforderungen und inklusiven Angebote wäre in der Lage, Ungleichheiten abzubauen. Wir brauchen gerechte Bildungschancen und mehr Durchlässigkeit in der Bildung. Die Ministerin kümmert sich derweil lieber um Milchkannen und andere Fettnäpfchen anstatt Vorschläge zur Verbesserung des Bildungsföderalismus vorzulegen, obwohl der Koalitionsvertrag klare Aufgaben formuliert.”

“Wir brauchen keine weiteren Lippenbekenntnisse, sondern endlich spürbare Verbesserungen. Die Möglichkeiten liegen auf der Hand, was sowohl das Bundesfinanzministerium als auch mein Antrag zeigt: Der neu gefasste Artikel 104 c des Grundgesetzes erlaubt bedeutende Investitionen in eine moderne und lernfördernde Infrastruktur oder Unterstützung konkreten Schulentwicklungsprozessen vor Ort. Daneben könnte die Qualitätsoffensive Lehrerbildung deutlich ausgebaut, der Bund bei der Fortbildung von Quereinsteiger*innen aktiv und die begleitende Bildungsforschung gestärkt werden. Frau Karliczek, wann beginnen Sie endlich mit der Umsetzung!?”

Den Antrag gibt es auch HIER.

Diese Initiative wurde beispielsweise aufgegriffen von der Süddeutschen Zeitung.

Pressemitteilung: Mehr Kooperation wagen – Digitalpakt kann nur ein Anfang sein

Pressemitteilung: Mehr Kooperation wagen – Digitalpakt kann nur ein Anfang sein

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat heute eine Studie vorgestellt, für die Schulleiterinnen und Schulleiter allgemeinbildender Schulen zur digitalen Ausstattung an ihren Schulen befragt wurden. Dazu erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

“Die VBE-Umfrage zeigt wieder einmal eindrücklich, dass sich der Großteil unserer Schulen weiterhin in der Kreidezeit befindet. Die befragten Lehrerinnen und Lehrer stellen ihren Schulen im besten Fall ein mittelmäßiges Digital-Zeugnis aus und artikulieren sehr deutlich den Wunsch, in digitalen Zusammenhängen besser fort- und weitergebildet zu werden. Dem muss die Politik mithilfe ausgebauter Angebote Rechnung tragen.

Der endlich auf den Weg gebrachte Digitalpakt kann nur ein Anfang sein. Das ist auch die einhellige Meinung der befragten Lehrkräfte. Auch wenn das Kooperationsverbot nun leicht geöffnet wird, brauchen wir dringend mehr Kooperation zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Die Finanzierung der Schule und ihre Ausstattung für die digitale Zukunft muss nachhaltig und verlässlich erfolgen, damit die Digitalpakt-Milliarden nicht verpuffen und teure Technik in den Schulen nicht ungenutzt verstaubt. Dazu gehört zwingend auch, dass technisches Fachpersonal an den Schulen angestellt wird, damit erfolgreicher digitaler Unterricht nicht von engagierten Lehrkräften abhängt, die guten Unterricht machen sollen, statt sich um WLAN und andere Technik zu kümmern.

Darüber hinaus sind auch die Schulen gefordert, wenn nicht längst geschehen, eigene Konzepte für die Bildung der Zukunft und in der digitalisierten Welt zu erarbeiten. Ohne pädagogischen Kompass hilft auch die teuerste Technik wenig.”

Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken – Gutes Leben und Arbeiten auf dem Land gewährleisten
Lizenz: CC0 (Flickr, Bambizoe)

Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken – Gutes Leben und Arbeiten auf dem Land gewährleisten

Die grüne Bundestagsfraktion hat in der Beschlussempfehlung und im Bericht des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft ihre Kritik zum Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebracht:

Lebendige Ortskerne und kurze Wege zu sozialen, kulturellen und medizinischen Angeboten für Jung und Alt sichern die Lebensqualität auf dem Land. Um gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen und Chancen für neue Jobs zu schaffen, sind ebenso der sofortige und flächendeckende Anschluss an das Breitbandinternet, neue Mobilitätskonzepte und eine neue Förderstrategie für die Regionen nötig. Wir fordern mit dem Pakt für Lebenswerte Regionen neben einem Rechtsanspruch auf Breitband Internet eine regionale Mobilitätsgarantie und Gesundheitsregionen. Gerade für strukturschwache Räume muss der Bund mehr tun. Mit einem neuen Bund-Länder-Förderprogramm „Gleichwertige Lebensverhältnisse für alle“ sollen sie zusätzliche finanzielle Möglichkeiten erhalten, die der Vielfältigkeit der Regionen und ihren jeweiligen Problemlagen gerecht wird. Die Menschen vor Ort müssen Chancen zu echter Teilhabe und Mitsprache bekommen. Jeder Mensch sollte, unabhängig von der Lage seines Wohnorts, ein gutes Leben führen können. Die ländlichen Räume waren viel zu lange unter dem Wahrnehmungsradar der Bundesregierung. Es ist allerhöchste Zeit zum Anpacken, damit Lebensqualität auf einem gleichwertigen Niveau auch in strukturschwachen, ländlichen Räumen sichergestellt ist. Statt zu handeln, hat die Regierung jedoch nur eine Kommission eingesetzt. Dabei gibt es kein Erkenntnisdefizit bezüglich der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse, sondern ein eklatantes Handlungsdefizit der Bundesregierung. Wir dürfen nicht länger warten und die Menschen vor Ort mit ihren Problemen alleine lassen.

