Breites Onlineangebot zum Girls’ Day
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Breites Onlineangebot zum Girls’ Day

Zum heutigen digitalen Girls’ Day erklärt Margit Stumpp, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen/Heidenheim:

„Der diesjährige Girls‘ Day steht unter ganz besonderen Vorzeichen. Im Netz finden sich viele kreative Angebote der Tech-Branche, spannende Experimente für zuhause und Onlinekurse. Doch kann der heutige Girls‘ Day nur ein Mosaikstein sein, um Frauen und Mädchen für MINT zu begeistern. Ein einzelner Tag kann das Bewusstsein der Teilnehmerinnen im besten Fall erweitern, für eine wirkliche Trendumkehr ist er sicherlich nicht ausreichend. Trotzdem eröffnet der Girls‘ Day oft den ersten Blick auf eine „andere Welt“ mit interessanten Perspektiven, dies zeigt meine eigene Erfahrung als langjährige Organisatorin. Wir wissen, dass Mädchen genau so wie Jungen vor der Pubertät ein gleich hohes Interesse an technischen Themen haben. Das heißt, wir sollten Mädchen auf vielen Kanälen gezielt früh ansprechen und für Technik begeistern.

Darüber hinaus braucht es mehr Vorbilder für Frauen im MINT-Sektor, eine kritische Reflektion von Geschlechtersterotypen bei Pädagog*innen und in der Berufsorientierung, gezielte Mentoringprogramme für junge Frauen oder auch Frauennetzwerke, um Erfahrungen auszutauschen. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin hat beispielsweise auch gute Erfahrungen mit technischen Studiengängen nur für Frauen gemacht. Viele der Absolventinnen haben nach dem Bachelor in gemischten Masterstudiengängen weiterstudiert.

Die Erfahrung aus meinem Engagement als Ingenieurin für mehr Interesse von Frauen für die attraktiven MINT-Berufe zeigt: Die inzwischen zahlreichen Initiativen sprechen Mädchen und Frauen durchaus an, oft scheitert eine endgültige Entscheidung für einen entsprechenden Beruf an den tief verankerten und verbreiteten Rollenstereotypen. Es ist eine nicht zu unterschätzende Hürde, wenn Mädchen und Frauen in ihrem Umfeld erklären oder sich gar dafür rechtfertigen müssen, dass sie einen MINT-Beruf ergreifen.

So lange es den politischen Wille nicht gibt, diese Rollenbilder aufzubrechen, u. a. weil Fachkräfte auch in typischen Frauenberufen inzwischen Mangelware sind, wird sich am geringen Frauenanteil in den MINT-Berufen nichts ändern.“

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