Interview zu digitaler Bildung für lehrer-news.de
Bildlizenz: SPÖ Wien (CC BY-NC-ND 2.0)

Interview zu digitaler Bildung für lehrer-news.de

Dieses Interview wurde am 27. April 2020 auf lehrer-news.de veröffentlicht.

Guten Morgen Frau Stumpp,

Frau Stumpp, Sie haben einen Antrag zur Schaffung einer “Bundeszentrale für digitale und Medienbildung” gestellt. Was ist Ihr Beweggrund hierfür und was möchten Sie damit erreichen?

Ich spann einfach mal den Hintergrund auf. Ich selber bin Ingenieurin und war 25 Jahre lang an einer technischen Schule in Heidenheim als Berufsschullehrerin tätig, nachdem ich aus der Elektronikentwicklung in den Schuldienst gewechselt bin. Und da habe ich über 20 Jahre lang eine Außenstelle netzwerktechnisch betreut und bin auch in der Lehrer*innen Fortbildung tätig gewesen. Ich gehörte zu den ersten Multimedia Netzwerk Beraterinnen, die um die Jahrtausendwende in Baden-Württemberg ausgebildet wurde und hab dann eben auch die Kolleg*innen betreut und Lehrerfortbildungen gemacht, aber auch Schulleitungsfortbildungen. Die Digitalisierung in den Schulen gibt es ja eigentlich schon fast 40 Jahre.

Der Bedarf an Unterstützung und Vermittlung von digitalen Medienkompetenzen ist offensichtlich. 

Der Bedarf an Unterstützung und Vermittlung von digitalen Medienkompetenzen ist offensichtlich. Die Angebote sind im Laufe der Jahre auch gewachsen, Ihre Initiative macht das jetzt auch und zeigt, also es gibt Content genug, aber es fehlt die Orientierung. Weil die Angebote eben entweder nur Teilbereiche abdecken oder kaum bekannt sind, also viel zu wenig Reichweite haben. Und für Lehrkräfte, für pädagogische Kräfte, auch für Eltern beispielsweise ist es dann unglaublich schwierig, diese Angebote einzuordnen. Ist die Quelle seriös. Welche Interessen von Verbänden oder Unternehmen stehen hinter einem Angebot. Für welche Altersgruppe ist es geeignet. Stimmt die Qualität. Wie kann ich das didaktisch einsetzen. Wie kann ich Konzept pädagogisch einsetzen. Diese Fragen sind mir immer wieder begegnet.

[…]dazu braucht es ein niedrigschwelliges Angebot, wo man weiss, da finde ich etwas oder da bekomm ich einen Hinweis.

Man hat dann praktisch im kollegialen Bereich immer wieder Fortbildungen on demand gemacht und diese Idee, diese Angebote zu bündeln und einzuordnen, auch dafür zu sorgen, dass Datenschutz und Urheberrecht verlässlich gewährleistet sind, dazu braucht es ein niedrigschwelliges Angebot, wo man weiss, da finde ich etwas oder da bekomm ich einen Hinweis. Die Recherche nimmt unglaublich viel Zeit in Anspruch und Lehrkräfte haben so viele andere Aufgaben. Das schreckt dann viele ab. Das war die Idee dahinter. Der Digitalpakt zeigt ja jetzt auch, dass die Schulen sagen, wir sind nur unzureichend in der Lage, mit den digitalen Möglichkeiten adäquat umzugehen. Dieser Shutdown der Schulen in der Krise hat ja auch gezeigt, die Schulen, die auf dem Weg sind, die können jetzt die digitalen Möglichkeiten nutzen. Aber die Schulen, die erst am Anfang des Weges waren, die konnten jetzt nicht innerhalb von drei Tagen die Strukturen aufbauen, um ihre Schüler*innen digital auch nur ansatzweise adäquat zu erreichen.

Wie unterscheidet sich Ihr Vorhaben von bereits bestehenden Initiativen der Bundesregierung, wie z.B. die Schulcloud des Hasso-Plattner-Institut (HPI)?

