Es braucht mehr Wertschätzung für Lehrkräfte und Schulleitungen

Es braucht mehr Wertschätzung für Lehrkräfte und Schulleitungen

Zur heute vorgestellten VBE-Studie über die Einschätzung von Schulleitern bezüglich der Bildungspolitik erklärt Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Die Unzufriedenheit der Schulleiter zeigt exemplarisch die schlechten bildungspolitischen Rahmenbedingungen auf. Die Erwartungen gerade an Schulleitungen sind immens, die Wertschätzung dieser Arbeit ist jedoch meist gering, die individuellen Handlungsspielräume sind eng. Der Lehrberuf und die Leitungsfunktionen müssen attraktiver gemacht werden. Wir wollen sieben Prozent der Wirtschaftsleistung in allgemeine Bildung stecken. Das Aufweichen des Kooperationsverbotes, wie in Koalitionsvertrag vorgesehen, reicht da nicht aus; wir brauchen vielmehr dessen ersatzlose Streichung, damit Bund, Länder und Kommunen gemeinsam für eine zukunftsfähige Bildung unserer Kinder einstehen.

Mehr Bescheidenheit würde designierter Staatsministerin Bär gut tun

Mehr Bescheidenheit würde designierter Staatsministerin Bär gut tun

Margit Stumpp, medien- und bildungspolitische Sprecherin sowie Expertin für digitale Infrastruktur der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, zu den Aussagen der designierten CSU-Staatsministerin Dorothee Bär, über die deutsche Digitalpolitik:

Falls Frau Bär in ihrer Rolle als designierte Staatsministerin für Digitales ernst genommen werden möchte, sollte sie auf großspurige Versprechungen besser verzichten. Weiter lesen

Besuch bei Bürgermeister Jakl und der Firma Bairle in Dischingen
Lizenz: Gemeinde Dischingen

Besuch bei Bürgermeister Jakl und der Firma Bairle in Dischingen

Die neu gewählte Bundestagsabgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Margit Stumpp wollte wissen, wo in Dischingen der „Schuh drückt“. Deshalb kam sie am 5. Februar zum Gemeindebesuch nach Dischingen, um die Gemeinde besser kennen zu lernen und um zu erfahren, welche Probleme und Anliegen in Dischingen aktuell besonders relevant sind. So ist Frau Stumpp im Rahmen ihres Bundestagsmandats u. a. zuständig für die digitale Infrastruktur.

Bürgermeister Alfons Jakl begrüßte Frau Stumpp und stellte kurz die Gemeinde vor. Im Kreise der Amtsleiter wurden diverse aktuelle Themen diskutiert wie der Ausbau der Breitbandversorgung, die Finanzausstattung der Kommunen unter dem Aspekt der Berücksichtigung einer Flächenkomponente, die ärztliche Versorgung sowie die Finanzierung des Gesundheitswesens und der Pflege. Weiter besprochen wurde das Thema Entbürokratisierung am Beispiel des Denkmalschutzes, der Dokumentationspflichten, der Sicherheit bei Großveranstaltungen und des Brandschutzes, sowie die Schulpolitik und die Fördermöglichkeiten im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum bzw. Landessanierungsprogramm. Bürgermeister Alfons Jakl informierte auch, dass die Gemeinde auf Zuschüsse angewiesen ist und deshalb zum Jahresbeginn 2018 aufgrund des Investitionsstaus z. B. bei den Gemeindestraßen, Rathaus und Gemeindehallen Dunstelkingen und Eglingen gezwungen war, die Realsteuerhebesätze anzuheben.

