Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte auf Drängen der Kanzlerin vor zwei Monaten eine Nationalen Bildungsplattform angekündigt. Heute veröffentlichte sie konkretere Vorstellungen inklusive der Ankündigung, dass erst 2023 mit der Plattform zu rechnen sei. Dazu erkläre ich als Sprecherin für Bildungspolitik:

“Und sie bewegt sich doch: Nachdem die Pandemie seit über einem Jahr schwere Schäden in unseren Schulen und bei den individuellen Bildungschancen angerichtet hat, startet Ministerin Karliczek erst heute die Ausschreibung für eine dringend notwendige digitale Bildungsplattform. Ich freue mich, dass sich mein Vorschlag für eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung im Nationalen Bildungsraum widerspiegelt. Leider wurde viel Zeit verloren, in denen die Schulen wenig unterstützt wurden und die Unzufriedenheit und Verzweiflung unter Lehrkräften, Eltern und Schüler*innen stetig wuchs. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum sich das Ministerium bis 2023 Zeit lassen möchte, um die Bildungsplattform zu realisieren. Wir brauchen die Angebote besser gestern als morgen. Es wurde bereits zu viel Zeit versäumt, jetzt brauchen wir einen Turbo!

Eine ambitionierte bundesweite Bildungsplattform bietet großes Potential, wenn die Schnittstellen offen und die Angebote niedrigschwellig und qualitätsgeprüft sind. Die Gefahr bei einer eierlegenden Wollmilchsau – und so ist der Bildungsraum konzipiert – ist, dass die Ansprüche nicht eingehalten und die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden können. Daher muss unbedingt sichergestellt werden, dass die neue Plattform alle bestehenden Angebote einschließt, zusammenfasst und einordnet; Parallelstrukturen gilt es unbedingt zu vermeiden. Und daneben muss ein solches Angebot dauerhaft finanziert und redaktionell betreut werden. Da ist der Bund in der Pflicht. Das letzte Jahr hat eindrücklich gezeigt, dass es feste Strukturen braucht und kein neues Projektfeuerwerk.