Anlässlich des Tages der Kinderbetreuung am 10.05.2021 trete ich in den Austausch mit Mitarbeitenden in Kindertageseinrichtungen in meinem Wahlkreis Aalen-Heidenheim.

“Der Montag nach Muttertag ist der Tag der Kinderbetreuung. Die tägliche Arbeit des pädagogischen Personals hat große Bedeutung. Nicht nur für die Kinder und ihre Eltern sondern für die gesamte Gesellschaft. Der Dank und die Anerkennung für diese Berufsgruppe geht – nicht erst mit Beginn der Pandemie – oft unter, weshalb der Tag der Kinderbetreuung 2012 ins Leben gerufen wurde.

Die Grüne Abgeordnete Margit Stumpp nutzte diesen Anlass um mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Wie geht es den Erzieher*innen in den Einrichtungen mit der aktuellen Lage, woraus können wir lernen, was können wir mit Blick auf die Zukunft verbessern?

In allen Einrichtungen ist die Pandemie nicht spurlos an den Mitarbeiter*innen vorbei gegangen. Die Angst einer Ansteckung war sehr groß, wenn man bedenkt, mit vielen Haushalten die Erzieher*innen täglich in Kontakt kommen. „Mit zunehmender Durchimpfung des pädagogischen Personals kehrt ein wenig Sicherheit zurück, man kann sich wieder ganz auf die wichtige Arbeit mit den Kindern konzentrieren“, so Veronika Hausch, Leiterin des kath. Kindergartens Eichhalde in Königsbronn.

Hier spielt das Thema Notbetreuung eine große Rolle. Zu Beginn der Pandemie gab es klare Regelungen, welche Kinder einen Anspruch auf einen Platz in der Notbetreuung haben.  Heute sind viele Eltern laut Arbeitgeber systemrelevant und unabkömmlich, vor allem in den Krippenbereichen kann mit einer Gruppenauslastung von  teilweise 80 % nicht mehr von Notgruppen gesprochen werden. Hinzu kommt, dass Eltern oft zum Spielball zwischen Arbeitgeber und Kindertageseinrichtung werden und die gesetzlich vorgeschriebenen Kindkranktage vom Arbeitgeber einfach nicht gewährt werden. Monika Brauch Siedler aus dem Kath. Kindergarten St. Martin in Hofherrnweiler betonte die Wichtigkeit, Verordnungen und Auflagen der Politik frühzeitig zu kommunizieren.

Die Umsetzung in den Einrichtungen muss geplant werden und benötigt mehr Vorlaufszeit.

Diesbezüglich und bei den Vorschriften zur Testung wünschen sich alle Teilnehmer*innen einheitliche und klare Regelungen. Derzeit entscheidet noch jeder Träger selbst, ob und wie getestet wird.

In die Zukunft gesehen treibt Christoph Knak, Leiter der Städt Kinderwelt „Forschen, Leben, Lernen“ in Heidenheim-Mergelstetten u. a. die Themen Ganztagesbetreuung und der Fachkräftemangel um.

Es muss dringend Klarheit darüber herrschen, wo es fachlich hingehen soll. Margit Stumpp spricht sich für die Ganztagesregelung aus, allerdings nur mit Qualität und Fachpersonal.

Der Leiter des Kinderhauses in der Au in Sontheim Brenz, Simon Abele, freut sich über die gute Umsetzung des Bundesqualitätsentwicklungsgesetzes. Der Anfang ist gemacht, aber die Eckpunkte sind noch lange nicht ausreichend durchdacht. Petra Reiss, Leiterin des ev. Kinderzentrums Herbrechtingen ist gleicher Meinung und betont, dass ein größerer Personalschlüssel ein Mehrwert für alle darstellt. Die Arbeit in den KiTas muss bildungspolitisch endlich auf Augenhöhe mit der Arbeit an Schulen gesetzt werden. 

„Mit Blick auf den Herbst ist es nun wichtig, dass die Versprechen, die jetzt aus allen Ecken kommen, festgenagelt werden. Bildung, und dazu zählt auch die frühkindliche Bildung muss oberste Priorität haben!“ betont Margit Stumpp. Wertschätzung, Dank, Anerkennung. Vieles wird dem Fachpersonal seitens der Eltern entgegen gebracht.

Ein offenes Ohr aus der Politik, die Achtung Ihrer Arbeit – diesen Wunsch kam von allen Teilnehmer*innen. Und das auch noch nach der Pandemie!”