Wir wollen ja nicht auch eine Bildungsplattform neben andere Bildungsplattformen stellen. Das ist nicht die Intention. Es gibt genug ausgereifte Plattformen auf dem Markt, meine eigene Schule hat WebUntis seit Jahren, fast Jahrzehnten jetzt, im Einsatz, Moodle wird genutzt. Die Bundesbildungsministerin hat jetzt aus dem Nachtragshaushalt noch schnell 15 Millionen speziell für die HPI Cloud locker gemacht, angeblich für Content.

Und da muss ich sagen, Content ist im Moment nicht das Problem. Der Punkt ist, dass die HPI Cloud im Moment für Schulen, die auf dem Weg sind, überhaupt keine Option ist. Viele Lehrkräfte haben ja nicht mal eine eigene Dienstmail, geschweige denn Schüler*innen eine Schulmail. Wenn sowas fehlt, dann kann ich nicht innerhalb von drei Tagen mir die Kenntnisse aneignen, eine HPI Cloud zu nutzen und darüber meine Schüler*innen zu betreuen in einer Krisensituation. Das hätte deutlich früher eingeführt werden müssen, damit sich die Lehrkräfte und auch die Schüler*innen mit einer solchen Schulcloud überhaupt vertraut machen können. Auf der anderen Seite, ist es nicht in Ordnung, dass die Mittel ausschließlich der HPI Cloud zugute kommen. Ich würde das als Marktverzerrung bezeichnen.

Was würden Sie anders machen?

Wie gesagt, es gibt bereits viele Angebote auf dem Markt, aber was Schulen jetzt brauchen ist vor allem Beratung. Zum Beispiel, bei der Entscheidung, welches Instrument für sie richtig ist oder welche vom Land angebotene Lösungen für sie geeignet sind. Schulen brauchen eine dezentrale Serverstruktur, damit die Netze nicht total überlastet sind. Es hat sich ja gezeigt, dass eine hybride Lösung durchaus von Vorteil ist; die einen gehen auf zentrale Strukturen, andere, große Schulen habe ihre dezentrale eigene Schulcloud.

Bei diesen 15 Millionen hätte ich mir gewünscht, dass sich die Länder zusammensetzen und sich verständigen, was jetzt gebraucht wird. Jede Lehrkraft braucht sowohl die technische als auch die organisatorische Infrastruktur um digitale Medien nutzen zu können. Vor allem braucht sie auch das pädagogische Rüstzeug, um dann auch entscheiden zu können, wie kann ich das Instrument sinnvoll einsetzen, um Schüler*innen auch außerhalb der Schule zu erreichen. Nochmal, die Schule von der ich komme, die macht das schon seit 15 Jahren. Wir sehen aber gerade in der Krise wie viele Schulen immer noch ganz am Anfang stehen und diesen Schulen jetzt innerhalb von drei Tagen eine Schulcloud anzubieten und zu glauben, dass sie mit einem solchen Instrument dann ihre Schüler*innen erreichen, das ist völlig verfehlt. Es zeigt sich ja auch, die Schüler*innen haben ja auch, je nachdem aus welchem Umfeld sie kommen, nicht mal das geeignete Endgerät.

Wenn die häuslichen Umstände noch schwierig sind, wird es noch problematischer für die Schüler*innen. Hier sollte man Schulen auch in dieser Krise ein Stück weit öffnen können, zumindest für Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen. So bekommen sie einen Lernraum, Zugang zu ihren Lehrkräften und auch zu entsprechenden digitalen Endgeräten. Die Klassenzimmer sind ja da und wenn sich fünf Kinder in einem großen Raum aufhalten, dann kann man auch die Rahmenbedingungen des Infektionsschutzes einhalten.

[…] dann könnte man ja eine Art Notbetreuung vielleicht für Familien, die ohnehin vom Jugendamt betreut werden, anbieten[…]

Die Lehrkräfte sind in ihrer Dienstverpflichtung und ich glaube gerade bei den unteren Jahrgängen ist ja auch die direkte Beziehung zu den Lehrer*innen unglaublich wichtig. Wenn man das nicht über eine Videoübertragung auf ein Endgerät gewährleisten kann, dann könnte man ja eine Art Notbetreuung vielleicht für Familien, die ohnehin vom Jugendamt betreut werden, anbieten, damit die Kinder eine Chance haben, diese ungleichen Rahmenbedingungen wenigstens ein Stück weit auszugleichen. Sodass man die Schere nicht noch weiter auseinander laufen lässt wie es jetzt in den letzten drei Wochen sicher passiert ist.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) verspricht den Ländern 100 Millionen Euro für digitale Medien aus dem Digitalpaket. Halten Sie dies für sinnvoll?

