Zukunftschancen von Kindern sichern

Zukunftschancen von Kindern sichern

Viele Bundesländer haben inzwischen zahlreiche Lockerungen der Corona-Beschränkungen erlassen. Doch Kinder und ihre Bedürfnisse wurden in der Krise zu wenig beachtet. Daher trafen wir uns am heutigen Mittwoch auf Einladung der Parteivorsitzenden Annalena Baerbock mit Vertretern von Schulen, Bildungsgewerkschaften, Städten und Landesregierungen, um über den Regelbetrieb an Schulen und Kitas nach den Sommerferien zu diskutieren.

Nach diesem Gespräch ist klarer denn je: Es war längst überfällig, Familien und Kinder in den Mittelpunkt der politischen Debatte zu stellen. Die Bildungsungerechtigkeit verschärft sich mit jedem Tag der Schulschließung  und die Missstände an Schulen werden offensichtlicher denn je.

  • Eltern und Kinder brauchen nach anstrengenden Wochen zwischen Homeoffice, Haushalt und Fernunterricht Entlastung und verlässliche Perspektiven. Den Öffnungen von Kitas und Schulen wollen wir deshalb höchste Priorität einräumen.
  • Geschlossene Kitas und Schulen vergrößern die Bildungsungerechtigkeit. Es ist jetzt Zeit, die Bedürfnisse, Interessen und Zukunftschancen der jungen Generation ins Zentrum zukünftiger Entscheidungen rücken.
  • Den Sommer wollen wir nutzen, damit alle Kinder und Jugendliche gut ins neue Kita- und Schuljahr starten können – mit zusätzlichem Personal, einem digitalen Update für die Schulen und klugen Konzepten für guten Unterricht und Betreuung.

Der wochenlange Spagat zwischen Kinderbetreuung, Job, und Fernunterricht war und ist für viele Familien eine Zerreißprobe. Die Krise zeigt, dass Kitas und Schulen nicht nur Bildungseinrichtungen, sondern auch wichtige Lebensorte sind. Ziel muss deshalb sein, nach den Sommerferien zu einem verlässlichen Kita- und Schulbetrieb zurückzufinden, der Infektionsschutz und das Recht auf Bildung in Einklang bringt.

Zukunftschancen von Kindern in den Blick nehmen

Aus der Bildungsforschung wissen wir: Jeder Tag, an dem Kita und Schule nicht stattfinden, vergrößert bestehende Bildungsungerechtigkeiten. Umso wichtiger ist es, bei allen Entscheidungen die Bedürfnisse, Interessen und Lebenschancen von Kindern und Jugendlichen stärker in den Blick zu nehmen.

Gesundheit ganzheitlich denken

Bei Kindern kommt es nur selten zu schweren Krankheitsverläufen. Manches deutet bislang auch darauf hin, dass Kinder und Jugendliche nicht – wie zunächst angenommen – eine besonders große Bedeutung für die Verbreitung des Virus haben, auch wenn dies noch nicht abschließend wissenschaftlich gesichert ist. Gesundheit wollen wir umfassend denken und auch die psychosozialen und langfristigen gesundheitlichen Folgen geschlossener Bildungseinrichtungen berücksichtigen. Denn mangelnde Bildungschancen verschärfen die Risiken für gesundheitliche Ungleichheit.

Jetzt die Sommerferien nutzen

Alle Kinder und Jugendlichen sollen gut ins neue Schuljahr starten können. Dafür müssen in den Sommerferien verlässliche Unterrichtskonzepte und Konzepte für frühkindliche Bildung erarbeitet werden, die auch durch ein mögliches Wiederansteigen der Infektionsraten tragen. SchülerInnen, Eltern und Lehrkräfte brauchen verlässliche Stunden- und Wochenpläne, die auch abwechselnde Phasen des Präsenz-und Fernunterrichts verbindlich planen und guten Unterricht im regulären Umfang sicherstellen.

Update für die Schulen starten

Dafür brauchen die Schulen ein schnelles Update. Wir wollen alle Lehrkräfte fit machen für den Unterricht im digitalen Zeitalter. Zu Beginn des neuen Schuljahrs braucht zudem jede Schule WLAN, Lernmanagementsysteme und sichere Messengerdienste. Wir wollen, dass jedes Schulkind bei Bedarf einen Laptop oder Tablet in der Schule ausleihen kann, damit niemand wegen fehlender Technik abgehängt wird.

Lehrkräfte entlasten

Lehrkräfte sollen sich ganz auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können. Damit das gelingt, wird zusätzliches Personal dringend gebraucht. IT-Fachkräfte, Lehramtsstudierende und andere außerschulische Fachkräfte können den Unterricht in multiprofessionellen Teams gerade in der Krise sehr bereichern. Dafür braucht es ausreichende Mittel, kreative Ideen und volle Rückendeckung aus der Politik.

Kostenlose Tests ermöglichen

Auch einige Lehrkräfte und ErzieherInnen gehören zu einer Risikogruppe. Um sie zu schützen, wollen wir stichprobenartige und anlassbezogene Tests kostenlos zur Verfügung stellen. Sie sollen mit einem Attest von der Präsenzpflicht befreit oder im Rahmen des Fernunterrichts eingesetzt werden. Das Risikoattest sollte unter bestimmten Voraussetzungen auch erweitert ausgestellt werden können, etwa wenn eigene Familienangehörige oder vom Lehrpersonal zu pflegende Personen zu einer Risikogruppe gehören.

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