Wie finanzieren wir gute Bildung in unserem Land – welche Hebel sind entscheidend?
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Wie finanzieren wir gute Bildung in unserem Land – welche Hebel sind entscheidend?

Der Königsteiner Schlüssel als Verteilmechanismus ist weder bedarfsorientiert noch sozial oder gerecht. Er verschärft die Bildungsungerechtigkeit in Deutschland.

In einem Gastbeitrag für das aktuelle zwd-POLITIKMAGAZIN (381) führe ich aus, warum das Verteilprinzip nach dem Königsteiner Schlüssel Bildungsungerechtigkeit in Deutschland verschärft und warum Bund und die KMK gefordert sind endlich bessere Lösungen zu finden, die sich an den tatsächlichen Bedarfen vor Ort orientieren statt unambitioniert stets nur den kleinsten gemeinsamen Nenner zu verwalten.

Weiterführende Infos auf der Homepage des zwd-POLITIKMAGAZIN

Pressemitteilung zur Wettbewerbsklage der US-Regierung gegen Google
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Pressemitteilung zur Wettbewerbsklage der US-Regierung gegen Google

Pressemitteilung von Margit Stumpp, medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, zur von der US-Regierung veröffentlichten Wettbewerbsklage gegen Google:

“Dieser Vorstoß der US-Regierung kommt spät, macht jedoch Hoffnung auf eine Verbesserung des Wettbewerbs auf den digitalen Märkten. Denn auch wenn viele Bürger*innen mit Google den Zugang zu grenzenlosen Informationen verbinden, besitzt dessen Mutterkonzern Alphabet mittlerweile eine gigantische Marktmacht in den Bereichen der Suchmaschinen und der Online-Werbung. Die Ausnutzung dieser Macht behindert den Wettbewerb, was zu weniger Wahlalternativen, höheren Preisen und damit zu erheblichen Nachteilen für Verbraucher*innen führt.

Die wirtschaftliche Monopolstellung von Google und von Facebook hat darüber hinaus längst zur Weiter lesen

Dialogzeit mit Margit Stumpp
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Dialogzeit mit Margit Stumpp

Aus gegebenem Anlass findet die Dialogzeit ernuet telefonisch statt.

Margit Stumpp ist am Donnerstag, 22. Oktober zwischen 11.30 – 12.30 Uhr telefonisch unter Telefonnummer: +49 (0)7321/3530924 zu erreichen.

Bürgerinnen und Bürger können sich gerne vorab per Mail unter margit.stumpp@bundestag.de melden.

Die Dialogzeiten mit Margit Stumpp finden normalerweise monatlich immer abwechselnd in ihren Wahlkreisbüros in Aalen (c/o Umwelthaus Aalen, Gmünder Str. 9, 73430 Aalen) und in Heidenheim (Schnaitheimer Str. 40, 89520 Heidenheim an der Brenz) statt. Die genauen Dialogzeiten sind rechtzeitig vorher auf der Webseite von Frau Stumpp ersichtlich: https://margit-stumpp.de/kontakt/.

Pressemitteilung: Und die KMK bewegt sich doch
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Pressemitteilung: Und die KMK bewegt sich doch

Zu den Plänen der Kultusministerkonferenz für mehr Einheitlichkeit der Bildung erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

“Es scheint, als wollten die Mitglieder der Kultusministerkonferenz den Ruf des Bildungsföderalismus, der in Pandemiezeiten noch weiter gelitten hat, mit Macht aufpolieren. Die Ländervereinbarung regelt endlich brennende Themen wie Qualitätsentwicklung und Vergleichbarkeit der Bildung, das war schon lange überfällig.

Die Einrichtung einer Ständigen Wissenschaftlichen Kommission ist die Antwort auf die Idee eines Nationalen Bildungsrats, dessen Einrichtung Ministerin Karliczek leider vom Start weg versemmelt hat. Jetzt hat die KMK das Heft selbst in die Hand genommen, die Bundesministerin bleibt außen vor. Es ist zu hoffen, dass die Kommission so erfolgreich arbeitet, dass die Befristung der Kommission in eine ständige Einrichtung münden kann. Denn für die Weiterentwicklung unseres Bildungssystems ist es dringend notwendig, Strategien zu entwickeln, die wissenschaftlich unterfüttert sind.

