“Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) stellte gestern seine aktuelle Analyse des Glasfaser-Marktes vor. Als Branchenverband vertritt der BREKO die Interessen aktiver Netzbetreiber – dementsprechend lesen sich die Zahlen auch äußerst optimistisch: Bei den verfügbaren Anschlüsse mit Bandbreiten von mindestens 200 MBit/s wächst der Glasfaser-Anteil von 13 Prozent im Jahr 2020 auf 17 Prozent. Das sind in absoluten Zahlen zwei Millionen neue Glasfaseranschlüsse – aber leider nur auf dem Papier. Unter den 8,3 Millionen anschlussfähigen Haushalten sind auch solche, die nur in der Nähe eines verlegten Glasfaserkabels sind (“Homes Passed”) – unabhängig davon, ob zwischen Haus und Glasfasernetz überhaupt eine Verbindung besteht. Diese Herausforderung für die Kommunen, die sogenannten “Letzte Meile”, geht in den Zahlen der Marktanalyse leider unter. Das ist vor dem Hintergrund, dass die Förderfähigkeit von “Homes passed” in der neuen Graue-Flecke-Richtlinie nicht möglich oder mindestens äußerst unklar geregelt ist, besonders ärgerlich. Eine nachträgliche Anpassung der Regelung durch den Bund sowie der beiden Projektträger ist aus Sicht vieler Kommunen dringend notwendig.

Die Analyse zeigt weiterhin: Es ist nach wie vor viel Geld im Markt. Die Fördergelder des Breitbandförderprogramms sind in den letzten Jahren im Schneckentempo abgeflossen, nur langsam zeigen sich erste Erfolge. Auch von Verbandsseite bleibt die Kritik bestehen: Die Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt und digitalisiert sowie konsequent vor Ort in den Kommunen umgesetzt werden. Für unterversorgte Gebiete ist das Fördergeld nach wie vor ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu gleichwertigen Lebensverhältnissen. Dem Branchenverband ist die milliardenschwere Förderung tendenziell ein Dorn im Auge. Er befürchtet, dass dadurch Planungs- und Baukapazitäten gebunden werden. Diese Haltung darf nicht der Maßstab sein! In der digitalen Welt von heute ist der Zugang zum Breitbandinternet eine wichtige Voraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben und Teil der Daseinsvorsorge. Und die sollte stets Vorrang vor wirtschaftlichen Gewinninteressen haben.”