Das sind tatsächlich Mittel aus dem Digitalpakt, ein Teil der 500 Millionen, die für die länderübergreifende Zusammenarbeit reserviert waren.  Was ich bis heute kritisiere, ist dass die Länder bis heute nicht wissen, wie sie die 500 Millionen einsetzen können. jetzt haben sich die Länder wohl mit der Bildungsministerin verständigt, den genauen Einblick habe ich als Opposition nicht, dass sie schnell die 100 Millionen bekommen. Wofür genau, das ist mir immer noch nicht so ganz klar, ob sie damit Content finanziert haben oder ob sie einfach die Infrastruktur aufgerüstet haben. Das ist ja in so einer Notlage durchaus nachvollziehbar. Wenn die Mittel ohnehin da sind. Wir wissen, die Digitalpaktmittel wurden schlecht abgerufen und in einer solchen Lage haben die Länder kurzfristig dieses Geld verfügbar, um Infrastruktur in Strecken zu ertüchtigen, die ohnehin wahrscheinlich aus Digitalpaktmitteln ertüchtigt worden wäre. Denn die Digitalpaktmittel sind ja sehr einseitig für technische Infrastruktur bestimmt. Dann kann ich das ein Stück nach nachvollziehen.

Sie haben sich gleichzeitig für einen langfristigen Dialog ausgesprochen.

Genau, der muss stattfinden. Wir müssen ein gewisses Basisniveau bundesweit herstellen und vor allem denjenigen helfen, die noch am Anfang stehen. Schulen, die schon etwas weiter sind, bekommen über den Digitalpakt trotzdem noch ihre zusätzlichen Mittel. Die Länder haben da ihre Schlüssel, sodass gesichert ist, dass jede Schule einen Teil davon abbekommt und es ist sicher richtig, dass Schulen dann aber auch ein Medienkonzept vorlegen müssen. Die Technik folgt der Pädagogik. Schulen müssen sich erstmal überlegen, was ihr Profil ist; was sie tun wollen, was sie dafür brauchen? Meine Sorge an der Stelle, aber das ist wieder ein Digitalpaktthema, ist, dass manche Schulen sich überfordert fühlen und deswegen auf sogenannte all-inclusive-Angebote von Firmen eingehen, die gerade auch in kleineren Gemeinden durch die Rath- und Schulhäuser ziehen und sogenannte rundum sorglos Pakete anbieten, und so ihre Konzepte nach diesem Paket stricken. Das ist ein falscher Ansatz.

Wir haben die Grundgesetzänderung mitbeschlossen, damit auch Personal projektbezogen zurück finanziert werden kann. Jetzt haben Bund und Länder in der Verwaltungsvereinbarung zum Digitalpakt, die ein Jahr zuvor abgeschlossen wurde, Systemadministration leider explizit ausgeschlossen, wobei die Entlastung von Netzbetreuungs- und Administrationstätigkeiten von Lehrkräften eines der wichtigsten Themen ist, um die Zugangsschwelle zum digitalen Lernen und Lehren niedrig zu halten. Aber was sie nicht ausgeschlossen haben wäre eine externe Begleitung der Schulen, um die zu beraten. Stichwort Change Management.

Lehrer müssen inzwischen alles selbst machen […]

In der Industrie kommt niemand auf die Idee, solche Prozesse ganz alleine zu stemmen, sondern da holt man sich externe Expertise. Lehrer müssen inzwischen alles selbst machen – sie sollen Netze administrieren, pädagogische und Medienkonzepte schreiben. Das ist eine Angelegenheit der inneren Schulentwicklung, die weit über das Digitale hinausgeht, da geht es darum, die Lehrerrolle nochmal zu hinterfragen, neue Lernformen, die Digitalisierung besonders unterstützen nochmal aufzusetzen; die Individualisierung des Lernens voranzubringen. Das ist ein Riesenstrauß von Aufgaben, die ich der inneren Schulentwicklung zuschreibe und Digitalisierung kann da nur unterstützendes Mittel sein, nicht Mittel zum Zweck. Und die Begleitung dieser Prozesse könnte man zum Beispiel aus dem Digitalpakt gut finanzieren. Da wäre glaube ich den Lehrkräften vor Ort und den Schulleitungen am meisten geholfen.

