In dieser Woche debattieren wir im Bundestag den Bundeshaushalt für das kommende Jahr. Das Budget des Bundesbildungsministeriums entspricht leider dem unambitionierten und wenig engagierten Agieren der Ministerin. Mit meinen Änderungsanträgen zeige ich, welche Probleme kurz- und mittelfristig angegangen werden müssen, damit die Schulen zu Orten der Chancengerechtigkeit werden:

1) Sofortprogramm für mobile Luftfilter in Schulen

Die Schulschließungen zu Beginn der Pandemie waren rückblickend ein schwerer Fehler, der die Bildungschancen von vielen jungen Menschen enorm beeinträchtigt hat. Damit die Schulen nun nicht erneut schließen müssen, sollten alle Maßnahmen getroffen werden, um den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten. Dazu gehört auch der Einsatz von mobilen Luftfiltern, den wir mit 500 Millionen Euro fördern wollen, in erster Linie für finanzschwache Kommunen.

2) Bundeszentrale für digitale und Medienbildung

Damit die Digitalisierung der Schulen erfolgreich sein kann, brauchen Lehrkräfte Unterstützung und Angebote für ihren Unterricht. Mit einer Bundeszentrale für digitale und Medienbildung soll eine niederschwellige Anlaufstelle geschaffen werden, wo Pädagog*innen und alle Interessierten qualitätsgeprüfte Angebote und Materialien finden könnten. Mit jährlich zehn Millionen Euro könnte eine solche Stelle mit hoher Reichweite geschaffen werden.

3) Förderprogramm für Schulen in benachteiligten Regionen und Quartieren

In kaum einem anderen Industrieland hängt der Bildungserfolg so stark an der Herkunft wie hierzulande. Benachteiligte Kinder müssen meist auch auf die am schlechtesten ausgestatteten Schulen gehen. Das möchte ich ändern, in dem mithilfe von Sozialindizes Schulen mit besonderen Bedarfen identifiziert und mit zwei Milliarden Euro unterstützt werden. Zentral sind multiprofessionelle Teams an den Schulen, die die Lehrkräfte entlasten, Präventionsarbeit leisten und individuelle Förderung ermöglichen.