Mein Antrag „Lernen aus der Krise – Ein Update für die Schulen“
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Mein Antrag „Lernen aus der Krise – Ein Update für die Schulen“

Worum geht’s?

Schülerinnen und Schüler leiden besonders unter der Corona-Pandemie: Zum einen müssen sie die wochenlangen Schulschließungen mithilfe zumeist unzureichenden technischen Voraussetzungen sowie meist schlecht vorbereiteten Schulen und Lehrkräften überbrücken und zum zweiten verschärft sich die Bildungsungerechtigkeit mit jedem Tag der Schulschließungen weiter. Bestehende Missstände an unseren Schulen werden durch Corona deutlicher denn je:

  • Die Schulen und Lehrkräfte sind nur unzureichend auf die Digitalisierung vorbereitet, das betrifft z.B. die Ausstattung, Endgeräte, Lernmanagementsysteme, Mailadressen oder pädagogische Kompetenzen; die Mittel des Digitalpakts Schule werden nur sehr schleppend abgerufen.
  • In maroden Schulgebäuden werden mancherorts alltägliche Dinge wie regelmäßiges Händewaschen zur Herausforderung; der Investitionsstau an unseren Schulen beläuft sich inzwischen auf 43 Mrd. Euro. Die Schulen sind chronisch unterfinanziert, weil die Lasten nicht fair zwischen Bund, Ländern und Kommunen verteilt sind.
  • Ungleiche Startchancen werden kaum ausgeglichen und während der Schulschließungen weiter verschärft. Der Bildungserfolg hängt noch immer überproportional von sozioökonomischen Hintergrund der Eltern und leider auch vom Standort der Schulen ab.

Die Leistungsfähigkeit des gegenwärtigen Bildungsföderalismus scheint begrenzt zu sein, die Krise wirkt dabei wie ein Katalysator für die bereits seit Jahren schwelenden Probleme.

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Studien bestätigen Forderungen der Grünen zur Plattformregulierung
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Studien bestätigen Forderungen der Grünen zur Plattformregulierung

Zu den heute veröffentlichten Studien von Algorithmwatch und der Uni Mainz zur Regulierung von Informationsintermediären erkläre ich als medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

„Die Studienergebnisse bestätigen unsere politischen Forderungen zur straf- und medienrechtlichen Plattformregulierung. Komplexe Entscheidungen darüber, ob einzelne Inhalte in Sozialen Medien grundrechtswidrig sind oder noch unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen, können nicht algorithmischen Systemen alleine überlassen werden. Diese schwierigen Abwägungen dürfen wir auch nicht gewinnorientierten Plattformbetreibern überlassen. Facebook löscht nach dem NetzDG 640.000 Inhalte pro Jahr wegen Hassrede, von denen jedoch schätzungsweise nur etwa die Hälfte strafrechtlich relevant sind. Wenn aber legale Inhalte gelöscht werden, ist das ein Eingriff in die Meinungsfreiheit. Deshalb fordern wir Weiter lesen

Gastbeitrag auf netzpolitik.org: Ausreichend Frequenzen für Rundfunk und Kulturwirtschaft
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Gastbeitrag auf netzpolitik.org: Ausreichend Frequenzen für Rundfunk und Kulturwirtschaft

Gemeinsamer Gastbeitrag von Margit Stumpp, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Anke Domscheit-Berg, MdB (DIE LINKE), Thomas Hacker, MdB (FDP) und Dr. Christian Jung, MdB (FDP) für netzpolitik.org.