In vielen Bundesländern sind Lehrer*innen nicht verpflichtet, an Fortbildungen zu digitalen Kompetenzen teilzunehmen. Ist das ein Fehler?

Heutzutage gehört Digitalisierung in allen Lebensbereichen zwingend dazu und das trifft natürlich auch für Pädagog*innen zu. In der Ausbildung muss das ein zwingendes Thema sein und es sind ja immer noch genügend junge Lehrkräfte, die durch die Ausbildung gegangen sind und von Digitalisierung nirgends konfrontiert wurden. Also das gehört zwingend in die Ausbildung und natürlich gehört es auch in die Fortbildung.

Wenn in einer Schule digitale Medien eingeführt wurden, dann müssen die Lehrkräfte auch entsprechend fortgebildet werden und sich diesen Fortbildungen natürlich auch stellen. Das ist nicht zuletzt Aufgabe der Schulleitungen, auch da die Meinungsbildung und die inneren Prozesse so zu gestalten, dass es ganz selbstverständlich ist. Von der Bundesebene bis in die Schulleitung durchgreifen, das halte ich für verkehrt. Das gehört auch zum Selbstverständnis der Pädagogen, nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben. Und ich glaube, wenn, wie vorher beschrieben, man eine Schulentwicklung anstößt, die die Digitalisierung als ein zusätzliches Hilfsmittel zum Umsetzen der pädagogischen Ziele betrachtet und das auch so kommuniziert, dann führt überhaupt gar kein Weg daran vorbei, dass man auch diesen Einsatz der Mittel schult. Aber wenn das natürlich so weit geht, dass jede Lehrkraft selber gucken muss, ob der Computer funktioniert, sind da natürlich Grenzen erreicht, wo manche Lehrkräfte auch sagen, ich bin eigentlich zum Unterrichten ausgebildet und nicht dazu, Computertechnik zu warten und zu verwalten. Das kann ich verstehen, auch vor dem Hintergrund, dass wie Lehrkräftemangel haben und diese Arbeit von nicht-pädagogischen Personal auch zielführender und besser bewältigt werden können.

Was auch interessant ist, wenn man mal guckt, wer Innovationstreiber in diesem Bereich Schulen ist, dann sind das nicht unbedingt die jungen Lehrkräfte. Das lässt sich auch vielleicht nachvollziehen, Lehrkräfte, die neu an eine Schule kommen, haben vor allem am Anfang so viele Herausforderungen zu bewältigen. Die sind die ersten fünf Jahre ordentlich damit beschäftigt, ihren Schulalltag zu stemmen. Die Innovation kommt meist von den erfahrenen Lehrkräften, die auch persönliches Interesse an Technik haben, im Zusammenspiel auch mit ihren Schüler*innen. Das ist meine Erfahrung, aus meiner eigenen Tätigkeit und aus den vielen, vielen Fortbildungen und Gesprächen, die ich geführt habe. Die Beobachtungen an anderen Schulen bestätigen das. Die Erwartungshaltung, dass die Innovation von den jungen, frisch ausgebildeten Lehrkräften kommt, ist momentan leider ein Trugschluss.

Glauben Sie, dass die Schulpolitik nach Corona anders aussehen wird? Welche Änderungen würden Sie sich wünschen?

Also die wichtigste Veränderung ist, dass die Zusammenarbeit von Bund und Ländern offener wird. Stichwort Kooperationsverbot. Diese unselige Diskussion, dass dieses Kooperationsverbot das Schutzschild für die Bildungshoheit der Länder wäre muss beendet werden. Die Bildungshoheit der Länder gibt es seit das Grundgesetz 1949 in Kraft getreten ist, und die gab es auch vor 2007. Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern hat allerdings seit 2007 auf Grund dieser Gesetzeslage sehr gelitten und der Bund hat damit immer eine schöne Ausrede dafür, sich im Bildungsbereich finanziell viel zu wenig zu engagieren. Es gibt das selbstgesteckte Ziel, 7% des Bruttoinlandsprodukt für Bildung auszugeben. Tatsächlich liegt die Bundesrepublik immer noch bei mageren 5% und in der Regel unter dem Schnitt der OECD Länder. Wenn man die finanziellen Anteile genau betrachtet, dann kommen ungefähr 10% vom Bund. Eigentlich müsste man denken, ⅓, vom Bund, ⅓ von den Ländern und  ⅓ von Kommunen.

