Anlässlich des Kalten Markts in Ellwangen stelle ich mit Martin Grath und Alexander Asbrock unsere Positionen für eine nachhaltige Landwirtschaft in Ostwürttemberg vor.

Letztes Jahr hat Ministerpräsident Kretschmann auf der Bauernkundgebung gesprochen und besonders ein Beispiel ist dabei hängen geblieben: „Eine Ökobäuerin aus  dem Schwarzwald hat für ein Kalb zehn Euro erhalten, das ist ja weniger als es für einen Kanarienvogel gibt!“

Bei solchen Preisen hat weder die Konventionelle noch die ökologische Landwirtschaft eine Zukunft! Wir treten für bäuerliche Strukturen und regionale Produkte ein. Die Corona-Krise hat den Trend zu mehr regionalen Produkten verstärkt, aber auch den Trend zu mehr digitaler Vermarktung. Alexander Asbrock sieht in den Biomusterregionen ein starkes Werkzeug zur Stabilisierung der bäuerlichen Landwirtschaft. Bei einer Stärkung und einem weiteren Ausbaus der Bio-Musterregionen werden mehr Vermarktungswege für unsere landwirtschaftlichen Betriebe geschaffen. Es muss aber auch in Verbraucherbildung investiert werden, denn nur wenn klar ist, wie Lebensmittel entstehen und produziert werden, achten Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln auf Qualität und zahle dafür gute Preise. Margit Stumpp berichtet von einem Beispiel aus einem Berliner Supermarkt; dort wurden im Sommer Produkte mit zwei Preisen gekennzeichnet, dem Verkaufspreis und den „wahren Herstellungskosten“. Es muss den Konsumenten doch zu denken geben, so die Grüne Abgeordnete, dass bei „wahren Preisen“ Fleisch dreifach und Milchprodukte doppelt so teuer sein müssen.

Beiden Politikern ist auch eine Trendwende beim Flächenfraß wichtig. Jeden Tag gehen in Deutschland ca. 56 ha landwirtschaftliche Fläche verloren. Das entspricht der Größe von knapp 80 Fußballfeldern. Wir wollen den Verbrauch effektiv reduzieren und auf ein Minimum beschränken. Landwirtschaftskammern, Kommunen und regionale Planer müssen deshalb an einem Strang ziehen. Die ständige Versieglung durch neue Straßen und andere Projekte muss dringend reduziert werden. Wir sehen nicht, dass in den letzten Jahrzehnten, geschweige denn aktuell die landwirtschaftlichen Betriebe in diesem Anliegen ernsthaft unterstützt wurden und werden. Lippenbekenntnisse helfen da nicht weiter.

Margit Stumpp fordert: „Landwirtschaft und Politik müssen gemeinsame Lösungen entwickeln, denn unsere bäuerlichen Betriebe schaffen mehr Arbeitsplätze und erwirtschaften mehr Lebensmittel als Monoagrarbetriebe. Sie erhalten und pflegen unsere komplexe Kulturlandschaft und tragen zu mehr Lebensräume für biologische Vielfalt bei.“ Alexander Asbrock ergänzt auch aus seiner unternehmerischen Sicht: „Gutes Essen aus regionaler Herstellung bedeutet Vielfalt, Nachhaltigkeit, Geschmack und wirtschaftliche Leistung, die in unserer Region bleibt!“