Anschließend schloss sich ein Besuch der Druckerei Bairle an. Geschäftsführer Tobias Bairle stellte den Betrieb im Rahmen einer Präsentation vor. Die 1949 gegründete Firma wird bereits in der dritten Generation geführt und bietet Lösungen von Print bis Online an. Der 1980 (nach der Aussiedlung vom Marktplatz in die Gutenbergstraße) errichtete Neubau wurde zwischenzeitlich dreimal erweitert (zuletzt 2016). Aktuell arbeiten 45 Mitarbeiter/innen im Zweischichtbetrieb und erzielen einen Umsatz von 6,2 Mio. Euro. Bei der Betriebsbesichtigung konnte sich die Delegation von den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterschaft und den technischen Neuerungen bei den Produktionsmaschinen überzeugen. Geschäftsführer Tobias Bairle und Prokurist Martin Pampuch lieferten dazu fundierte Informationen aus erster Hand, welche insbesondere Frau Stumpp als bisherige Lehrkraft für Medientechnik am Kreisberufsschulzentrum Heidenheim sehr zu schätzen wusste.

Margit Stumpp zeigte sich auch beeindruckt von den Aktivitäten und Bemühungen der Gemeinde. Die vorgetragenen Sorgen nehme sie ernst und bot ihre Unterstützung an. Bürgermeister Alfons Jakl dankte ihr für ihr Interesse an der Gemeinde Dischingen und bat Frau Stumpp, sich weiterhin für den Ländlichen Raum bzw. die Interessen der Dischinger Bevölkerung und die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel einzusetzen.

Dieser Text wurde seitens der Gemeinde Dischingen verfasst.

Deutscher Fernsehpreis: sexistisch und rassistisch

Deutscher Fernsehpreis: sexistisch und rassistisch

Die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises zeigt: Die Macher (Macherinnen gibt’s wohl nicht) konservieren das Weltbild der 50er: Frauen als Sexobjekt mit nackten Brüsten und Bananen auf den Hüften ganz im kolonialen Kontext auf der Bühne. Die Moderatorin darf sprechen, hat aber genau so wenig zu sagen, wie die wenigen Frauen in der Jury. Die Preise gehen fast ausschließlich an Männer.

Dass Frauen doch etwas zu sagen haben, geht der Jury in der Kategorie Information dann doch noch auf, nominiert sind drei Frauen. Die Anmoderation durch einen vorsintflutlichen Schlager kategorisiert die Leistungen der Journalistinnen postwendend ins Hausfrauenniveau, dass es am Ende verwundert, dass der Preis überhaupt verliehen und angenommen wird.

Me too? Übergriffige, ihre Macht missbrauchende Männer? Relevanz von Frauen? Regisseurinnen? Produzentinnen? Gibts die überhaupt?

Was schert das beim Deutschen Fernsehpreis! Scheinbar sind die Strukturen im Deutschen Fernsehen tatsächlich so antiquiert und zementiert, wie in den letzten Wochen durch die Sexismus-Debatte sichtbar geworden ist und diskutiert wurde. Das zumindest hat die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises nachdrücklich demonstriert.

Bild-Lizenz: CC BY-NC 2.0 (Stéphane PERES)

35.000 fehlende Grundschullehrer*innen in den nächsten Jahren
Bild-Lizenz: CC BY 2.0 (© Christian Schwier)

35.000 fehlende Grundschullehrer*innen in den nächsten Jahren

Laut einer neuen Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fehlen in den nächsten Jahren bis zu 35.000 Lehrer*innen an Grundschulen. Das Problem des Lehrermangels ist zwar kein neues Phänomen, doch dessen Ausmaß ist erschreckend.

Grund für den seit Jahren wachsenden Lehrermangel sind immer höhere Anforderungen an die Lehrkräfte und das mangelnde Ansehen des Berufsstandes. Von Lehrerinnen und Lehrern wird heute Vieles erwartet: individuelle Förderung, inklusiver Unterricht, selbstorganisierte Lernformen, Medienbildung und digitales Lernen. Der Lehrberuf muss unbedingt wieder attraktiver werden, denn die derzeitige Situation ist völlig unzureichend. Es sind dringend mehr Investitionen notwendig: Wir fordern 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung bis 2025 auszugeben. Darüber hinaus muss die Ausbildung praxisnäher, müssen mehr Assistenzkräfte qualifiziert, Lehrer kontinuierlich weitergebildet und gesellschaftlich mehr wertgeschätzt werden. Der Lehrermangel kann nur durch bessere Rahmenbedingungen gestoppt werden.

Bild-Lizenz: CC BY 2.0 (© Christian Schwier)