GI-Webinar: Die Bildungsungerechtigkeit durch den digital Gap muss ausgeglichen werden
Screenshot von gi.de

GI-Webinar: Die Bildungsungerechtigkeit durch den digital Gap muss ausgeglichen werden

Bereits Anfang Mai diskutierte ich mit  Vertreterinnen und Vertretern aus der Bildungs- und Digitalpolitik, der Schulpraxis und der Wissenschaft erste Lehren und Erkenntnisse, aus der Corona-Krise für das Bildungs- und insbesondere das Schulsystem auf Einladung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI). Die Diskussionsrunde wurde aufgezeichnet und ist auf
dem Youtube-Kanal der Gesellschaft für Informatik nachzusehen und -zuhören.

Bildungsgerechtigkeit hängt neben der sozioökonomischen Her­kunft inzwischen auch von der digitalen Ausstattung der Schulen ab. Die Digitalisierung der Schulen hat sich in den letzten 40 Jahren nur mit sehr kleinen Schritten weiterentwickelt und ist weiterhin eng mit dem persönlichen Engagement einzelner Lehrkräfte ver­knüpft; der kurzzeitige Aufbruch ins Digitale um die Jahrtausend­wende ist wieder im Sande verlaufen.

Hier sind strukturelle Veränderungen nötig, nämlich die Entkopp­lung der Bildungsgerechtigkeit vom Elternhaus und engagierten Lehrkräften, die sich um die schulische Technik kümmern. Hierzu brauchen wir eine digitale Grundausstattung für jede Schule in Deutschland: Diese umfasst neben der Breitbandversorgung und den Endgeräten auch die professionelle Administration. Nur so kann Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet werden. Die Lehrkräfte müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Infra­struktur funktioniert.

Um Homeschooling erst möglich zu machen, brauchen wir ebenso eine organisatorische Infrastruktur: Hierzu gehören Mailadressen für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler, ein gesicherter Zu­gang zu Schulclouds, Lernmanagementsystemen und Messengern.

Darauf aufbauend benötigen Lehrkräfte das pädagogische Rüst­zeug, um die Möglichkeiten nutzen zu können. Es ist nicht hinnehmbar, dass sich angehende Lehrkräfte im Studium immer noch nicht zwingend mit den Möglichkeiten digitaler Unterrichts auseinander­setzen müssen. Das können wir uns für die Zukunft nicht leisten. Wir brauchen einen digitalen Fokus in der Aus-, Fort- und Weiterbil­dung.

Daneben brauchen Lehrkräfte einen Überblick über die vielen be­stehenden Tools und Instrumente der digitalen und Medienbildung. Hier könnte eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung helfen. Die Krise zeigt einmal mehr, dass eine solche Anlaufstelle drängender ist denn je. Denn es gibt genügend Angebote und Content, was fehlt ist die Orientierung für Lehrkräfte, und Eltern: Ist die Quelle seriös? Welche Interessen stehen hinter einem Angebot? Für welche Altersgruppe ist es geeignet? Stimmt die Qualität? Wie kann ich das didaktisch einsetzen? Hier wollen wir Hilfe sicherstellen, damit gute digitale Bildung kein Zufall bleibt.

Das Ziel muss sein, den digital Gap zu verringern und Bildungsge­rechtigkeit auch und gerade beim der pandemiebedingten digitalen Beschulung sicherzustellen.

Eine sehr gelungene Dokumentation der Veranstaltung ist auf der Website der Gesellschaft für Informatik (GI) zu finden.

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