Funkfrequenzen entscheiden darüber, ob ein Staat seine Bürger im Katastrophenfall mit Informationen sicher versorgen kann. Die derzeitige Pandemie zeigt, wie wichtig dafür ein autonomes Informationssystem ist.
Gemeint sind Rundfunksysteme in Deutschland und Europa, die den Teilnehmer direkt ohne Umwege erreichen: Terrestrisches Fernsehen und Hörfunk können nicht – wie Übertragungen über das Internet – gedrosselt oder ausgeschaltet werden und begegnen bei massiver Nutzung keinen Überlastungsproblemen. Terrestrischer Rundfunk ist daher systemrelevant. Eine der unabdingbaren Voraussetzungen für terrestrischen Rundfunk ist, dass dafür die notwendigen Frequenzen zur Verfügung stehen. Einen essenziellen Teil bilden dabei die Frequenzen im UHF-TV-Spektrum (470 MHz bis 694 MHz), die vom Rundfunk (derzeit: DVB-T2) und der Kulturwirtschaft genutzt werden. Weiter lesen

Digitalstaatsministerin Bär verkennt realen Zustand der digitalen Infrastruktur
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Digitalstaatsministerin Bär verkennt realen Zustand der digitalen Infrastruktur

Zu den heutigen Aussagen der Digitalstaatsministerin Dorothee Bär im Gespräch mit dem PresseClub München erklärt Margit Stumpp, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim und Expertin für digitale Infrastruktur der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

„Die Corona-Krise zeigt: im Bereich Digitalisierung hat Deutschland einiges nachzuholen. Staatsministerin Dorothee Bär sieht das allerdings nicht ganz so eng. Bei ihr seien in den letzten Wochen keinerlei Beschwerden über Funklöcher oder Probleme mit Breitband-Internet eingetroffen. Zahlreiche Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern die in meinem Büro ankommen, zeigen ein anderes Bild. Die digitale Infrastruktur, besonders im ländlichen Raum, ist weder zukunftsfähig noch krisensicher aufgestellt. Weiter lesen

Statement zu Digitalpakt
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Statement zu Digitalpakt

Zur heutigen Verständigung über das Sofortprogramm zur Bereitstellung digitaler Endgeräte für Schulen zwischen Bund und Ländern erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik meiner Fraktion:

„Es ist richtig und notwendig, den Digitalpakt so zu erweitern, dass Schülerinnen und Schüler, die bisher vom digitalen Lernen abgehängt waren, nun ein Endgerät bekommen können. Aber das kann nur ein erster Schritt sein, die coronabedingten Verwerfungen in den Schulen zu glätten.

Daneben brauchen Schulen endlich eine digitale Grundausstattung, d.h. ein technisches, organisatorisches und pädagogisches Fundament, das den digitalen Zugang aller Schüler*innen zu ihren Lehrkräften sowie zu Lernmaterial und -medien garantiert. Das beginnt beim Breitbandanschluss und stabilem WLAN, geht über Endgeräte für Lehrkräfte und dienstliche Mailadressen und endet bei datenschutzkonformen Servern, Lernmanagementsystemen und Messengern.

Der Digitalpakt sollte für die aktuelle Ausnahmesituation so flexibilisiert werden, dass die Länder Mittel unbürokratisch und schnell dort einsetzen können, wo der Bedarf gerade am größten ist, etwa um die digitale Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schüler*innen sicherzustellen, Schulclouds aufzurüsten, sich technischen Support einzukaufen oder Modelle für die Kombination von Präsenz- und digitalem Unterricht zu etablieren. Und damit die aktuellen Anstrengungen und das immense Engagement in den Schulen nachhaltig verstetigt wird, brauchen wir bereits heute Gespräche über einen Digitalpakt Plus, der dann z.B. auch die Wartung der IT in den Schulen regelt.“

Über dieses Statement berichtet u. a. RTL.de.

Interview über digitale Bildung
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Interview über digitale Bildung

Dieses Interview wurde am 27. April 2020 auf lehrer-news.de veröffentlicht.

Guten Morgen Frau Stumpp,

Frau Stumpp, Sie haben einen Antrag zur Schaffung einer “Bundeszentrale für digitale und Medienbildung” gestellt. Was ist Ihr Beweggrund hierfür und was möchten Sie damit erreichen?