Pressestatement zu EU-Projekttag: Mein Besuch in Aalen

Pressestatement zu EU-Projekttag: Mein Besuch in Aalen

Zum heutigen EU-Projekttag an Schulen erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik und Abgeordnete für den Wahlkreis Aalen/Heidenheim:

„Am heutigen EU-Projekttag an Schulen diskutieren deutschlandweit Politiker*innen mit Schüler*innen über Europa. Ich besuchte aus diesem Anlass das Schubart-Gymnasium in Aalen. Im direkten Austausch ging es um Beteiligungs- und Partizipationsmöglichkeiten von jungen Menschen, um die Auswirkungen des Brexit auf Deutschland und Europa oder um den Umgang mit Geflüchteten. Außerdem diskutierten wir über Gleichberechtigung und Quotenregelungen, über Umwelt- und Klimaschutz und auch die Frage der Cannabis-Legalisierung fehlte nicht. Großen Gesprächsbedarf hatten die Schüler*innen zum umstrittenen Artikel 13 der Urheberrechtsnovelle, der Vielen Sorgen bereitet und am Wochenende auch zu zahlreichen Demonstrationen geführt hat.

Ich machte deutlich, wie wichtig politisches Engagement und die Teilnahme an Wahlen ist, um sich politisch Gehör zu verschaffen und das eigene Lebensumfeld mitzugestalten. Gerade das Ergebnis des Brexit-Referendums hat gezeigt, was passiert, wenn sich junge Leute ihrer politischen Einflussmöglichkeiten nicht bewusst sind oder nicht wahrnehmen.“

Pressemitteilung: 5G-Versteigerung – Das Chaos geht weiter

Pressemitteilung: 5G-Versteigerung – Das Chaos geht weiter

Zum Beginn der Versteigerung der 5G-Frequenzen erkläre ich als Sprecherin für Medienpolitik und Expertin für digitale Infrastruktur::

“Das Vergabe-Verfahren für die 5G-Frequenzen droht im Chaos zu versinken: Angekündigte Änderungen des Telekommunikationsgesetzes, neue Sicherheitsanforderungen, die noch nicht fertig sind, zahlreiche Klagen gegen die Vergabebedingungen. So ein schlechtes Management von Bundesregierung und Bundesnetzagentur ist fahrlässig: Denn die Leidtragenden sind am Ende die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Die Vergabebedingungen für die 5G Frequenzen werden nicht dazu führen, dass es überall in Deutschland ein gutes Netz gibt. Gleichzeitig werden unsinnige Anreize für doppelte und dreifache Infrastruktur in Ballungsräumen gesetzt. Das liegt auch daran, dass die Bundesregierung es verpasst hat, vernünftige Rahmenbedingungen für die Vergabe zu setzen. Eine Pflicht für nationales Roaming, die dazu geführt hätte, dass Infrastruktur geteilt wird, wäre wichtig gewesen. Doch zu einer entsprechenden Änderung des Telekommunikationsgesetzes konnte sich die Bundesregierung nicht durchringen. Auch an der Öffnung des Marktes durch eine Dienstanbieterverpflichtung und geeignete Konditionen für Neueinsteiger bestand offensichtlich kein Interesse. Ebenfalls sind etliche Sicherheitsfragen ungeklärt. Gerade erst haben Bundesnetzagentur (BNetzA) und das für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kurz vor knapp einen neuen Sicherheitskatalog zur öffentlichen Kommentierung freigegeben. Wann der aber verabschiedet wird, ist ungewiss. Auch wann und wie das Telekommunikationsgesetz geändert wird, hat die Bundesregierung noch nicht entschieden.

Damit sind etliche zentrale Fragen für den Betrieb der 5G-Netze ungeklärt. Dieses Verfahren ist ein weiteres Beispiel für die chaotische Arbeitsweise der Bundesregierung. Es wäre besser gewesen, erst die Probleme zu lösen und dann die Versteigerung durchzuführen. Doch zu dieser umsichtigen Vorgehensweise konnte sich die Bundesregierung nicht durchringen.”