Bei all der Erleichterung darüber, dass die KMK endlich überfällige Themen angeht: Maßstab wird die Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen sein. Angesichts der Erfahrungen aus der Vergangenheit ist da eine gesunde Skepsis durchaus angebracht.”

Der Deutschlandfunk hat diese Pressemitteilung in seiner Berichterstattung aufgegriffen.

Besser spät als nie – neue Wege für den Bildungsföderalismus
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Besser spät als nie – neue Wege für den Bildungsföderalismus

Zur heutigen Pressekonferenz zur Digitalisierung der Schulen von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und KMK-Präsidentin Stephanie Hubig erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen/Heidenheim:

“Die Mittel des Digitalpakts tröpfeln weiter nur langsam, von einem Schub kann noch immer nicht gesprochen werden. Zwar verschaffen die Zusatzvereinbarungen – Schüler*innentablets, Lehrerlaptops und IT-Support – etwas Luft, lösen aber das Problem des dysfunktionalen Bildungsföderalismus nicht. Daher freut es mich, dass nun auch die KMK-Präsidentin diesen Missstand diagnostiziert und sich für eine Verstetigung des Digitalpakts ausspricht. Diese Haltung teile ich und freue mich auf die Vorschläge der KMK, den Bildungsföderalismus moderner und leistungsfähiger zu gestalten, u.A. damit dies auch umsetzbar wird. Dieser Diskussion werden wir uns mit Sicherheit nicht verweigern.”

Meine Bundestagsrede zur MINT-Bildung
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Meine Bundestagsrede zur MINT-Bildung

Im Bundestag haben wir heute über eine Stärkung der MINT-Bildung debattiert. Als Ingenieurin kann ich dabei auch einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, was jedoch nicht immer positive Erfahrungen waren und sind. Aber seht selbst:


Zentrale Aussagen sind:

“Studien zeigen, dass sich seit Jahren der Anteil weiblicher Beschäftigter in der Digitalbranche kaum verändert hat und bei einem Drittel auf niedrigem Niveau stagniert. So lange unsere Gesellschaft weiterhin fest in Rollenstereotypen verhaftet ist, was „Frau und Technik“ angeht, gibt es für Mädchen besonderen Zugangshürden.

Meine Erfahrungen aus dem Engagement als Ingenieurin für mehr Interesse von Frauen an MINT-Berufen zeigen: Die inzwischen zahlreichen Initiativen sprechen Mädchen und Frauen durchaus an, oft scheitert eine endgültige Entscheidung für einen entsprechenden Beruf oder Studiengang jedoch an den tief verankerten und verbreiteten Rollenstereotypen. Viele Mädchen und Frauen müssen ihrem Umfeld erklären oder sich gar dafür rechtfertigen müssen, dass sie einen MINT-Beruf ergreifen.

Und nicht zu vergessen, was alles zu MINT gehört: vom Kreativpotential der Kunst über Bildung für nachhaltige Entwicklung bis hin zum Kochen. Daher brauchen wir mehr Kreativräume in den Schulen, damit den Kindern die Freude am Experimentieren und Erkunden erhalten bleibt. Da gibt es viele gute Beispiele, gerade auch in meinem Wahlkreis. Das Werkgymnasium ist als „Heidenheimer-Modell“ seit fast 50 Jahren etabliert, aber immer noch nur Modell. Die Juniorakademie und das Explorhino sind als außerschulische Lernorte Erfolgsmodelle und natürlich leistet das „Haus der kleine Forscher“ exzellente Arbeit, auch in der Fortbildung.”


Die vollständige Debatte ist in der Mediathek des Bundestages abrufbar,

Namensbeitrag in WiWo: Bärs Bundeszentrale ist zu kurz gedacht

Namensbeitrag in WiWo: Bärs Bundeszentrale ist zu kurz gedacht

In einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche habe ich erläutert, warum die Vision einer Bundeszentrale für digitale Aufklärung der Staatsministerin für Digitalisierung zu kurz gedacht ist und am Gerangel der Bundesregierung zu scheitern droht. Folgender Text ist so wortgleich in der Wirtschaftswoche erschienen.

