Scheuers Mobilfunkstrategie darf keine Luftnummer sein

Scheuers Mobilfunkstrategie darf keine Luftnummer sein

Zur neuen Mobilfunkstrategie der Bundesregierung erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Medienpolitik und Expertin für digitale Infrastruktur:

„Lange hat die Gesamtstrategie Mobilfunk des Ministers Scheuer auf sich warten lassen. Einen konkreten Fahrplan zur Schließung weißer Flecken und Verbesserung der unzureichenden Mobilfunkabdeckung sucht man allerdings vergebens. Die Lösung soll eine „effektive Kombination“ von Maßnahmen sein, die sich zum Teil gegenseitig widersprechen. Die Verlängerung der älteren Flächenfrequenzen als finanzielles Zugeständnis an die Mobilfunkunternehmen sind kritisch zu bewerten, Spielregeln werden nachträglich verändert und damit Neueinsteigern Geschäftsmodelle verhagelt. Kommunen soll die Handhabung eines weiteren bürokratisch komplexen Förderprogramms aufgehalst werden, das war schon bei dem Breitband-Förderprogramm nicht erfolgreich. Und eine Weiße-Flecken-Auktion in Kombination mit einer Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft ist unlogisch – es sei denn, man unterstellt, dass die Auktionen ohne Ergebnis bleiben werden. Das allerdings wäre reichlich absurd und ließe sowohl an der guten Absicht als auch am Instrument (ver-)zweifeln. Vergeblich sucht man nach einer verpflichtenden Roaming-Regelung, anhand dieser Kundinnen und Kunden aller Netzbetreiber das bestehende Netz nutzen sowie Ausbaukosten und Mastendichte reduziert werden könnten. Die Bundesregierung hat scheinbar immer noch nicht realisiert, dass Breitband- und Mobilfunkausbau zusammengedacht werden müssen – gerade im Hinblick auf neue Mobilfunkstandards wie 5G.

Die angekündigten Maßnahmen, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, klingen in der Theorie vielleicht sinnvoll – die Beteiligungsverfahren vor Ort lassen sich allerdings nicht so leicht aushebeln. Je offener die Kommunikation, um so größer die Akzeptanz. Wo bleibt die Einsicht, dass die Menschen beim digitalen Wandel mitgenommen werden müssen? So besteht die Gefahr, dass die Umsetzung der Vorhaben scheitern.

Es bleibt der Eindruck, das Verkehrsministerium habe keinen erfolgsversprechenden Plan. Deswegen bietet der Minister ein Konglomerat sich z.T. widersprechender Einzelmaßnahmen an, die vorhersehbar keine spürbare Verbesserung der Mobilfunkversorgung bewirken werden. Die Maßnahmen der Bundesregierung dürfen nicht ständig Luftnummern sein, die wirkungslos verpuffen. Das kann sich Deutschland nach jahrelangem Feststecken in Funklöchern nicht leisten.“

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