Bundestagsrede zu meinem Antrag “Ein Update für die Schulen”
Screenshot bundestag.de

Bundestagsrede zu meinem Antrag “Ein Update für die Schulen”

Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Fraktion mir vor der Sommerpause die Chance gegeben hat, meinen Antrag “Lernen aus der Krise – Ein Update für die Schulen” im Plenum des Bundestag zu debattieren:

Worum geht’s im Antrag?

Schülerinnen und Schüler leiden besonders unter der Corona-Pandemie: Zum einen müssen sie die wochenlangen Schulschließungen mithilfe zumeist unzureichenden technischen Voraussetzungen sowie meist schlecht vorbereiteten Schulen und Lehrkräften überbrücken und zum zweiten verschärft sich die Bildungsungerechtigkeit mit jedem Tag der Schulschließungen weiter. Bestehende Missstände an unseren Schulen werden durch Corona deutlicher denn je:

Die Schulen und Lehrkräfte sind nur unzureichend auf die Digitalisierung vorbereitet, das betrifft z.B. die Ausstattung, Endgeräte, Lernmanagementsysteme, Mailadressen oder pädagogische Kompetenzen.

In maroden Schulgebäuden werden mancherorts alltägliche Dinge wie regelmäßiges Händewaschen zur Herausforderung; der Investitionsstau an unseren Schulen beläuft sich inzwischen auf 43 Mrd. Euro. Die Schulen sind chronisch unterfinanziert, weil die Lasten nicht fair zwischen Bund, Ländern und Kommunen verteilt sind.

Was sind die zentralen Forderungen des Antrags?

  1. Die Digitalisierung des Bildungswesens muss konsequent voran getrieben werden, dazu gehört:
    • allen Schulen eine digitale Grundausstattung zur Verfügung zu stellen, was die Schulen, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler gezielt fokussieren muss;
    • eine “Bundeszentrale für digitale und Medienbildung” ins Leben zu rufen, um Lehrkräften und Interessierten eine niedrigschwellige Anlaufstelle zu schaffen, wo sie qualitätsgeprüfte Angebote u. a. für ihren Unterricht finden;
    • den Digitalpakt Schule mithilfe eines Digitalpakts Plus abzusichern;

  2. Daneben braucht es endlich eine Fokussierung auf die Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler unabhängig vom Elternhaus. Dazu gehört:
    • ein Aufholprogramm für Schulen in benachteiligten Stadtteilen und Regionen. Dazu braucht es gezielt mehr pädagogisches Personal und zusätzliche Mittel. Eine datenbasierte Ressourcensteuerung etwa über Sozialindizes kann dabei hilfreich sein;
    • multiprofessionelle Teams aus Lehrkräften, Sozial- und Medienpädagog*innen, Integrationshelfer*innen, IT-Expert*innen, Sozialarbeiter*innen und anderen außerschulischen Partner*innen;
    • selbstverständlich digitale Endgeräte für den Unterricht auch für Familien im Transferbezug. Hier sollten kurzfristig die Jobcenter entgegenkommend entscheiden und mittelfristig das Sozialgesetzbuch entsprechend angepasst werden.

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