Die Konzepte liegen schon lange auf dem Tisch.

Dass digitale und Medienkompetenz(en) in einer zunehmend digitalisierten Welt immer wichtiger werden, ist unstrittig – auch, und gerade, im Rahmen des staatlichen Bildungsauftrages. Doch von Seiten der Koalition kam dazu in den letzten Jahren leider sehr wenig. Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) hat kürzlich hier in der Wirtschaftswoche für eine „Bundeszentrale für digitale Aufklärung“ geworben – außer einer in Grundzügen dargelegten Vision findet sich aber noch nichts Substantielles.

Auch auf Nachfragen räumt die Staatsministerin im Wirtschaftswoche-Interview ein, dass ihr lediglich zugebilligt wurde, ein grobes Konzept zum gemeinschaftlichen Vorgehen zur Stärkung der digitalen Aufklärung auszuarbeiten, das sie am Mittwoch im Digitalkabinett vorgestellt hat. An den für den Sommer 2021 angekündigten Start der Bundeszentrale glaubt selbst der berichtsverpflichtete Staatssekretär nicht mehr.

Die mangelnde Initiativkraft von Ministerin Anja Karliczek (CDU) hat nun offensichtlich nicht nur Angela Merkel (CDU) auf den Plan gerufen, wie die jüngsten Schul- und Bildungsgipfel im Kanzleramt zeigen. Sondern jetzt fühlt sich offenbar auch Frau Bär gedrängt, sich für Bildung, zumindest im digitalen Bereich, zu engagieren. Wollte sie tatsächlich Bewegung in dieses Thema bringen, müsste sie zuerst das nachholen, was sie als Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur eine Legislatur lang versäumt hat: sie müsste dafür sorgen, dass jede Schule über einen Breitbandanschluss verfügt.

Denn ohne die notwendige Infrastruktur kann Schule weder zeitgemäße digitale- und Medienkompetenzen vermitteln, geschweige denn digitale Medien in den Unterricht einbinden. Stattdessen scheint Frau Bär der CSU-Tradition zu folgen, unwirtschaftliche Großbehörden mit beschränktem Handlungsfeld wie die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) oder die angeregte gemeinsame Gesellschaft von Energiewirtschaft und Sicherheitsbehörden zur geteilten Nutzung von Frequenzen zu gründen.

Dabei liegt ein breit angelegtes Konzept ausgearbeitet auf dem Tisch: Die Idee einer „Bundeszentrale für digitale und Medienbildung“, die die medien- und digitalpädagogischen Kompetenzen bündelt, vermittelt und fördert, ist von unserer Grünen-Fraktion bereits Anfang des Jahres ins Parlament eingebracht worden.

Nun hat die Corona-Pandemie den Bedarf an Information im Bereich Digitalisierung für Schulen, aber auch für die Breite der Bevölkerung nochmals verdeutlicht. Wir wollen pädagogischen Fachkräften und allen interessierten Erwachsenen und Heranwachsenden eine bessere Orientierung im Netz geben, qualitätsgesicherte Angebote zur Verfügung stellen und so das große und somit unübersichtliche Angebot strukturieren.

Als ehemalige Lehrerin und Schuladministratorin weiß ich aus eigener Erfahrung, aber auch aus vielen Gesprächen und Rückmeldungen sehr gut, wie wichtig eine solche Anlaufstelle wäre, um gerade auch die noch zögerlichen Kolleginnen und Kollegen zu überzeugen.

Mit einer solchen Bundeszentrale würde der Bund seinen Anspruch, den Digitalpakt Schule zum Erfolg zu verhelfen, unterstreichen. Fragen rund um Unterricht mit digitalen Inhalten und Hilfsmittel sind im Schulalltag für viele Lehrkräfte eine Herausforderung. Weil das Netz voller Angebote und unzähliger Materialien ist, verliert man leicht den Überblick. Hinzu kommt: Viele Institutionen und Projekte arbeiten nebeneinander her, so dass viele Erfahrungen und theoretische Grundlagen immer wieder neu entwickelt werden müssen.

