Zur aktuellen Diskussion über die Digitalträgheit in der Weiterbildung in Deutschland erkläre ich Sprecherin für Bildungspolitik und Mitglied der Enquete-Kommission “Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt”:

“Weiterbildung in Deutschland ist nach dem jüngsten OECD-Bericht geprägt von Dezentralisierung, Föderalismus, Wettbewerb der Anbietenden und Selbstverantwortung der Unternehmen und der Weiterbildungsträger. Die Große Koalition hat es verpasst, dieser Landschaft transparentere Strukturen zu geben. Sie hatte die Chance mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie, hat diese Chance aber ambitionsfrei verstreichen lassen. Weder wurden konkrete Ziele vereinbart noch ein indikatorengestütztes Vorgehen entwickelt.

Diese Mutlosigkeit hat sich auch in der Enquete-Kommission abgebildet, die keine gemeinsame Strategie entwickelte zu den Anforderungen an die Weiterbildung, einem Thema, das angesichts des Fachkräftebedarfs hierzulande drängt. Dabei müssen wir Weiterbildung digital neu denken. Die Potenziale der Digitalisierung sind immens und müssen strukturell begleitet werden, vor allem in der Vermittlung digitaler Kompetenzen der Weiterbildner und für das lebensbegleitende Lernen. Wir brauchen einen modernen Bildungsföderalismus, der Digitalisierung als Daueraufgabe und über die ganze Bildungskette hinweg in den Blick nimmt. Wir brauchen medienpädagogische Konzepte zur individuellen Förderung und für besseren Lernerfolg. Unterstützen können dabei eine bessere Vernetzung sowie die Nutzung von hochwertigen Bildungsplattformen.”