Zukunftschancen von Kindern sichern

Zukunftschancen von Kindern sichern

Viele Bundesländer haben inzwischen zahlreiche Lockerungen der Corona-Beschränkungen erlassen. Doch Kinder und ihre Bedürfnisse wurden in der Krise zu wenig beachtet. Daher trafen wir uns am heutigen Mittwoch auf Einladung der Parteivorsitzenden Annalena Baerbock mit Vertretern von Schulen, Bildungsgewerkschaften, Städten und Landesregierungen, um über den Regelbetrieb an Schulen und Kitas nach den Sommerferien zu diskutieren.

Nach diesem Gespräch ist klarer denn je: Es war längst überfällig, Familien und Kinder in den Mittelpunkt der politischen Debatte zu stellen. Die Bildungsungerechtigkeit verschärft sich mit jedem Tag der Schulschließung  und die Missstände an Schulen werden offensichtlicher denn je. Weiter lesen

Mein Gastbeitrag im Tagesspiegel Background: „Ihr habt es in der Hand!“
Screenshot von tagesspiegel.de

Mein Gastbeitrag im Tagesspiegel Background: „Ihr habt es in der Hand!“

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Im „Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI“ konnte ich meinen Standpunkt für einen modern Bildungsföderalismus und Lehren aus Corona formulieren:

Die Regierungspartei CDU stellt große Thesen für die digitale Zukunft des Staates auf. Warum herrschen an den Schulen dann trotzdem Frust und digitale Ödnis, fragt sich Margit Stumpp, die bildungspolitische Sprecherin der Grünen und fordert einen modernen Bildungsföderalismus. Aus dem Kooperationsverbot müsse ein Gebot werden.

Digitale Lernsysteme brechen zusammen, Schulclouds ächzen unter dem Ansturm, mancher Unterricht wird per Videokonferenz versucht, Kopierer leisten Überstunden, Schülerinnen und Schüler sind überfordert oder werden gar abgehängt und viele Eltern sind frustriert: So sieht vielerorts der aktuelle Schulalltag aus. Es rächt sich gerade bitter, dass die Schulen noch lange nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind. Das hat viele Gründe: Weiter lesen

Zu Gast in der SWR-Sendung „mal ehrlich…Schule in der Krise!“

Zu Gast in der SWR-Sendung „mal ehrlich…Schule in der Krise!“

Gestern habe ich mit Moderator Florian Weber und seinen Gästen im SWR Bürgertalk über die pandemiebedinge Schulkrise diskutiert. In der Sendung „mal ehrlich…Schule in der Krise!“ konnte ich meine Ideen für einen modernen Bildungsföderalismus und die notwendige digitale Grundausstattung für alle Schulen erläutern.

HIER geht es zur Aufzeichnung der Talkshow in der ARD-Mediathek.

Mein Antrag „Lernen aus der Krise – Ein Update für die Schulen“
Lizenz: Pixabay CC0

Mein Antrag „Lernen aus der Krise – Ein Update für die Schulen“

Worum geht’s?

Schülerinnen und Schüler leiden besonders unter der Corona-Pandemie: Zum einen müssen sie die wochenlangen Schulschließungen mithilfe zumeist unzureichenden technischen Voraussetzungen sowie meist schlecht vorbereiteten Schulen und Lehrkräften überbrücken und zum zweiten verschärft sich die Bildungsungerechtigkeit mit jedem Tag der Schulschließungen weiter. Bestehende Missstände an unseren Schulen werden durch Corona deutlicher denn je:

  • Die Schulen und Lehrkräfte sind nur unzureichend auf die Digitalisierung vorbereitet, das betrifft z.B. die Ausstattung, Endgeräte, Lernmanagementsysteme, Mailadressen oder pädagogische Kompetenzen; die Mittel des Digitalpakts Schule werden nur sehr schleppend abgerufen.
  • In maroden Schulgebäuden werden mancherorts alltägliche Dinge wie regelmäßiges Händewaschen zur Herausforderung; der Investitionsstau an unseren Schulen beläuft sich inzwischen auf 43 Mrd. Euro. Die Schulen sind chronisch unterfinanziert, weil die Lasten nicht fair zwischen Bund, Ländern und Kommunen verteilt sind.
  • Ungleiche Startchancen werden kaum ausgeglichen und während der Schulschließungen weiter verschärft. Der Bildungserfolg hängt noch immer überproportional von sozioökonomischen Hintergrund der Eltern und leider auch vom Standort der Schulen ab.

