Gundremmingen: Weder Meiler noch Zwischenlager sind sicher!

Gundremmingen: Weder Meiler noch Zwischenlager sind sicher!

Der 6. Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima ist Anlass, sich erneut mit der Sicherheit des größten und unsichersten Kernkraftwerks vor unserer Haustür zu beschäftigen.
Trotz zweier Gutachten (Prof. Renneberg, Wien, 2013; Prof. Mertins, 2017) , die belegen, dass das Atomkraftwerk nicht ausreichend gegen Schäden durch starke Erschütterungen gesichert ist, bleibt das Kraftwerk am Netz.
https://www.gruene-bundestag.de/themen/atomausstieg/kernschmelze-nicht-auszuschliessen-06-03-2017.html

Zur Erinnerung: Block B und Block C sind die letzten beiden Siedewasserreaktoren, die in Deutschland in Betrieb sind, baugleich mit denen im japanischen Fukushima.
Siedewasserreaktoren gelten vor allem deswegen als unsicher, weil ihr Kühlwassersystem nicht auf den radioaktiven Kreislauf im Sicherheitsbehälter beschränkt ist. Bei einem Störfall im Reaktorkern ist der Austritt von Radioaktivität deutlich wahrscheinlicher als in einem Druckwasserreaktor, der über getrennte Kühlkreisläufe verfügt.

Gerne vergessen wird, dass es in Gundremmingen den Totalschaden eines Reaktors gab, einen der schwersten Fälle in der deutschen Atom-Geschichte.
Nur zwei Tage, nach dem die Kraftwerksleitung der Einschätzung beider Gutachten widersprochen hat, wird kurz nach einer Revision, wieder ein Defekt in Block B gemeldet. Die Häufung von Störfällen nährt die Vermutung, dass die Reaktoren auf Grund ihrer langen Betriebszeit immer anfälliger werden.
Trotzdem wird das Kraftwerk nach Verbrauch der eigenen Erzeugungskapaziäten durch die Übertragung von Reststrommengen am Leben gehalten. Wirtschaftlich gesehen, ein gutes Geschäft, im Zweifelsfall auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung.

Aber auch, wenn Ende 2021 Block C abgeschaltet ist, bleibt ein Risiko. Das größte Zwischenlager der Republik wird mit einer Lagerkapazität von 192 Castoren bis zur Fertigstellung eines noch nicht ein Mal gefundenen Endlagers weiter in Betrieb sein. Da mit der Inbetriebnahme einer Endlagerstätte nicht vor 2050, eher später, gerechnet wird, muss der strahlende Inhalt in dieser Zeit umgelagert werden, denn: Auch Castoren sind nur auf die Nutzung von 40 Jahren ausgelegt. Diese Umlagerung birgt ebenfalls erhebliche Risiken.
Abgesehen davon: Das Zwischenlager ist ebenfalls weder gegen Flugzeugabstürze noch gegen Terroranschläge ausreichend gesichert. Auch nach der Nachrüstung nicht. Eine aus diesem Anlass organisierte Informationsveranstaltung des Strahlenbundesamtes, Inhalt streng geheim, konnte nach meinem Eindruck kaum eines der damals anwesenden Mitglieder des Kreistags Heidenheim vom Gegenteil überzeugen.
Das wiegt schwer, auch, weil alle Verantwortlichen wissen, dass im Ernstfall eine Evakuierung kaum geordnet ablaufen würde. Dafür gibt es viele Gründe: Es kann nicht ein Mal geplant werden, wohin evakuiert wird; dies ist abhängig von der Richtung der Kontamination. Außerdem gibt es immer noch keine aktuellen Evakuierungspläne. Würde jetzt der Ernstfall eintreten, müsste nach den alten, auf die viel kleineren Evakuierungsradien bezogenen Pläne gehandelt werden. Und: Wer würde angesichts der Bedrohung warten? Jede/r würde seine Lieben einpacken und auf eigene Faust das Weite suchen.

Deswegen fordern wir GRÜNEN, die Gutachten endlich zu würdigen und die Betriebserlaubnis für Gundremmingen auf Grund der festgestellten Sicherheitsmängel zu widerrufen.
Das Zwischenlager muss nachgerüstet werden, damit es den heutigen Sicherheitsanforderungen genügt, auch hier ist die Betriebserlaubnis so lange auszusetzen, bis die Maßnahmen umgesetzt sind.

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