Eine „Bundeszentrale für digitale und Medienbildung“, die als unabhängige Plattform bestehende Angebote prüft, bündelt und bekannt macht, kümmert sich um die finanzielle und konzeptionelle Unterstützung medienpädagogischer, digitalpädagogischer und informatischer Projekte; sie soll bestehende Ideen und Erfahrungen vernetzen und könnte auch die Evaluation und Begleitforschung von Projekten koordinieren.

Als niedrigschwellige Anlaufstelle für Fachkräfte und Interessierte stellt sie geeignetes Material zur Verfügung, verlinkt zu qualitätsgesicherten Bildungsangeboten und bietet pädagogisch-didaktische sowie datenschutzrechtliche Beratung an, treibt schulische Entwicklungsnetzwerke voran und informiert über gelungene Beispiele aus der Praxis. Den bestehenden Angeboten wird so eine zentrale Plattform geboten und zu deutlich größerer Reichweite verholfen. Sie sind es wert, bekannter gemacht zu werden.

Mit einer solchen Bundeszentrale für digitale und Medienbildung versetzen wir Schulen, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler in die Lage, mit digitalen Medien den Unterricht zu bereichern, aber auch, ohne Klassenraum zu lehren und zu lernen. Das hilft in Ausnahmefällen wie der aktuellen Pandemie, aber auch im geregelten Schulalltag.

Die Bundeszentrale für digitale und Medienbildung ebnet den Weg, den digitalen Wandel selbstbestimmt, kompetent und kritisch zu gestalten. Mit einem Budget von jährlich zehn Millionen Euro aus Mitteln des Bundesbildungsministeriums unter inhaltlicher Zusammenarbeit mit der Staatsministerin für Kultur und Medien und der Staatsministerin für Digitalisierung machen wird deutlich, dass kein weiteres Projekt neben bestehenden geschaffen, sondern die digitale und Medienbildung auf einen neue Stufe gehoben wird. Die Bundeszentrale wird zur Plattform, auf der bestehende qualitativ hochwertige Angebote präsentiert, gebündelt und vernetzt werden.

PM Einigung bei der Ganztagsbetreuung ist unabdingbar
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PM Einigung bei der Ganztagsbetreuung ist unabdingbar

Pressestatement von Sandra Detzer, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Margit Stumpp, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen/Heidenheim und bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die davon überzeugt sind, dass gute Bildung in konstruktiver Zusammenarbeit möglich ist:

Der Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung in der Grundschule ist richtig und wichtig. Es wurde viel Zeit verloren, weil erst die Union im Bund auf der Bremse stand und jetzt auch noch Frau Eisenmann auf dem Rücken der Kinder und deren Eltern einen rückwärtsgewandten Wahlkampf betreibt. Dass sie sich auf dem Holzweg befindet, sollte ihr spätestens jetzt klar sein, wo alle übrigen 15 Bundesländer der Vereinbarung zustimmen.

Wir brauchen endlich qualitativ hochwertige Ganztagsangebote als freiwilliges Angebot an Eltern und Kinder, um Chancengerechtigkeit zu realisieren. Nur wenn es gute Ganztagsschulen überhaupt in ausreichender Zahl gibt, können sich Eltern entscheiden zwischen eigener Betreuung zu Hause und der Ganztagsschule. Der Rechtanspruch ist ein erster wichtiger Schritt für den Ausbau, das Beispiel Kitas hat es vorgemacht. Die Grüne Fraktion im Bundestag hat ausformuliert, welche weiteren Schritte folgen müssen (vgl. Drucksache 19/22117 <https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/221/1922117.pdf> ): verlässliche und faire Finanzierung von Investitions- und Betriebskosten vom Bund, Ländern und Kommunen;  Anspruch auf acht Stunden an fünf Tagen die Woche und auch in Ferienzeiten; Kooperation auf Augenhöhe mit der Jugendhilfe; eine Qualifizierungs- und Fachkräfteoffensive für Erzieher*innen sowie die Sicherstellung einer modernen digitalen Infrastruktur beim Ausbau.