Ich spann einfach mal den Hintergrund auf. Ich selber bin Ingenieurin und war 25 Jahre lang an einer technischen Schule in Heidenheim als Berufsschullehrerin tätig, nachdem ich aus der Elektronikentwicklung in den Schuldienst gewechselt bin. Und da habe ich über 20 Jahre lang eine Außenstelle netzwerktechnisch betreut und bin auch in der Lehrer*innen Fortbildung tätig gewesen. Ich gehörte zu den ersten Multimedia Netzwerk Beraterinnen, die um die Jahrtausendwende in Baden-Württemberg ausgebildet wurde und hab dann eben auch die Kolleg*innen betreut und Lehrerfortbildungen gemacht, aber auch Schulleitungsfortbildungen. Die Digitalisierung in den Schulen gibt es ja eigentlich schon fast 40 Jahre. Weiter lesen

Pressestatement zum KMK-Beschluss über den Schulunterricht
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Pressestatement zum KMK-Beschluss über den Schulunterricht

Margit Stumpp, bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Bundestagabgeordnete für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim, erklärt zum heutigen Beschluss der Kultusministerkonferenz zum Schulunterricht:

„Spätenstens jetzt, wo klar ist, dass es vor den Sommerferien keinen Regelunterricht mehr geben wird, muss dafür gesorgt werden, dass alle Schulen eine digitale Grundausstattung bekommen. Das muss sowohl die Technik als auch die Organisation und Pädagogik beinhalten. Daneben müssen wir sicherstellen, dass der digitale Heimunterricht die Bildungsungerechtigkeit nicht vergrößert, d.h. Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf müssen zuerst wieder in die Schule können, brauchen geeignete Endgeräte und mehr Unterstützung für das Lernen zu Hause. Die Coronakrise darf nicht zur Bildungskrise werden.“

Über dieses Pressestatement berichten u. a. Riffreporter und News 4 Teachers.

Erfolgreiches Webinar zu digitaler Bildung – Danke für die angeregte Diskussion
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Erfolgreiches Webinar zu digitaler Bildung – Danke für die angeregte Diskussion

In Pandemiezeiten fallen leider auch längst geplante Termine im Wahlkreis aus, wie etwas Diskussionen zur Digitalisierung in der Schule, eines meiner Herzensthemen und ein Schwerpunkt meiner Arbeit in Berlin. Aus diesem Grund habe ich zum Webinar „Digitale Bildung“ eingeladen und mich sehr gefreut, dass sich fast 70 Interessierte eingewählt und mit diskutiert haben.

Zu Beginn habe ich einen kleinen Parforceritt unternommen und in meinem Eingangsvortrag das Thema umrissen. Dabei ging es um: Weiter lesen

Mit digitalen Lösungen gegen und durch die Corona-Krise
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Mit digitalen Lösungen gegen und durch die Corona-Krise

Die Corona-Krise ist eine große Herausforderung für alle Menschen in Deutschland. Digitale Lösungen können einen wichtigen Beitrag leisten, um besser durch die Krise und wieder heraus zu kommen. Die Voraussetzungen dafür müssen jetzt geschaffen werden. Ob Kontaktverfolgungs-Apps, Heimarbeit, Heimunterricht, staatliche Leistungen wie Verwaltungsangebote oder der Zugang zum Recht: Digitale Lösungen sind dringend nötig, um die soziale Teilhabe aller zu sichern. Weiter lesen

Bildungspolitischer Debattenanstoß
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Bildungspolitischer Debattenanstoß

Nachdem pandemiebedingt sämtliche Schulen und Kitas geschlossen wurden, drängt inzwischen die Frage der Wiedereröffnung. Zwar haben sich die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin über eine schrittweise Öffnung der Schulen verständigt, es gibt für die Kitas bisher aber noch keine Visionen und Ideen der schrittweisen Öffnung. Uns Grünen ist es dabei wichtig, gerade benachteiligten bzw. bildungsfernen Kinder und Jugendlichen zeitnah eine Perspektive zu schaffen, um die Bildungsungerechtigkeit nicht noch zu vergrößern.

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