Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen des Arbeitskreises tauschte ich mich mit dem Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft über unsere bildungspolitischen Positionen und Vorhaben mit Blick auf die kommende Legislaturperiode aus.

Im Vordergrund stand dabei die Rolle des Bundes im Bildungsföderalismus. Hier teilen wir die Meinung, dass es essentiell ist, für gesetzliche Rahmenbedingungen für eine starke (Kosten-) Beteiligung des Bundes zu sorgen. Die Bildung in Deutschland ist systematisch unterfinanziert, die Mängel sind durch die Pandemie nochmal deutlicher geworden. Deshalb brauchen wir einen wirklichen und nachhaltigen Anstieg der Bundesinvestitionen.

Auch beim Ausbau des Ganztags sind wir uns einig, dass die Einführung eines Rechtsanspruchs in der Grundschule ein Schritt in die richtige Richtung ist und wir uns beim Ausbau für einen guten Ganztag von hoher Qualität einsetzen. Hierzu braucht es multiprofessionelle Teams, die Knowhow in der Pädagogik, im Medizinischen und besonders dem Digitalen mitbringen. Denn wir benötigen eine grundlegende Basisdigitalisierung und IT-Profis an allen Schulen.

Am Aufholprogramm der Bundesregierung stellen wir wesentliche Mängel fest. Eine Milliarde zum Aufholen der Lernrückstände klingt nur zu Beginn nach viel, bedeutet letztlich aber nur 90 Euro pro Kind. Das ist deutlich zu wenig! Zudem müssen wir uns auch hier vom Königsteiner Schlüssel abwenden, hin zu einer an Sozialindizes orientierten Verteilung der Gelder.

Ich bedanke mich sehr über den regelmäßigen, intensiven Austausch mit der GEW und freue mich auf die weitere gemeinsame Arbeit. Zudem verabschiedeten wir uns von der GEW-Vorsitzenden Marlis Tepe, die beim kommenden Gewerkschaftstag nicht wieder kandidieren wird. Liebe Marlis, herzlichen Dank für deinen unermüdlichen Einsatz, die konstruktive Zusammenarbeit und alles Gute für den kommenden Lebensabschnitt!