Zur Veröffentlichung der GEW-Studie “Digitalisierung im Schulsystem” erkläre ich als bildungspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen:

“Die aktuellen Zahlen der GEW sind wenig überraschend und müssen doch endlich Konsequenzen haben. Wir können es uns schlicht nicht leisten, dass die Hälfte der Schüler*innen kein WLAN im Klassenraum haben, dass 95 Prozent der Lehrkräfte ihre eigenen Geräte nutzen müssen oder dass mehr als die Hälfte von ihnen die ad-hoc-Digitalisierung als belastend empfinden. Es rächt sich nun, dass Jahre verschlafen wurden und nur Ankündigungen erfolgt sich, und das auf dem Rücken der Kinder, Jugendlichen und Lehrkräfte.

Es braucht jetzt eine schnelle und bedingungslose digitale Grundversorgung für alle Schulen. Moderne Bildung geht nicht mehr ohne Breitbandanschluss, WLAN, schuleigene Endgeräte, modere Präsentationstools, Schulclouds, Mail- und Messengerkommunikation oder Lernplattformen. Mit einem Digitalpakt Plus müssen die aktuellen Anstrengungen verstetigt werden, damit die Digitalisierung der Klassenzimmer keine Eintagsfliege bleibt und nicht teure Technik in den Schulkellern ungenutzt verstaubt.

Und ganz dringend brauchen wir – auch das zeigt die GEW-Studie deutlich – eine digital-pädagogische Offensive. Wie müssen die Lehrkräfte und Schulleitung darin unterstützen, die Digitalisierung ihrer Bildungseinrichtungen fundiert, kompetent und nachhaltig zu gestalten. Das heißt Schulentwicklungsprozesse sollten professionell unterstützu werden und Lehrer*innen muss in ihrer Aus- und Weiterbildung gezielt zu Playern der Digitalisierung werden. Eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung könnte die Kraftanstrengung abrunden, in dem die Lehrkräften geprüftes und geeignetes Lehrmaterial niederschwellig zur Verfügung stellt. Nur so wird die Digitalisierung der Schulen zum Mehrwert für alle.”