Praktikumsbericht: Aus dem Wahlkreis nach Berlin
Copyright: Margit Stumpp MdB

Praktikumsbericht: Aus dem Wahlkreis nach Berlin

Im Rahmen meines Studiums hatte ich die Chance, zwischen dem 02.09.2019 und dem 25.10.19 ein achtwöchiges Praktikum im Berliner Büro der Abgeordneten Margit Stumpp zu absolvieren.

Nach der langen Anreise aus dem Wahlkreis Aalen – Heidenheim war ich schon gespannt, was mich im Büro in Berlin so alles erwarten würde. An meinem ersten Tag wurde ich an der Pforte Unter den Linden 50 abgeholt und von Margit Stumpp und ihrem jungen, überaus freundlichen und hilfsbereiten Team willkommen geheißen. Neben einer umfassenden Einweisung in die Tätigkeiten im Büro und die verschiedenen Gebäude des Bundestags, erhielt ich auch meinen Hausausweis. Mit ihm konnte ich ab nun selbst in die Räumlichkeiten des Bundestags ein- und ausgehen. Da es neben dem Reichstagsgebäude noch viele weitere Gebäude mit Büroräumen gibt und die meisten Häuser auch unterirdisch miteinander verbunden sind, dauerte es einige Tage, mich dort richtig orientieren zu können.

Margit Stumpp ist Sprecherin für Bildungs- und Medienpolitik, sowie Expertin für digitale Infrastruktur. Schnell merkte ich, wie stark die Arbeit und auch die Organisation ihres Teams auf diese Themen eingestellt sind. So ist etwa jedem Mitarbeitenden eines der drei Themengebiete zugeordnet und in Sitzungswochen werden die entsprechenden Arbeitsgruppen, Arbeitskreise und Ausschüsse vorbereitet und besucht. Trotz meines Politikstudiums hatte ich bisher noch nie einen realen Einblick in die parlamentarische Arbeit und die tatsächlichen Abläufe im Bundestag. Umso mehr freute ich mich, so unglaublich viele Einblicke erhalten zu können. Auch durfte ich Margit Stumpp in Arbeitsgruppen oder Ausschüsse begleiten und alle Vorgänge „live“ miterleben. Auch den Aufbau der Fraktion und die verschiedenen Gruppen, in denen gearbeitet wird zu verstehen war für mich sehr interessant. Dadurch kann ich nun zum einen nachvollziehen, was das Aufgabenspektrum eines Abgeordneten umfasst, aber auch, welch langer Weg etwa hinter einem Gesetzesentwurf steckt.

Meine Tätigkeiten umfassten einen bunten Mix aus verschiedenen Aufgaben. So fing mein Arbeitstag meist mit der Sortierung der Post und der Erstellung eines lokalen Pressespiegels an. In sitzungsfreien Wochen durfte ich dann die wissenschaftlichen Mitarbeitenden mit Rechercheaufgaben zu verschiedenen Themen wie etwa der neuen Mobilfunkfrequenz 5G unterstützen. Auch bei der Verfassung von Pressemitteilungen und anderen Formaten durfte ich in Margit Stumpps fünfköpfigen Team in Berlin mitwirken. Dazu kamen Aufgaben wie das Verfassen von Beiträgen für die Website, oder die Pflege der Website allgemein. Auch fanden häufig Veranstaltungen der Fraktion wie etwa Fachgespräche mit Experten statt, die ich unterstützen konnte.

