Bundeszentrale für digitale und Medienbildung

Bundeszentrale für digitale und Medienbildung

Mit der “Bundeszentrale für digitale und Medienbildung” wollen wir einen Aufbruch für mehr Kompetenzen in den Bereichen Digitalisierung, Informatik und Medien initiieren. Die Digitalisierung ist im Bildungsbereich nicht mehr wegzudenken und wird immer bedeutender. Das war Praktiker*innen und Expert*innen auch schon vor Corona klar. Doch aktuell wird der Bedarf offensichtlich. Auf der anderen Seite bescheinigt die ICILS-Studie deutschen Schüler*innen lediglich mittelmäßige computer- und informationsbezogene Kompetenzen. Auf diesen Handlungsbedarf müssen wir reagieren. Dafür brauchen pädagogische Fachkräfte bessere Orientierung und gute Angebote.

Die Bundeszentrale beantwortet dazu immer wieder auftauchende Fragen:

  • Wie bewege ich mich sicher im Netz?
  • Wie schütze ich meine Daten vor Missbrauch?
  • Wie kann ich den digitalen Wandel aktiv mitgestalten oder wie begleite ich mein Kind oder Schüler*innen sicher in einer Welt, in der das Analoge und Digitale immer weiter verschwimmt?
  • Wo finde ich lizenzfreie Software für meinen Unterricht?    

Zentrale Forderungen des Antrags sind

  • Schaffung einer „Bundeszentrale für digitale und Medienbildung“ als Bund-Länder-Projekt
    • Online-Plattform inklusive App: Bestehende Angebote werden geprüft, zusammengefasst und nutzerfreundlich präsentiert
    • pädagogische Beratungs- und Weiterbildungstools für Lehrkräfte
    • Ermöglichung von Expert*innen-Austausch
  • Das Bundesbildungsministerium verantwortet die Vergabe der Bundeszentrale, die über ein jährliches Budget von 10 Mio. Euro verfügt, und arbeitet zusammen mit den Bundesbeauftragten für Medien und Digitalisierung sowie den Datenschutzbehörden.    

Die Idee wurde auch von der Presse aufgegriffen wurde, etwa

Gegenüber der Presse habe ich als Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen erklärt:

“Nicht erst die Corona-Pandemie führt uns vor Augen, dass wir bei digitalen Lern- und Lehrmöglichkeiten hinterher hinken. Mit der Bundeszentrale für digitale und Medienbildung versetzten wir Schulen, Lehrkräfte und Schüler*innen in die Lage, auch ohne Klassenraum zu lehren und zu lernen. Das hilft in Ausnahmefällen wie diesen, aber auch im geregelten Schulalltag.
 
“Wir nutzen die Marke “Bundeszentrale”, um den Nutzer*innen ein niederschwelliges Angebot zu unterbreiten, dem sie vertrauen können und das qualitätsgeprüft ist. Die Bundeszentrale für digitale und Medienbildung wird so zur zentralen Anlaufstelle, die die bestehenden Initiativen und Angebote bündelt, deren Reichweite erhöht und so deutlich mehr Menschen erreicht.”

“Der Digitalpakt – dem wir Grünen im Bundestag und Bundesrat mithilfe der Verfassungsänderung den Weg geebnet haben – wird nur dann zum Erfolg, wenn die neue Technik in den Schulen auch kompetent genutzt wird. Und dies wird nur geschehen, wenn die Lehrerinnen und Lehrer sich ausreichend gewappnet sehen. Die Bundeszentrale wird somit ein Schlüssel für den Erfolg des Digitalpakts.”

“Die Bundeszentrale für digitale und Medienbildung ebnet den Weg, den digitalen Wandel selbstbestimmt, kompetent und kritisch zu gestalten. Zum einen befähigen wir Lehrkräfte als Multiplikator*innen und schaffen einfache und niedrigschwellige Zugänge für alle Interessierten. Mit dem Budget von jährlich 10 Millionen Euro machen wird deutlich, dass kein weiteres Projekt neben bestehenden geschaffen, sondern die digitale und Medienbildung auf einen neue Stufe gehoben wird. Die Bundeszentrale wird zur Plattform, auf der bestehende qualitativ hochwertige Angebote präsentiert, gebündelt und vernetzt werden.”

Zum Hintergrund
Als Ingenieurin, Berufsschullehrerin und Systemadministratorin meiner Schule habe ich früh die Erfahrung gemacht, dass viele Lehrkräfte Berührungsängste haben, wenn es um den Einsatz digitaler Technik im Unterricht geht. Viele fühlten und fühlen sich unsicher, zu wenig vorbereitet, von der Geschwindigkeit der digitalen Entwicklungen überrannt oder haben Schwierigkeiten, die Eignung des Materials für den digitalen Unterricht einzuordnen. Die Idee einer zentralen Servicestelle war geboren. Hier sollten niederschwellige, qualitätsgesicherte und vertrauenswürdige Angebote bereitgestellt werden.
Seit Beginn der Wahlperiode führte ich viele Gespräche mit Akteur*innen der digitalen Bildung. In diesen wurde der Handlungsbedarf offensichtlich:

  • Viele Lehrkräfte sind überfordert und wünschen sich eine glaubwürdige und unabhängige Anlaufstelle. Der Digitalpakt vergrößert diesen Bedarf enorm.
  • Bestehende Angebote und Initiativen leisten meist gute Arbeit; ihnen fehlt es jedoch an Reichweite oder sie beschränken sich auf Teilbereiche, z.B. Verbraucherbildung oder Kindersuchmaschine.
  • Es braucht einen Fokus auf Lehrkräfte sowie Interessierte und Heranwachsende.

Der verfassungsrechtliche Rahmen beschränkt den bildungspolitischen Handlungsspielraum des Bundes. Mit dem Modellprojekt, bei dem die Länder von Beginn an beteiligt sind, haben wir einen Weg gefunden, von Bundesseite den Ländern ein Angebot zu unterbreiten und bei der erfolgreichen Umsetzung des Digitalpakts zu unterstützen.

One comment

  • Ralph Deifel

    Von Ralph Deifel

    Antworten

    Bitte berücksichtigen Sie bei der Diskussion und der parlamentarischen Erörterung unbedingt die Bibliotheken, sowohl die öffentlichen als auch die wissenschaftlichen Bibliotheken, denn digitale Bildung und Medienbildung findet nicht nur in Schulen und durch Pädagog*innen statt! Weitere Informationen gibt Ihnen gerne der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) http://www.bibliotheksverband.de . Auch ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichem Gruß

    Ralph Deifel

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