Zur angekündigten Kooperation der Mobilfunkunternehmen erkläre ich als Expertin für digitale Infrastruktur der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen:

“Die Mobilfunkunternehmen feiern sich und man könnte meinen, sie hätten endlich unsere Grünen Forderungen aufgenommen: “Mobilfunkanbieter wollen gemeinsam Funklöcher schließen”. Weit gefehlt, auch, wenn in der Sache richtig. Längst hätten Verbraucherinnen und Verbraucher in grauen Flecken besseres Netz haben können, wären Kooperationen von Telekom, Vodafone und Telefónica in der Vergangenheit möglich gewesen. Der Schritt zur Zusammenarbeit ist allerdings kein freiwilliger, ganz im Gegenteil: Das Bundeskartellamt hat die Telekommunikationsunternehmen zur Kooperation verdonnert. Telekom und Vodafone einigten sich bereits letztes Jahr zur Zusammenarbeit bei der Schließung von Mobilfunklöchern, Telefónica wurde außen vor gelassen. Das hat das Bundeskartellamt zu recht angeprangert und die Unternehmen müssen sich dieser Entscheidung nun fügen.

Die sogenannten “Grauen Flecken” liegen in dünn besiedelte Gegenden, in denen bisher nur ein Mobilfunknetz verfügbar ist und Nutzerinnen und Nutzer der anderen Mobilfunkunternehmen buchstäblich im Funkloch stecken. Eine Kooperation über Infrastruktursharing oder Roaming, wie wir es als Grüne Bundestagsfraktion seit Jahren fordern, schafft kurzfristig Abhilfe und spürbare Verbesserungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Gut, dass das endlich passiert, egal ob freiwillig oder erzwungen.”