In Sitzungswochen ist der Ablauf der verschiedenen Tage klar geregelt. So steht montags meist eine Bürobesprechung an und die wissenschaftlichen Mitarbeitenden der Abgeordneten treffen sich bereits zu Besprechungen untereinander. Ab Montag Nachmittag beginnen dann schon die ersten Arbeitsgruppen, gefolgt von Arbeitskreisen, der Fraktionssitzung am Dienstag und den Ausschüssen am Mittwoch. Besonders interessant war für mich, dass ich die Möglichkeit hatte, auch in die Ausschüsse oder die Fraktionssitzung zu gehen. Dadurch bekam ich einen umfassenden Einblick in die parlamentarische Arbeit und über die Art und Weise, wie dort die verschiedenen Themen bearbeitet, beraten und debattiert werden. Dies gilt auch für die Plenardebatten, die ab Donnerstag stattfinden – beeindruckend, das erste Mal live zu sehen zu können, was man sonst nur im Fernsehen sieht.

Durch mein achtwöchiges Praktikum konnte ich unglaublich viele Eindrücke sammeln, den Bundestag kennenlernen und mich mit vielen netten Menschen austauschen. Mir ist bewusst geworden, mit welch vielfältigen Themen, Terminen und Menschen Abgeordnete zu tun haben Dabei ist gute Koordination und Selektion im Abgeordnetenbüro von besonderer Bedeutung. In der Fülle an Informationen und Interaktionen ist es wichtig, klare Prioritäten zu setzen. Dadurch wurde mir auch klar, wie wichtig die klare Abgrenzung und die Zuständigkeit für bestimmte Themen sind. Die Beratungen und Diskussionen zu möglichen Gesetzen, Positionen der Parteien und Informationen sind so komplex, dass ohne klar geregelte Organisation im Bundestag schnell Chaos herrschen würde. Anders wäre es in einem Arbeitsparlament nicht möglich, über so viele Themen zu beraten und sich auszutauschen.

Besonders interessant fand ich als Student der Politikwissenschaften natürlich auch die Aufgaben der Mitarbeitenden im Abgeordneten Büro von Margit Stumpp. Sie müssen sehr flexibel sein, über viele Themen Bescheid wissen und sich trotz ihrer Fachgebiete schnell in aktuelle Themen und Geschehnisse einarbeiten. Sie unterstützen die Abgeordnete mit Pressearbeit, Organisation von Terminen und Reisen, bei der Vorbereitung von Reden und anderen Formaten. Somit stehen sie die ganze Zeit in engem Kontakt zur Abgeordneten und ihren Themen. Sie sind viel damit beschäftigt, Hintergrundinformationen etwa für Veranstaltungen zu recherchieren, Informationen zu selektieren, Komplexität zu reduzieren. Daneben kümmern sie sich auch um  wichtigen Themen, Anliegen & Termine aus dem Wahlkreis. Auch war ich begeistert vom „sozialen Faktor“ dieses Berufs. So sind die wissenschaftlichen Mitarbeitenden ständig mit anderen Abgeordneten Büros, Referent*innen der Fraktion, der Presse oder etwa bei Fachgesprächen mit Experten aus verschiedensten Bereichen vernetzt. Dabei entsteht unweigerlich ein großer Weitblick über verschiedenste Positionen verschiedener Akteure. Außerdem sind die wissenschaftlichen Mitarbeitenden auch mit den Formalien und Abläufen des Parlaments bestens vertraut.

Nicht zuletzt durch einen Tag, bei dem ich an einer Fahrt des Bundespresseamts teilnehmen konnte, habe ich auch Berlin mit seinen unendlichen Facetten neu kennenlernen dürfen. Die Zeit in Berlin war für mich unglaublich inspirierend und bereichernd. So konnte ich mich in Sachen Berufsorientierung, aber auch persönlich weiterentwickeln und extrem viele positive Erfahrungen sammeln. Ein besonderer Dank gilt deswegen der Abgeordneten Margit Stumpp für die Möglichkeit, ein solches Praktikum zu absolvieren und auch ihrem unglaublichen freundlichen und kompetenten Team, in welchem ich mich sehr wohl gefühlt habe und das Arbeiten immer eine Freude war! Schweren Herzens verabschiede ich mich vom Alltag in Margit Stumpps Büro im Bundestag und der Hauptstadt und kehre zurück in den Wahlkreis Aalen – Heidenheim.

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