Pressestatement zur Kulturförderung in ländlichen Räumen
Bildlizenz: CC BY-SA 2.0 (Martin Abegglen, flickr.com)

Pressestatement zur Kulturförderung in ländlichen Räumen

Margit Stumpp, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim, erklärt zur Absichtsbekundung der Großen Koalition, Kultur in ländlichen Räumen wie dem Ostalbkreis und dem Landkreis Heidenheim zu stärken:

„Der Großen Koalition fehlt es an einem durchdachten Konzept für die kulturelle Infrastruktur in ländlichen Räumen. Sie beabsichtigt den Bundeskulturfonds aufzustocken, hat jedoch keinen Plan, was sie mit den Mitteln finanzieren will. Es steht zu befürchten, dass unter Schwarz-Rot der Löwenanteil der Bundeskulturförderung weiterhin in Prestige-Projekte wie das Berliner Stadtschloss oder die Hamburger Elbphilarmonie fließt. Die so notwendige strukturelle Kulturförderung in ländlichen Gebieten bleibt hingegen auf der Strecke.

Es wäre falsch, weiterhin ausschließlich die großen Leuchtturmprojekte zu fördern ohne dass in der Fläche wirklich viel ankommt. Die ausreichende finanzielle Ausstattung so wichtiger Kulturorte wie des Klosters Neresheim oder des Schlosses Kapfenburg ist eine wesentliche Voraussetzung für attraktive Kulturräume. Kulturförderung auf der Schwäbischen Alb muss darüber hinaus jedoch noch viel breiter gedacht werden. Denn der Effekt ist gering, wenn es tolle Kulturangebote gibt, aber die Resonanz zu niedrig ist, weil kein Bus hinfährt. Was bringen Räume für Kreative, wenn es keine ausreichende Internetverbindung gibt?

Kulturförderung auf dem Land ist immer auch eine Frage der Infrastrukturförderung. Kunst und Kultur müssen auch dahin gebracht werden, wo es keine oder zu wenig Strukturen gibt. Wie die EU-Förderinitiative LEADER ist auch die Bundes-Initiative „Trafo – Modell für Kultur im Wandel“ mit Projekten wie der Musikwerkstatt „OH! Für alle”  in Heidenheim sehr sinnvoll, muss aber unbedingt ausgebaut werden. Kleine Vereine und Initiativen müssen noch stärker als bisher unterstützt und vernetzt werden. Die Antragsstellung muss unkomplizierter und die Projektmittel müssen über längere Zeiträume bewilligt werden. Dafür setze ich mich gemeinsam mit meinem Kollegen Erhard Grundl, kulturpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, im Bundestag weiter ein.“

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