Die Leistungsfähigkeit des gegenwärtigen Bildungsföderalismus scheint begrenzt zu sein, die Krise wirkt dabei wie ein Katalysator für die bereits seit Jahren schwelenden Probleme.

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#digitalvscorona-Webinar: Digitalisierung der Bildung – Chancen und Herausforderungen des pandemiebedingten Digitalisierungsschubs

#digitalvscorona-Webinar: Digitalisierung der Bildung – Chancen und Herausforderungen des pandemiebedingten Digitalisierungsschubs

Die Corona-Pandemie stellt die Bildungslandschaft vor große Herausforderung, bietet aber auch Chancen. Mithilfe digitaler Werkzeuge können Homeschooling realisiert und auf Dauer neue Möglichkeiten etabliert werden. Doch sehen wir große Unterschiede zwischen den Schulen und die Gefahr zunehmender Bildungsungerechtigkeit.

Mit ihren drei Gästen habe ich über die Chancen und Herausforderungen des pandemiebedingten Digitalisierungsschubs an unseren Schulen diskutiert. Dabei waren

  • Doro Moritz, GEW-Landesvorsitzende Baden-Württemberg
  • Thomas Speck, Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg und
  • Usamah Hammoud, ehemaliger Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz

Hier die Aufzeichnung des Webinars:

Die Diskussion orientierte sich an zuvor eingesandten und per twitter gestellten Fragen. Die zentralen Themen waren

  • die Rolle der Lehrkräfte und welche Unterstützung sie benötigen:
    • Ausstattung mit Endgeräten
    • Positivlisten mit geeigneter Software
    • Fort- und Weiterbildung mit Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausgangsniveaus
    • digitale Grundausstattung aller Schulen
    • Anlaufstellen wie eine Bundeszentrale für digitale und Medienbildung
    • mehr digitalpädagogische Kompetenzen
  • den Umgang mit unterschiedlichen Lernniveaus in den Klassen:
    • Differenzierung sowohl analog als auch digital
    • gezielte Förderung auch in den anstehenden Sommerferien
    • Bildungsgerechtigkeit bedarf aktuell noch größerer Anstrengungen
  • Länder, die es besser machen und weiter sind, z.B. Singapur
  • Kooperationsverbot und Bildungsföderalismus
    • mehr Ressourcen müssen ins System – Ziel von 7% der BIP noch immer nicht erreicht, weiterhin sind Bildungsinvestitionen unter dem OECD-Durchschnitt
    • deutscher Bildungsföderalismus scheint nicht sonderlich leistungsfähig zu sein
  • positive Szenarien für die Schulbildung
    • Krise als Chance nutzen: digitaler Fortschritt, Zusammenhalt, Engagement, mehr Geld, moderner Bildungsföderalismus
    • Sonntagsreden müssen Taten folgen – Qualitätsstandard der Bildung muss höheren Ansprüchen genügen
Grünes Mobilitätskonzept für den Ostalbkreis und Heidenheim

Grünes Mobilitätskonzept für den Ostalbkreis und Heidenheim

Im Frühjahr dieses Jahres sorgte die Ankündigung eines großen Zukunfts- und Mobilitätskongress für den 16.03.2020 für Aufbruchstimmung. Es sollten Ideen und Konzepte dafür erarbeitet werden, wie die Verkehrssituation entlang der Achse Heidenheim-Oberkochen-Aalen verbessert werden könnte. Coronabedingt musste der Kongress abgesagt werden. Ein Positionspapier von Landrat Pavel soll nun als Aufschlag dienen. Leider bleibt es aus Sicht der grünen Fraktionen blass und vage.