[…] die Kultusministerkonferenz hat jetzt kein überzeugendes Bild in der Krise abgegeben […]

Da wünsche ich mir mehr Öffnung. Der Bund hat auch, wenn man Bildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sieht, die Aufgabe, bestimmte Standards zu unterstützen. Wir reden ja über gleichwertige Bildungsabschlüsse, da muss die Diskussion weiter vorankommen und da kann der Bund eine koordinierende Funktion einnehmen. Ich spreche nicht von Eingriffen in die Bildungshoheit. Aber wir sehen ja, die Kultusministerkonferenz hat jetzt kein überzeugendes Bild in der Krise abgegeben, da geht vieles sehr langsam voran. Wir brauchen in allen Schulen einen bestimmten digitalen Standard, im technischen, im organisatorischen aber auch im pädagogischen Bereich, da könnte der Bund sich doch durchaus engagieren und Angebote machen. So wie wir es jetzt auch mit der Bundeszentrale für digitale und Medienbildung auf den Weg bringen. Und dann können die Länder entscheiden, ob sie das Angebot annehmen oder nicht. Aber solche Möglichkeiten muss es in Zukunft geben und da wünsche ich mir die Öffnung speziell im pädagogischen Bereich. Viele Schulen werden gesehen haben, mit der Digitalisierung, da haben wir bisher eine Chance verpasst. Es ist klar, dass sie sich in in den letzten vier Wochen jetzt nicht auf den Weg machen konnten, unter diesen widrigen Umständen.

Es wird für viele Lehrkräfte unglaublich schwierig gewesen sein, in den letzten vier Wochen ihrer Schüler*innen ohne digitale Hilfsmittel zu erreichen, und da hilft nur noch hinter telefonieren. Ich weiß, dass lehrkräfte das gemacht haben, aber das können sie natûrlich nicht rund um die Uhr machen. Sie werden sich natürlich auf die Kinder konzentriert haben, von denen sie wissen, dass sie eine engere Begleitung brauchen, aber auch da wird es an vielen Stellen schwierig gewesen sein, genau diese Familien und diese Kinder zu erreichen. Das lässt sich natürlich sehr viel einfacher organisieren, wenn man eine digital Basis dafür hat.

Möchten Sie den Lehrer*innen noch etwas auf den Weg geben?

Ich möchte den vielen engagierten Lehrkräften danken, die in den letzten Wochen versucht haben, ihre Schüler*innen weiterhin auf dem Stand zu halten und zu unterstützen, und den Kontakt gesucht haben. Und ich möchte sie ermuntern, wenn sie noch nicht auf dem Weg sind, sich mit der Digitalisierung in den Schulen und in der Bildung auseinanderzusetzen, weil gerade Pädagog*innen da viele interessante Hilfsmittel und Unterstützung bekommen für die Individualisierung des Lernens. Pädagog*innen freuen sich ja immer, wenn sie durch neue Möglichkeiten in ihrem Ziel Bildungsgerechtigkeit herzustellen und den Kindern die bestmögliche Bildung zu verschaffen unterstützt werden. Ich denke, wir haben allen Grund, mit den bestehenden Rahmenbedingungen, optimistisch zu sein und zu sagen, Technik folgt der Pädagogik. Das muss der Maßstab sein. Aber die Digitalisierung gehört da eben auch dazu und das zu unterstützen macht Spass, es macht den Kindern Spass und wir wissen ja, zum Lernen braucht man eine man positive Grundeinstellung. So funktioniert es am allerbesten.

Vielen Dank für das Gespräch.

Margit Stumpp ist die Bildungspolitische Sprecherin der Bündnis 90/DIE GRÜNE Fraktion im Bundestag. Sie vertritt seit 2017 den Landkreis Aalen-Heidenheim im Bundestag. Frau Stumpp ist Ingenieurin und war 25 Jahre als Lehrerin tätig.  Mehr über sie erfahrt Ihr auf ihrer Website.

Das Interview führte Franziska Drauz

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