Zum heute veröffentlichten OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2021“ erkläre ich als Sprecherin für Bildung:

“Mit dem OECD-Bildungsbericht bekommt Bundesbildungsministerin Karliczek die finale Quittung für ihrer Politik nach der Vogel-Strauß-Methode. Anstatt für beste Bildung für alle zu sorgen, hat die Ministerin achselzuckend zugesehen, dass die Bildungsspaltung in Deutschland wieder zunimmt. Anders als im EU-Durchschnitt beenden in Deutschland wieder mehr junge Erwachsene die Schule ohne Abschluss der Sekundarstufe II, die die OECD als „Mindestanforderung“ bezeichnet, um in Wirtschaft und Gesellschaft zurechtzukommen. Bildung ist das höchste Gut für unser Land, das auf die Kreativität und den Erfindergeist seiner Einwohner angewiesen ist. Darum muss die nächste Bundesregierung die Weichen auf Bildungsgerechtigkeit stellen.

Der OECD-Bildungsbericht reiht sich ein in vorherige Alarmmeldungen: Ziele wie die Halbierung der Quote von Jugendlichen ohne Schulabschluss oder die Halbierung der Quote der Erwachsenen ohne Berufsausbildung, die Bund und Länder auf dem Bildungsgipfel 2008 beschlossen haben, rücken wieder in weite Ferne. Die alarmierenden Befunde hat Karliczek beiseite gewischt. Diese Ignoranz wird zu einer weiter wachsenden Zahl von Menschen ohne Ausbildung führen, die nur sehr schwer in Lohn und Brot finden, denn Ungelernte sind die Hauptrisikogruppe für Arbeitslosigkeit.

Bund und Länder müssen gemeinsam gegen die zunehmende Bildungsspaltung angehen und eine Bildungsoffensive vereinbaren. Nötig sind dauerhafte Finanzierungswege für Schulen in benachteiligten Regionen und Quartieren sowie insgesamt mehr Engagement des Bundes. Alle Jugendlichen sollen eine Ausbildungsgarantie erhalten und damit die Chance auf einen qualifizierten Berufsabschluss. Das Nachholen eines Schulabschlusses muss auch in späteren Lebensphasen kostenfrei möglich sein. Überfällig ist zudem die soziale Öffnung der Hochschulen. Oberste Priorität hat darum ein Neustart des BAföG mit einer Grundsicherung für Studierende und Auszubildende. All das sind Eckpfeiler einer beherzten und vorbeugenden Bildungspolitik, die kein Kind und keinen Jugendlichen verloren gibt.”

Die Pressemitteilung wurde unter anderem von Jan-Martin Wiarda für seinen Bildungsblog aufgegriffen.