#digitalvscorona-Webinar: Digitalisierung der Bildung – Chancen und Herausforderungen des pandemiebedingten Digitalisierungsschubs

#digitalvscorona-Webinar: Digitalisierung der Bildung – Chancen und Herausforderungen des pandemiebedingten Digitalisierungsschubs

Die Corona-Pandemie stellt die Bildungslandschaft vor große Herausforderung, bietet aber auch Chancen. Mithilfe digitaler Werkzeuge können Homeschooling realisiert und auf Dauer neue Möglichkeiten etabliert werden. Doch sehen wir große Unterschiede zwischen den Schulen und die Gefahr zunehmender Bildungsungerechtigkeit.

Mit ihren drei Gästen habe ich über die Chancen und Herausforderungen des pandemiebedingten Digitalisierungsschubs an unseren Schulen diskutiert. Dabei waren

  • Doro Moritz, GEW-Landesvorsitzende Baden-Württemberg
  • Thomas Speck, Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg und
  • Usamah Hammoud, ehemaliger Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz

Hier die Aufzeichnung des Webinars:

Die Diskussion orientierte sich an zuvor eingesandten und per twitter gestellten Fragen. Die zentralen Themen waren

  • die Rolle der Lehrkräfte und welche Unterstützung sie benötigen:
    • Ausstattung mit Endgeräten
    • Positivlisten mit geeigneter Software
    • Fort- und Weiterbildung mit Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausgangsniveaus
    • digitale Grundausstattung aller Schulen
    • Anlaufstellen wie eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung
    • mehr digitalpädagogische Kompetenzen
  • den Umgang mit unterschiedlichen Lernniveaus in den Klassen:
    • Differenzierung sowohl analog als auch digital
    • gezielte Förderung auch in den anstehenden Sommerferien
    • Bildungsgerechtigkeit bedarf aktuell noch größerer Anstrengungen
  • Länder, die es besser machen und weiter sind, z.B. Singapur
  • Kooperationsverbot und Bildungsföderalismus
    • mehr Ressourcen müssen ins System – Ziel von 7% der BIP noch immer nicht erreicht, weiterhin sind Bildungsinvestitionen unter dem OECD-Durchschnitt
    • deutscher Bildungsföderalismus scheint nicht sonderlich leistungsfähig zu sein
  • positive Szenarien für die Schulbildung
    • Krise als Chance nutzen: digitaler Fortschritt, Zusammenhalt, Engagement, mehr Geld, moderner Bildungsföderalismus
    • Sonntagsreden müssen Taten folgen – Qualitätsstandard der Bildung muss höheren Ansprüchen genügen
Interview über digitale Bildung
Bildlizenz: SPÖ Wien (CC BY-NC-ND 2.0)

Interview über digitale Bildung

Dieses Interview wurde am 27. April 2020 auf lehrer-news.de veröffentlicht.

Guten Morgen Frau Stumpp,

Frau Stumpp, Sie haben einen Antrag zur Schaffung einer “Bundeszentrale für digitale und Medienbildung” gestellt. Was ist Ihr Beweggrund hierfür und was möchten Sie damit erreichen?

Ich spann einfach mal den Hintergrund auf. Ich selber bin Ingenieurin und war 25 Jahre lang an einer technischen Schule in Heidenheim als Berufsschullehrerin tätig, nachdem ich aus der Elektronikentwicklung in den Schuldienst gewechselt bin. Und da habe ich über 20 Jahre lang eine Außenstelle netzwerktechnisch betreut und bin auch in der Lehrer*innen Fortbildung tätig gewesen. Ich gehörte zu den ersten Multimedia Netzwerk Beraterinnen, die um die Jahrtausendwende in Baden-Württemberg ausgebildet wurde und hab dann eben auch die Kolleg*innen betreut und Lehrerfortbildungen gemacht, aber auch Schulleitungsfortbildungen. Die Digitalisierung in den Schulen gibt es ja eigentlich schon fast 40 Jahre. Weiter lesen

Erfolgreiches Webinar zu digitaler Bildung – Danke für die angeregte Diskussion
Bildlizenz: CC 0 (Pixabay)

Erfolgreiches Webinar zu digitaler Bildung – Danke für die angeregte Diskussion

In Pandemiezeiten fallen leider auch längst geplante Termine im Wahlkreis aus, wie etwas Diskussionen zur Digitalisierung in der Schule, eines meiner Herzensthemen und ein Schwerpunkt meiner Arbeit in Berlin. Aus diesem Grund habe ich zum Webinar „Digitale Bildung“ eingeladen und mich sehr gefreut, dass sich fast 70 Interessierte eingewählt und mit diskutiert haben.

Zu Beginn habe ich einen kleinen Parforceritt unternommen und in meinem Eingangsvortrag das Thema umrissen. Dabei ging es um: Weiter lesen

Neue SÜDWESTGRÜN-Ausgabe: Beitrag zur digitalen Bildung
Quelle: SÜDWESTGRÜN April 2020

Neue SÜDWESTGRÜN-Ausgabe: Beitrag zur digitalen Bildung

Bildung, Corona und plötzlich digitale Klassenzimmer

Eines ist sicher: Die Corona-Pandemie wird das Schulsystem nachhaltiger verändern als sämtliche Bildungsreformen von Bund und Ländern in der letzten Jahren zusammen. Das ist sowohl Ausdruck der Covid-19-Krise als auch politischer Versäumnisse. Angesichts der Lage wird einfach gemacht und das ist auch gut so: Die Anmeldezahlen der Lernplattformen schießen durch die Decke, die Server ächzen an der Belastungsgrenze, die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen werden zum virtuellen Klassenzimmer und Lehrkräfte machen möglich, was irgendwie nur geht. Das ist der Situation angemessen, besser wäre es natürlich gewesen, solche Systeme mit Bedacht aufzubauen: dezentrale und zentrale Server, datenschutzkonforme Clouds, Befähigung der Lehrkräfte und Schüler*innen. Die Liste ließe sich endlos fortsetzten.

