Zur aktuellen Studie der Landeselternkonferenz NRW erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik:

“Es verwundert nicht, dass die Schulschließungen die Ungerechtigkeiten verschärfen. Das liegt sowohl an den sehr unterschiedlichen Unterstützungsmöglichkeiten des Elternhauses, aber – und das zeigt die Studie – auch an der Schulform. Haupt- und Realschulen fallen bei der Digitalisierung gegenüber den Gymnasien weiter ab und die Grundschulen werden eh nur stiefmütterlich digitalisiert. Das ist nicht weiter hinzunehmen und bedarf politischer Steuerung:

Jede Schule – egal welche Schulform, in welcher Gemeinde oder mit welcher Diversität der Schüler*innen – braucht ein digitales Fundament. Dieses besteht aus Breitband, WLAN, Endgeräten, Lernplattformen sowie Qualifizierungsmöglichkeiten für die Lehrkräfte. Nur mit digitalen Lehr- und Lernoptionen werden junge Menschen auf eine immer weiter vernetzte Welt vorbereitet.

Die Versorgung mit Endgeräten muss zwingend mit einer professionellen Administration einher gehen. Niemandem helfen die neusten Geräte, die nicht eingerichtet, gewartet und vernetzt sind. Das ist sicher keine Aufgabe für die Lehrerinnen, die sich auf Unterricht und Kontakt zu ihren Schülerinnen fokussieren sollen und wollen.

Die ungleiche Verteilung der Mittel nach Schulformen und Regionen belegt die ungerechte Verteilung der Mittel. Der Königsteiner Schlüssel, nach dem reiche Länder mehr Mittel erhalten, als arme, verschärft die Ungleichheit und hat für die Zuweisung von Mitteln ausgedient. Wir müssen diejenigen Schulen gezielt und besonders unterstützen, die mit vielfältigen Problemlagen umgehen müssen und wenig Ressourcen haben. Ein erster Schritt wäre ein Förderprogramm für Schulen in benachteiligten Regionen und Quartieren.”