Gemeinsam mit meiner Kollegin Tabea Rößner (Sprecherin für Digitalpolitik) fordere ich die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein auf, Stellung zum Fall der abgesetzten Sat.1-Sendung „Plötzlich arm, plötzlich reich“ zu beziehen. In einem Schreiben an den Direktor der Medienanstalt, Thomas Fuchs, haben wir gefragt, ob und wann die für die Aufsicht von Sat.1 zuständige Anstalt von den mittlerweile öffentlich bekannt gewordenen mutmaßlichen Verstößen gegen den Kinder- und Jugendschutz während der Dreharbeiten zur Reality-TV-Sendung erfahren habe.

Der an den Dreharbeiten beteiligte Sänger Matthias Distel hat schwere Vorwürfe gegen die Sat.1-Sendeleitung und gegen die Geschäftsführung der ausführenden Produktionsfirma Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH erhoben. So hätten die Verantwortlichen der Sendung zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren als Darsteller verpflichtet, die offensichtlich durch häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch stark traumatisiert waren. Trotz der Kenntnis über den Zustand der beiden Kinder hätten die Dreharbeiten weitergeführt werden sollen. Sollten die Vorwürfe zutreffen, ist dieser Vorfall “absolut inakzeptabel”. Wir fordern von der Medienanstalt eine lückenlose Aufklärung des Falls und eine Stellungnahme dazu, welche Schritte die Medienaufsichtsbehörde unternommen hat.