Das „ Sofortausstattungsprogramm“ aus dem Corona-Hilfspaket II der Bundesregierung wurde in kaum einer anderen Region Deutschlands so schnell und reibungslos umgesetzt, wie im Landkreis Heidenheim. Dies nahm Margit Stumpp (MdB) zum Anlass, sich vor Ort darüber zu informieren, wie der Stand der Digitalisierung der Schulen im Landkreis bewertet und die Programme des Bundes, sowohl die Soforthilfen als auch der Digitalpakt Schule, umgesetzt werden.

Der Leiter Jan v. der Osten und sein Mitarbeiter Alexander Richter sind für Margit Stumpp keine Unbekannte, da sie als Lehrerin und Systemadministratorin der Heid Tech häufig und gerne mit dem Medienzentrum zusammengearbeitet hat. Zeitweise war das Medienzentrum sogar im gleichen Gebäude, der Außenstelle der Heid Tech untergebracht, wo Stumpp überwiegend tätig war, was den Austausch noch intensivierte.

Daher gab es viele Anknüpfungspunkte und eine intensive, fachlich in die Tiefe gehende Diskussion, für die sich der vorgesehenen Zeitrahmen als viel zu klein erwies. Stumpp interessierte sich sowohl für die Abläufe als auch für die organisatorischen Strukturen. Interessant war zu erfahren, dass Laptops in die Schulnetze eingebunden und dort administriert werden, Tablets dagegen können über das Internet auf das Schulnetz zugreifen und werden zentral vom Medienzentrum installiert und administriert.

Insgesamt verwaltet das Medienzentrum rund 3000 Tablets, davon nur ca. 100 iPads, der Rest sind Geräte mit einem Android-Betriebssystem. Damit widerlegt v. der Osten das Vorurteil, Android-Geräte seien schwierig zu verwalten, und spart erhebliche Beschaffungskosten. Stumpp begrüßt diese Strategie: „Schulen sollten sich nicht proprietären Systemen ausliefern, das gilt sowohl für Hard- als auch für Software.“ „Die Schulträger und Lehrkräfte schätzen unseren Service sehr, das spüren wir auch bei der Nachfrage nach Fortbildungen“, ergänzte Alexander Richter. Damit sprach er einen wichtigen Bereich für das Gelingen der Digitalisierung in den Schulen an, die Aus- und Fortbildung.

Der Fortbildungsbedarf sei enorm, die Lehrkräfte nähmen das Angebot des Medienzentrums inzwischen sehr gerne wahr, betonte v. der Osten. Leider sei in der Pandemie auf Grund der vielen Herausforderungen, denen sich Lehrkräfte stellen müssten, wenig Zeit. Er hoffe, dass der Zuspruch auch über die Pandemie hinaus anhalte.

Der Blick in die Zukunft erstreckte sich über den Fortbildungsbedarf hinaus auf den notwendigen weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur in den Schulen und den weiteren Ausbau der Pädagogik in Bezug neuer Unterrichtsformen mit der Unterstützung digitaler Medien. Das Potenzial digitaler Medien ist bei der individuellen Förderung und der Unterstützung des selbst organisierten Lernens noch viel zu wenig genutzt und kann durch spielerische Ansätze zusätzlich enorm motivieren. Diese Möglichkeiten müssen noch viel mehr genutzt werden.

Nur wenig Zeit blieb für die Schilderung der hervorragenden Zusammenarbeit des Medienzentrums mit der Bibliothek und die vielen Synergieeffekte, die das gemeinsam genutzte Gebäude inzwischen als ein wichtiges und viel genutztes Bildungszentrum etabliert haben. Dazu gehört auch die ComputerSpielSchule in der Gaming-Area, die, wenn zugänglich, inzwischen von allen Altersgruppen genutzt wird. Als bildungs- und medienpolitische Sprecherin bedauerte Stumpp, dieses Angebot aus Zeitgründen nicht mehr in Augenschein nehmen zu können. Dies versprach sie, so bald wie möglich nachzuholen.

Insgesamt, so ihr Fazit, sei die Bibliothek in Verbindung mit dem Medienzentrum dank der guten Zusammenarbeit und des großen Engagements eine moderne, für die Zukunft wegweisende Bildungseinrichtung und „ein Glücksfall für die Bildung in unserer Region.