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Studien bestätigen Forderungen der Grünen zur Plattformregulierung
Bild-Lizenz: CC 0 (Pixabay)

Studien bestätigen Forderungen der Grünen zur Plattformregulierung

Zu den heute veröffentlichten Studien von Algorithmwatch und der Uni Mainz zur Regulierung von Informationsintermediären erkläre ich als medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

„Die Studienergebnisse bestätigen unsere politischen Forderungen zur straf- und medienrechtlichen Plattformregulierung. Komplexe Entscheidungen darüber, ob einzelne Inhalte in Sozialen Medien grundrechtswidrig sind oder noch unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen, können nicht algorithmischen Systemen alleine überlassen werden. Diese schwierigen Abwägungen dürfen wir auch nicht gewinnorientierten Plattformbetreibern überlassen. Facebook löscht nach dem NetzDG 640.000 Inhalte pro Jahr wegen Hassrede, von denen jedoch schätzungsweise nur etwa die Hälfte strafrechtlich relevant sind. Wenn aber legale Inhalte gelöscht werden, ist das ein Eingriff in die Meinungsfreiheit. Deshalb fordern wir Weiter lesen

Gastbeitrag auf netzpolitik.org: Ausreichend Frequenzen für Rundfunk und Kulturwirtschaft
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Gastbeitrag auf netzpolitik.org: Ausreichend Frequenzen für Rundfunk und Kulturwirtschaft

Gemeinsamer Gastbeitrag von Margit Stumpp, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Anke Domscheit-Berg, MdB (DIE LINKE), Thomas Hacker, MdB (FDP) und Dr. Christian Jung, MdB (FDP) für netzpolitik.org.

Funkfrequenzen entscheiden darüber, ob ein Staat seine Bürger im Katastrophenfall mit Informationen sicher versorgen kann. Die derzeitige Pandemie zeigt, wie wichtig dafür ein autonomes Informationssystem ist.
Gemeint sind Rundfunksysteme in Deutschland und Europa, die den Teilnehmer direkt ohne Umwege erreichen: Terrestrisches Fernsehen und Hörfunk können nicht – wie Übertragungen über das Internet – gedrosselt oder ausgeschaltet werden und begegnen bei massiver Nutzung keinen Überlastungsproblemen. Terrestrischer Rundfunk ist daher systemrelevant. Eine der unabdingbaren Voraussetzungen für terrestrischen Rundfunk ist, dass dafür die notwendigen Frequenzen zur Verfügung stehen. Einen essenziellen Teil bilden dabei die Frequenzen im UHF-TV-Spektrum (470 MHz bis 694 MHz), die vom Rundfunk (derzeit: DVB-T2) und der Kulturwirtschaft genutzt werden. Weiter lesen

Urteil über BND-Gesetz ist ein Meilenstein für die Pressefreiheit
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Urteil über BND-Gesetz ist ein Meilenstein für die Pressefreiheit

Zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die BND-Abhörpraxis erklärt Margit Stumpp, medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

„Das Urteil ist ein Meilenstein für den Schutz der Pressefreiheit und ein voller Erfolg für die klagenden Journalist*innen und Verbände. Diese grundsätzliche Rechtsprechung schützt die journalistische Arbeit im Ausland, besonders die Vertraulichkeit der Kommunikation zwischen Journalist*innen und ihren Quellen.

Der Bundesnachrichtendienst macht sich künftig zurecht strafbar, wenn er Journalist*innen im Ausland überwacht und diese abgehörten Daten mit anderen Geheimdiensten teilt. Denn er ermöglicht mit dieser Praxis womöglich heute schon repressives Vorgehen anderer Staaten gegen Journalist*innen. Darüber hinaus wird auch der Aushöhlung des deutschen Redaktionsgeheimnisses durch das Abhören von deutschen Partnermedien ein Riegel vorgeschoben.

Die Bundesregierung ist jetzt aufgefordert dieses Urteil bis Ende 2021 gesetzlich zu verankern. Auch die Abhörpraxis von Geheimdiensten anderer Länder sollte jetzt genauer unter die Lupe genommen werden.“