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Mein Interview in der taz zu Herausforderungen der Bildungspolitik

Mein Interview in der taz zu Herausforderungen der Bildungspolitik

„Stapel von Arbeitsblättern“

Margit Stumpp kritisiert die Digital-Strategie der Bildungsministerin. Für Fortschritte sei mehr Geld nötig – und ein anderer Fokus.

taz: Frau Stumpp, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will den Ländern 100 Millionen Euro Corona-Soforthilfe für digitale Medien geben. Reicht das denn?

Margit Stumpp: Erstens ist das viel zu wenig Geld, denn wir stehen vor der größten Schulkrise seit Gründung der Kultusministerkonferenz. Und zweitens ist das ja überhaupt kein frisches Geld. Frau Karliczek stellt hier Bundesmittel bereit, die für die Länder durch den Digitalpakt längst freigegeben waren. Das ist Etikettenschwindel. Man konnte auch bisher schon Schulclouds aus dem Digitalpakt bezahlen.

Das klingt nach grüner Mäkelei. Die Schulen brauchen jetzt dringend Mittel für Fernlernen mit digitalen Medien, Clouds und so weiter.

Natürlich müssen wir die Schulen gerade jetzt unterstützen. Wir sehen eine gigantische Nachfrage nach Tools und Plattformen für das Lernen in der digitalen Welt. Das ist in meinen Augen eine große Chance. Nur ist leider noch völlig unklar, in welche Strukturen das Geld fließen soll, das Frau Karliczek und die Präsidentin der Kultusminister, Stefanie Hubig, gerade umdeklarieren.

Wieso? Es soll für länderübergreifende Modelle benutzt werden – und Inhalte in die Schulen bringen.

Die deutsche Schule leidet an vielem – aber einen Mangel an Inhalten gibt es gewiss nicht. Das sieht man gerade in den Zeiten des Fernunterrichts. Fragen Sie mal die Eltern der Schüler, ob sie zu wenig oder zu viele Inhalte zu Hause haben. Weiter lesen

Die langsame Digitalisierung der Schulen bleibt größte Baustelle

Die langsame Digitalisierung der Schulen bleibt größte Baustelle

Zur heute vorgestellten Bitkom-Studie zur Digitalisierung an Schulen erklärt Margit Stumpp:

„Manchmal sollte man einfach auf die hören, die am nächsten an einer Sache dran sind; in der Schule sind das Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler. Die haben bereits vor den corona-bedingten Schulschließungen verlautbart, dass die langsame Digitalisierung eine der größten Baustellen in den Schulen ist. Inzwischen sehen wir sehr deutlich, wie recht sie haben. Und selbst die KMK-Präsidentin konstatiert richtigerweise, dass „noch viel Luft nach oben“ sei.

Die Corona-Krise wirkt ein Katalysator für die Digitalisierung in der Bildung. Diesen Schub müssen wir nutzen und gestalten: Die Digitalpaktmilliarden sollten sowohl für Lerninhalte als auch für IT-Personal an den Schulen genutzt werden können, der Digitalpakt muss zwingend als Digitalpakt+ verstetigt werden, benachteiligte Kinder und Jugendliche brauchen besondere Unterstützung, damit die Bildungsgerechtigkeit endlich voran kommt und wir brauchen eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung, die Lehrkräften bei ihrer Unterrichtsgestaltung hilft.“

(https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Schueler-wuenschen-sich-digitale-Schulen

Bundeszentrale für digitale und Medienbildung

Bundeszentrale für digitale und Medienbildung

Mit der „Bundeszentrale für digitale und Medienbildung“ wollen wir einen Aufbruch für mehr Kompetenzen in den Bereichen Digitalisierung, Informatik und Medien initiieren. Die Digitalisierung ist im Bildungsbereich nicht mehr wegzudenken und wird immer bedeutender. Das war Praktiker*innen und Expert*innen auch schon vor Corona klar. Doch aktuell wird der Bedarf offensichtlich. Auf der anderen Seite bescheinigt die ICILS-Studie deutschen Schüler*innen lediglich mittelmäßige computer- und informationsbezogene Kompetenzen. Auf diesen Handlungsbedarf müssen wir reagieren. Dafür brauchen pädagogische Fachkräfte bessere Orientierung und gute Angebote.

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Jugendmedienworkshop im Deutschen Bundestag

Jugendmedienworkshop im Deutschen Bundestag

Auch in diesem Jahr veranstaltet der Deutsche Bundestag für medieninteressierte Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren vom 21. März bis 28. März 2020 einen Jugendmedienworkshop. Die Jugendlichen erwartet ein spannendes und abwechslungsreiches Workshop-Programm zum medialen und politisch-parlamentarischen Alltag in der Bundeshauptstadt. Sie werden u. a. in einer Redaktion hospitieren, eine Plenarsitzung besuchen und an der Erstellung einer eigenen Zeitung mitarbeiten.

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