Die wohl verzweifelte Wahlkämpferin Eisenmann behauptet wahrheitswidrig, flexible Angebote der Kommunen könnten nicht gefördert werden. Diese müssen dann aber Qualitätsanforderungen genügen. Das ist richtig so. Auch Eisenmanns Argument der Folgekosten, wenn die kommunalen Betreuungskosten unter Schulaufsicht gestellt würden, ist in Bayern längst wiederlegt worden. Durch ihre Blockadehaltung würden dem baden-württembergischen Schulsystem fast 100 Mio. Euro aus dem Bundesprogramm fehlen. Es gibt wirklich keinen Grund für die Ministerin, sich diesem wichtigen Vorhaben in den Weg zu stellen. Wahlkampf zulasten des Ausbaus der Ganztagsschulen, auf die viele Eltern so dringend warten, ist inakzeptabel.

Statement zur aktuellen PISA-Auswertung – Endlich in die Offensive kommen
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Statement zur aktuellen PISA-Auswertung – Endlich in die Offensive kommen

Die OECD verantwortet die PISA-Studie und hat heute eine neue Teilauswertung zur Digitalisierung an den Schulen vorgestellt, die – wie leider zu erwarten – für die hiesigen Schulen nicht sehr schmeichelhaft ausfällt. In allen wesentlichen Punkten liegt Deutschland hinter dem Durchschnitt der OECD-Staaten. Dazu erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen:

“Die Ergebnisse der neusten PISA-Auswertung verwundern nicht und sind doch ernüchternd. Unsere Schulen bleiben bei allen wesentlichen Kennzahlen weit hinter dem OECD-Durchschnitt zurück: beim Zugang zu Lernplattformen ebenso wie bei der Verfügbarkeit digitaler Endgeräten und bei der sozialen Durchlässigkeit. Die ursprünglichen Daten sind mehr als zwei Jahre alt und wurden während der Pandemie leider bestätigt. Deutschland muss in der Bildungspolitik endlich aus dem Hintertreffen raus und in die Offensive kommen. Wie das geht, haben wir immer wieder aufgezeigt:

Die Schulen brauchen unbürokratisch und schnell eine digitale Grundausstattung aus Breitband, WLAN, Endgeräten, professionelle Administration, Mail- und Messenger-Zugängen und natürlich auch einer Lerncloud. Auf dieses Fundament kann dann ein Digitalpakt aufbauen, der Schulen individuelle Profilierungsoptionen bietet. Daneben brauchen die Schulleitungen Unterstützung bei (digitalen) Schulentwicklungsprozessen und Lehrkräfte umfassende Fortbildungsangebote für einen Unterricht in der digitalisierten Schule. Und nicht zuletzt wollen wir mit einer Bundeszentrale für digitale und Medienbildung eine Stelle schaffen, die die Vielzahl guter Angebote prüft, bündelt und so niederschwellig zur Verfügung stellt, um eine Reichweite in alle Schulen der Republik zu schaffen. Nur mit solch einfach handhabbaren Werkzeugen für die Lehrerinnen und Lehrer kann der Digitalpakt zur Erfolg werden.”

Weiter Informationen zur Bundeszentrale für digitale und Medienbildung gibt es hier.


Die Meldung wurde beispielsweise aufgegriffen vom Weser-Kurier, der Zeit, der FAZ, dem zwd Politikmagazin, der Berliner Morgenpost, der Westdeutschen Zeitung, von news4teachers.de, der Augsburger Allgemeinen, der Oberbadischen, der Stuttgarter Zeitung, der Badischen Zeitung, von ka-news.de, der Lampertheimer Zeitung, der Nordwest-Zeitung, der Münstersche Zeitung, der Bürstädter Zeitung, dem Tagesspiegel und der Münchner Abendzeitung.

