Anlässlich des Startes des „Netzwerks für digitale Aufklärung“ habe ich heute als, Sprecherin für Bildungspolitik folgendes gegenüber der presse erklärt:

“Es wirkt fast zynisch, wie Staatsministerin Dorothee Bär die Idee einer Bundeszentrale schleifen lässt und immer weiter reduziert, bis gar kein Nutzen mehr vorhanden ist. Ein Jahr nach der vollmundigen Ankündigung einer „Bundeszentrale für digitale Aufklärung“ startet heute lediglich eine Suchmaschine – weit entfernt von den Möglichkeiten einer durchdachten und ernst gemeinten Plattform für Lerninhalte und Informationen zur Medienkompetenz. Als Grüne Bundestagsfraktion haben wir bereits im Frühjahr letzten Jahres einen ausgereiften Vorschlag auf den Tisch gelegt: eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung in Form einer Online-Plattform inklusive App, in der bestehende Angebote geprüft, zusammengefasst und nutzerfreundlich präsentiert werden. Eine Plattform, die pädagogische Beratungs- und Weiterbildungstools für Lehrkräfte und interessierte Bürger*innen anbietet und den Austausch von Expert*innen ermöglicht. Nachdem die Fraktion der CDU/CSU daraufhin unseren Vorschlag als „schlecht und puren Aktionismus“ kommentierte, schlug Digitalministerin Bär wenige Monate später die sehr ähnliche Idee einer Bundeszentrale vor.

Seitdem ist allerdings nicht viel passiert. Wir erwarten mehr als leere Ankündigungen und eine einfache Suchmaschine. Damit die Bundeszentrale eine ernstzunehmende Wirkung entfaltet, muss sie als unabhängige, vertrauenswürdige und niedrigschwellige Anlaufstelle für Heranwachsende, Erwachsene und pädagogische Fachkräfte konzipiert werden. Wir sehen die erfolgreiche Umsetzung einer solchen Bundeszentrale auch als Schlüssel für digitale Souveränität im Allgemeinen und den Erfolg des Digitalpakts Schule im Besonderen – dem die Grünen im Bundestag und Bundesrat mithilfe der Verfassungsänderung den Weg geebnet haben.”