Atommüll-Endlagersuche wissenschaftsbasiert und transparent gestalten
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Atommüll-Endlagersuche wissenschaftsbasiert und transparent gestalten

Zur Veröffentlichung des Zwischenberichts Teilgebiete durch die Bundesgesellschaft für Endlagerung am 28. September 2020 erklärt Margit Stumpp, Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Aalen/Heidenheim:

Seit drei Jahren läuft in ganz Deutschland eine ergebnisoffene, wissenschaftsbasierte Suche für ein Atommüllendlager. Am Montag legte die Bundesgesellschaft für Endlagerung in einem Zwischenbericht ihre ersten Ergebnisse vor. Nun ist klar: neben dem kristallinen Wirtsgestein und dem Tongestein der Ostalb gelten auch weite Teile Bayerns als mögliche Teilgebiete.

Diese Zwischenergebnisse bedeuten noch keine Vorfestlegungen auf ein Gebiet, sondern sind das Ergebnis von Auswertungen bereits vorliegender geologischer Daten für ganz Deutschland. In den kommenden Jahren wird eine verfeinerte Suche weitere Regionen ausschließen, am Ende steht der Standort mit der bestmöglichen Sicherheit – unabhängig von politischem Einfluss.

Wir Grünen haben jahrelang gegen Atomkraft gekämpft – und doch stellen wir uns den Tatsachen und der vor uns liegenden gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Es ist schon bezeichnend, wie sich jetzt schon, zu Beginn des Verfahrens, viele aus der Verantwortung zu stehlen versuchen, die die Kernkraft z.T. bis heute verteidigen. Wir Grünen werden konstruktiv mitarbeiten, Fragen stellen und für ein Gelingen sorgen. Nur so finden wir in Deutschland den Endlagerstandort mit der bestmöglichen Sicherheit zum Schutz von Mensch und Natur. Und nur so können wir die Atomkraft endgültig abwickeln. Wer sich dieser Verantwortung entzieht, egal ob durch einen Ruf nach Export des in Deutschland verursachten Atommülls, oder dem Ausschluss ganzer Regionen „vor der eigenen Haustür“ hat die Brisanz der Lage nicht verstanden.

Klar ist, jedes Endlager, wo auch immer, wird einen Beitrag zur Sicherheit der Region leisten. Denn nur durch gesicherte Endlagerung kann das bundesweit größte oberirdische Zwischenlager in Gundremmingen, das nach meinem Informationsstand bei weitem nicht ausreichend gesichert und damit eine Bedrohung für uns ist, abgebaut werden.

Es gilt, die Endlagersuche konstruktiv zu begleiten und zu unterstützen. Mit dem im Frühling 2020 beschlossenen Geologiedatengesetz wurde die Grundlage geschaffen, die für die Endlagersuche relevanten Daten zu veröffentlichen. Wir hätten uns dabei eine noch weitergehende Transparenz gewünscht. Dennoch gibt uns dieser Prozess die Möglichkeit, das Zeitalter der Atomkraft abzuwickeln. Wer sich noch heute der Herausforderung der Atommüllendlagerung verschließt, kann unmöglich auch nur einen einzigen Tag an der Atomkraft festhalten.

Entscheidend bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll ist, die Fehler aus der damaligen Gorleben-Entscheidung nicht zu wiederholen. Daher basieren die von der Bundesgesellschaft vorgestellten Teilgebiete auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht auf politischem Gutdünken. Mit dem Standortauswahlverfahren sind die Grundlagen für eine erfolgreiche Suche gelegt: ein wissenschaftsbasierter und überprüfbarer Prozess, der Transparenz und Bürgerbeteiligung voraussetzt. Denn die Endlagersuche kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen von Anfang an dabei sind. Eine wichtige Bewährungsprobe für die Endlagersuche ist daher das Beteiligungsformat. Denn alle Bürgerinnen und Bürger müssen die Entscheidungen nachvollziehen und selbst überprüfen können. Das zuständige Bundesamt und die Bundesgesellschaft müssen umfassend und transparent die Ergebnisse präsentieren und eine breite Diskussion darüber ermöglichen. Das gilt für alle geologische Daten, die in angemessenem Zeitrahmen unabhängig überprüfbar sein müssen. Auf der Internetseite der Bundesgesellschaft für Endlagerung können Bürgerinnen und Bürger alle Teilgebiete einsehen und die geologischen Daten nachvollziehen. Auf vier Fachkonferenzen können Fragen gezielt gestellt werden.